Landtagswahl: CSU-Kandidaten stellen sich vor

Die vier möglichen Bocklet-Nachfolger

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Die vier Kandidaten bewerben sich für eine Landtags-Direkt-Kandidatur im Stimmkreis FFB-Ost (v. li.): Oliver Simon (Germering), Andreas Hörl (Olching), Benjamin Miskowitsch (Mammendorf) und Gabriele Dietrich (Egenhofen)

Sie sind zu viert und haben sich alle das eine Ziel gesetzt: die Direktkandidatur für die CSU bei der Landtagswahl im Stimmkreis FFB-Ost, nachdem Stimmkreisabgeordneter Reinhold Bocklet nicht mehr antritt.

Gernlinden - Gabriele Dietrich (51) aus Egenhofen, Andreas Hörl (41) aus Olching, Benjamin Miskowitsch (33) aus Mammendorf und Oliver Simon (39) aus Germering haben sich am 11. Januar bei einer Vorstellungsrunde im Gernlindener Bürgerhaus erstmals öffentlich beworben.

Eine weitere Vorstellung findet am 18. Januar beim Dorfwirt in Landsberied (19.30 Uhr) statt. Am 2. Februar entscheidet die Delegiertenversammlung im Mammendorfer Bürgerhaus, wen sie ins Rennen schickt.

Weitere Kandidaten könnten kommen

Weil man allerdings vor Überraschungen nie gefeit ist, schloss der CSU-Kreisvorsitzende, Landrat Thomas Karmasin, bei der Vorstellungsrunde in Gernlinden nicht aus, dass noch Interessenten aus der Deckung kommen könnten. Definitiv nicht mehr mit im Pool als möglicher Kandidat ist Dieter Rubenbauer aus Gröbenzell. Bevor die etwa 70 Zuhörer die vier Interessenten mit Fragen auf den Zahn fühlten, räumte Moderator, MdL Alex Dorow, den Bewerbern jeweils zehn Minuten zu einer persönlichen Vorstellung ein. Das Los entschied, dass der jüngste, Benjamin Miskowitsch, beginnen durfte.

Benjamin Miskowitsch

In den Mittelpunkt seiner Bewerbung stellte der 33-jährige verheiratete Miskowitsch das ehrenamtliche Engagement. Er selbst engagiert sich seit vielen Jahren bei der Wasserwacht, der Feuerwehr, beim BRK und Katastrophenschutz. Aktives Engagement in den Vereinen hält er im Hinblick auf den Wandel in der Gesellschaft für besonders wichtig. Als Geschäftsführer des Brucker Kreisboten erfährt er hautnah die Probleme, die das Handwerk und die mittelständischen Betriebe beschäftigen. Seit 2008 sitzt Miskowitsch im Mammendorfer Gemeinderat, ist seit 2009 CSU-Ortsvorsitzender und seit 2014 Mitglied im Kreistag. Als Vermittler zwischen den Gemeinden würde er seine Rolle als Landtagsabgeordneter sehen, beispielsweise bei der Konversion des Fliegerhorstes, die er als eine große Herausforderung für den Landkreis bezeichnete.

Gabriele Dietrich

„Als Anwältin und Bürger“, möchte die 52-jährige verheiratete Rechtsanwältin Dietrich, die eine eigene Kanzlei unterhält, in den Landtag einziehen und mitgestalten. Aufgrund ihrer beruflichen und ihrer kommunalen Tätigkeit sei sie für die Parlamentsarbeit gut gerüstet, meinte sie. Dietrich ist Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Egenhofen, CSU-Ortsvorsitzende, stellvertretende Kreisvorsitzende sowie stellvertretende Verbandsvorsitzende des Abwasser-Zweckverbandes. Sie hofft, durch konsequente Regeln in der Flüchtlingspolitik die „Protestwähler“, die vor allem zur AfD und zu den FW abgewandert sind, wieder zurückzugewinnen.

Andreas Hörl

Der bei der Polizei in Gröbenzell eingesetzte 41-jährige Dienstgruppenleiter Andreas Hörl legte den Schwerpunkt bei seiner Bewerbungsvorstellung auf die Innere Sicherheit. Der verheiratete Vater einer Tochter sitzt seit 2008 im Olchinger Stadtrat und ist Referent für Volks- und Bürgerfeste. Die Zuwanderer zu integrieren bezeichnete Hörl als eines der größten Probleme. Die anerkannten Flüchtlinge verschärfen die Lage für bezahlbaren Wohnraum zusätzlich. Auch deshalb müsse der soziale Wohnungsbau vorangetrieben werden.

Oliver Simon

„Da sein, zuhören und handeln“, das sei sein Motto, sagte der 39-jährige Rechtsanwalt Oliver Simon, der mit Frau und zwei Kindern in Germering lebt und seit zehn Jahren in einer Partner-Kanzlei arbeitet. Dabei stieg er vom Podium, um mit den Zuhörern „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren. In der Kommunalpolitik ist er seit zwölf Jahren aktiv, seit 2014 Stadtrat in Germering und CSU-Ortsvorsitzender. Die Politik habe ihn schon als 16-Jähriger interessiert. Im Ballungsraum München sieht er die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum als Mammutaufgabe, wobei der Charakter der Kommune aber erhalten bleiben sollte. Damit einher geht die Infrastruktur für Bildungseinrichtungen, aber auch die Verkehrsinfrastruktur. Bei der Digitalisierung sollte jeder mitgenommen werden, sie sollte schon in der Schule beginnen.

Dorow: "Vier gute Kandidaten"

Bei der abschließenden Fragerunde erhielten die vier Bewerber reichlich Gelegenheit, ihre politischen Standpunkte über Asylpolitik, die Altersarmut, Pflegekräfte, Inneren Sicherheit, bis hin zur Landwirtschaft, Umwelt, den öffentlichen Nahverkehr mit zweiter Stammstrecke und dritter Startbahn, zur Bildung und zur Wählerabwanderung darzulegen. „Die Kandidaten haben sich gut geschlagen. Ich glaube, die Partei, die vier solch gute Kandidaten aufbieten kann, die sich so engagiert zeigen, kann sich recht glücklich schätzen“, sagte Moderator Alex Dorow.

Dieter Metzler

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