"Schwarze Wahl-Nacht" löst Freude aus – SPD-Bundestagskandidat Schrodi: "Bundestagswahl wird eine ganz enge Kiste"

Absolute Mehrheit der CSU in Bayern  – Wahlbeteiligung bei 64,5 Prozent 

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Gespannt verfolgten Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet und Gattin, Landrat Thomas Karmasin und Gattin sowie Maisachs Bürgermeister-Gattin die eingehenden Wahlergebnisse

Fürstenfeldbruck – Bereits wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale in Bayern stand es fest: Die CSU hat mit einem klaren Sieg die „Schwarze Wahl-Nacht“ von 2008 vergessen machen lassen und in Bayern wieder die absolute Mehrheit erobert. Die FDP, in den vergangenen fünf Jahren Koalitionspartner der CSU, erlitt eine herbe Niederlage und scheiterte mit 3,2 Prozent sogar an der Fünf-Prozent-Klausel. Mit 48,7 Prozent (101 Sitze) hat Ministerpräsident Horst Seehofer eine starke Mehrheit.

 Die zweite große Volkspartei, die SPD konnte gegenüber 2008 zwar leicht zulegen (1,9 Prozent), bleibt aber letztlich mit 20,5 Prozent hinter dem Ergebnis zurück, das sie sich mit Spitzenkandidaten Christian Ude erhofft hatte. Die weiteren im Landtag vertretenen Parteien, die Grünen und die Freien Wähler, haben gegenüber 2008 leichte Verluste von 0,8 bzw. 1,7 Prozent zu verzeichnen. Erfreulich hingegen, dass die Wahlbeteiligung von 57,9 bei den letzten Landtagswahlen wieder auf 64,5 Prozent angestiegen ist. 

Unterschiedlich fiel die Wahlbeteiligung in den beiden Stimmbezirken im Landkreis aus: Im Stimmkreis FFB Ost (117) gingen 71 Prozent zur Wahl, im Stimmkreis FFB West/Landsberg 68,2 Prozent. Ergebnis Stimmkreis 117 (in Klammern 2008): CSU 47,8 Prozent (38,7), SPD 25,9 (20,1), FDP 3,6 (10,2), Grüne 9,4 (15,6), Freie Wähler 5,7 (8,2), Die Linke 1,3 (3,3), ÖDP 1,5 (0,9), BP 2,1 (1,3), Piraten 1,8 (n. a.). Ergebnis Stimmkreis 119: CSU 50,6 Prozent (43,1), SPD 20,9 (16,2), FDP 3,0 (9,6), Grüne 11,7 (15,3), Freie Wähler 4,7 (6,6), Die Linke 1,5 (3,3), ÖDP 2,0 (2,5), BP 2,7 (2,5), Piraten 1,9 (n. a.). Im Landkreis Fürstenfeldbruck verteidigte Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet aus Gröbenzell (Stimmkreis 117) mit 44,5 Prozent sein Direktmandat, und für Dr. Thomas Goppel zieht Alex Dorow (Stimmkreis 119) mit 50,3 Prozent der Stimmen als Direktkandidat in den Landtag ein. 

Die weiteren Direktkandidaten erhielten folgendes Ergebnis: Im Stimmkreis 117: Kathrin Sonnenholzner (SPD) 20,7 Prozent, Gottfried Obermair (Freie Wähler) 9,5 Prozent, Martin Runge (Grüne) 12,6 Prozent, Klaus Wollenberg (FDP) 3,6 Prozent, Gisela Träxler (Bayernpartei) 2,8 Prozent. Im Stimmkreis 119: Herbert Kränzlein (SPD) 17,4 Prozent, Richard Drexl (Freie Wähler) 6,4 Prozent, Detlef Däke (Grüne) 11,0 Prozent, Andreas Teichmann (FDP) 2,6 Prozent, Hermann Dempfle (Bayernpartei) 4,3 Prozent. „So sehen Sieger aus“, sang CSU-Stadtrat Ludwig Lösch vor sich hin, als er das Foyer des Landratsamtes am Wahlsonntagabend betrat und strahlte. Als die Aussage von Bundes-FDP-Chef Philipp Rösler „in Bayern ticken die Uhren anders“ über die Großleinwand flimmerte, quittierten die eingetroffenen Brucker CSU-Politiker die Aussage des Vizekanzlers mit viel Beifall. „Die Ordnung ist wiederhergestellt“, meinte auch Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer. Und zur Aussage von Gerhard Knöchel, dem Geschäftsführer des SC Fürstenfeldbruck, „da weiß man erst nicht, was man wählen soll…“ antwortete Kellerer „Und bei so einer Dummheit kommt dann so etwas heraus“. 

Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, Direktkandidat des Stimmkreises FFB-Ost, der es vorzog, zunächst im Landratsamt die Hochrechnungen zu verfolgen und später ins Maximilianeum zu fahren, kommentierte den Wahlausgang so: „Ich habe nicht mit der absoluten Mehrheit gerechnet. Die Wähler haben unsere gute Regierungsarbeit honoriert. Ein großartiges Vertrauen, das es jetzt gilt umzusetzen.“ Die Enttäuschung stand dem FDP-Kreischef Dr. Klaus Rehbock ins Gesicht geschrieben. Er war einer der ersten Politiker, die im Landratsamt das Wahlergebnis verfolgte. „Ich hätte Lotto spielen sollen“, meinte Dr. Rehbock. „Mit drei und 49 habe ich das Wahlergebnis vorausgesagt.“

 Hart ins Gericht ging Dr. Rehbock mit der seit längerem ohnehin in der Kritik stehenden bayerischen FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß, die seiner Meinung nach zu häufig wegen ihres Bundestagsmandats in Berlin weilt. Der Bundestagskandidat der SPD, Michael Schrodi, befürchtet gar Auswirkungen auf die Bundestagswahlen am Sonntag. „Das wird eine ganz enge Kiste“, meinte Schrodi. „Jetzt gilt es, bis zum nächsten Sonntag zu kämpfen und die noch Unentschlossenen zu motivieren. Wer Schwarz-Gelb weghaben will, muss SPD wählen.“ Bezirkstagskandidatin Gabriele Off-Nesselhauf aus Germering meinte zum Wahlausgang: „Nur durch Arbeit kann man die Menschen überzeugen. Ich bin überglücklich. Wie wir den Wahlkampf geführt haben, das war der richtige Weg.“ 

Dieter Metzler

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