Landwirte beklagen desaströse Ertragslage - Brüssel-Fahrt

Der Bundesverband Deutsche Milchviehhalter (BDM) nennt nicht nur die gegenwärtige Situation, „sondern auch die Zukunftsperspektiven für die Milchbranche desaströs“. Keine zuversichtlichen Aussichten für einen Jungbauern wie Sebastian Mayr, 20, in Mammendorf. Der BBV-Kreisobmann Johann Drexl wird noch in der laufenden Woche mit zwei weiteren Kollegen aus Oberbayern nach Brüssel zum anstehenden Agrargipfel reisen. Insgesamt trifft man sich mit rund 200 deutschen Landwirten zu diesem Anlaß in der EU-Metropole.

Mayr empfing mit Vater Ottmar eine Delegation um BBV-Kreisobmann Johann Drexl, Hattenhofen, zur landwirtschaftlichen Gegenwarts- und Zukunftserörterung in der gutgefüllten Lagerhalle. Vater, Mutter und Sohn Mayr sind nicht ganz so existenzgefährdend vom Milchpreisverfall betroffen; der Milchanteil beim eigenen Betriebsergebnis liegt bei einem Drittel. Überwiegend produziert der Betrieb Getreide, Futtergerste, Körnermais, Raps und Kartoffeln. Aber auch hier sind bei einzelnen Partien die Abgabepreise inzwischen weggebrochen mit Verlusten bis zu 10,- Euro und mehr je Doppelzentner. BBV-Kreisobmann Drexl stellte fest: „Augenblicklich ist die Landwirtschaft in einer Notlage wie seit 20 Jahren nicht mehr. Fast sämtliche Erzeugnisse sind davon betroffen. Und es ist derzeit kein Geld mehr für die enorm verteuerten Düngemittel vorhanden.“ Johann Drexl, selbst Milcherzeuger, sieht 10 Prozent zuviel produzierte Milch europaweit. Preisstützende Aktionen wie im ersten Halbjahr mit publikumswirksamen Fahrzeugaufmärschen und ausgeschütteter Milch sind für ihn keine nachhaltigen Lösungen, um das Produkt Milch zu verknappen. Seine Vorstellungen entsprechen eher den BDM-Vorschlägen, in einem länderübergreifenden, europaweiten Rettungspaket fünf Prozent Milch vom Markt zu nehmen: „Dabei markt- und preisunschädlich, bei einem freiwilligen Lieferverzicht, aber mit einer öffentlichen, finanziellen Entschädigung.“ Die Molkereien müssten sich verpflichten, nur die vereinbarten Milchquotenmengen bei den Erzeugern abzuholen. Geschätztes finanzielles Volumen für dieses 5%-Minus-Rettungspaket: Etwa 500 Millionen Euro alleine nur für Deutschland. Drexl ist zuversichtlich, mit einer solchen EU-Vereinbarung die Verwerfungen im europäischen Milchmarkt zu beseitigen und zu einer verträglichen Milchpreisgestaltung zu kommen. Alleine für seinen eigenen Betrieb rechnet er in 2008 mit einem Milcheinnahmeverlust um die 60.000,- Euro. „Ich wäre froh, für 2009 mit einer schwarzen Null davonzukommen …“ In Mammendorf erläuterte noch der Bullenmäster Johann Schamberger aus Moorenweis die Verhältnisse aus seiner Sicht. Es sei ein Zuviel an Schlachtvieh am Schlachthof. Und wenn die üblicherweise saisonbelebenden Weihnachtsschlachtungen abgeschlossen wären, „sind wir ertragsmäßig im freien Fall. Es geht zuwenig Vieh raus aus dem Stall.“ Mit Wehmut denke er jetzt an ein insgesamt doch gutes Ertragsjahr wie 2007 zurück. „Dabei produzieren fast alle anderen Sparten - außer uns - heutzutage nur Preiserhöhungen.“ Dies gelte für Versicherungen ebenso wie für landwirtschaftliche Maschinenbauer. Und erst recht für Düngelmittelproduzenten. Zahlte Schamberger in 2007 für Düngemittel insgesamt 73.000 Euro, so rechnet er hierfür in 2008 mit einem Aufwand um die 100.000 Euro. „Aber ohne Dünger hat man nur 50 Prozent Ernteertrag.“ Landwirte beklagen desaströse Ertragslage Treffen zu einer vorläufigen Jahresbilanz in einem Mammendorfer Betrieb Mammendorf – Der Bundesverband Deutsche Milchviehhalter (BDM) nennt nicht nur die gegenwärtige Situation, „sondern auch die Zukunftsperspektiven für die Milchbranche desaströs“. Keine zuversichtlichen Aussichten für einen Jungbauern wie Sebastian Mayr, 20, in Mammendorf. Er empfing mit Vater Ottmar eine Delegation um BBV-Kreisobmann Johann Drexl, Hattenhofen, zur landwirtschaftlichen Gegenwarts- und Zukunftserörterung in der gutgefüllten Lagerhalle. Vater, Mutter und Sohn Mayr sind nicht ganz so existenzgefährdend vom Milchpreisverfall betroffen; der Milchanteil beim eigenen Betriebsergebnis liegt bei einem Drittel. Überwiegend produziert der Betrieb Getreide, Futtergerste, Körnermais, Raps und Kartoffeln. Aber auch hier sind bei einzelnen Partien die Abgabepreise inzwischen weggebrochen mit Verlusten bis zu 10,- Euro und mehr je Doppelzentner. BBV-Kreisobmann Drexl stellte fest: „Augenblicklich ist die Landwirtschaft in einer Notlage wie seit 20 Jahren nicht mehr. Fast sämtliche Erzeugnisse sind davon betroffen. Und es ist derzeit kein Geld mehr für die enorm verteuerten Düngemittel vorhanden.“ Johann Drexl, selbst Milcherzeuger, sieht 10 Prozent zuviel produzierte Milch europaweit. Preisstützende Aktionen wie im ersten Halbjahr mit publikumswirksamen Fahrzeugaufmärschen und ausgeschütteter Milch sind für ihn keine nachhaltigen Lösungen, um das Produkt Milch zu verknappen. Seine Vorstellungen entsprechen eher den BDM-Vorschlägen, in einem länderübergreifenden, europaweiten Rettungspaket fünf Prozent Milch vom Markt zu nehmen: „Dabei markt- und preisunschädlich, bei einem freiwilligen Lieferverzicht, aber mit einer öffentlichen, finanziellen Entschädigung.“ Die Molkereien müssten sich verpflichten, nur die vereinbarten Milchquotenmengen bei den Erzeugern abzuholen. Geschätztes finanzielles Volumen für dieses 5%-Minus-Rettungspaket: Etwa 500 Millionen Euro alleine nur für Deutschland. Drexl ist zuversichtlich, mit einer solchen EU-Vereinbarung die Verwerfungen im europäischen Milchmarkt zu beseitigen und zu einer verträglichen Milchpreisgestaltung zu kommen. Alleine für seinen eigenen Betrieb rechnet er in 2008 mit einem Milcheinnahmeverlust um die 60.000,- Euro. „Ich wäre froh, für 2009 mit einer schwarzen Null davonzukommen …“ Der BBV-Kreisobmann wird noch in der laufenden Woche mit zwei weiteren Kollegen aus Oberbayern nach Brüssel zum anstehenden Agrargipfel reisen. Insgesamt trifft man sich mit rund 200 deutschen Landwirten zu diesem Anlaß in der EU-Metropole. In Mammendorf erläuterte noch der Bullenmäster Johann Schamberger aus Moorenweis die Verhältnisse aus seiner Sicht. Es sei ein Zuviel an Schlachtvieh am Schlachthof. Und wenn die üblicherweise saisonbelebenden Weihnachtsschlachtungen abgeschlossen wären, „sind wir ertragsmäßig im freien Fall. Es geht zuwenig Vieh raus aus dem Stall.“ Mit Wehmut denke er jetzt an ein insgesamt doch gutes Ertragsjahr wie 2007 zurück. „Dabei produzieren fast alle anderen Sparten - außer uns - heutzutage nur Preiserhöhungen.“ Dies gelte für Versicherungen ebenso wie für landwirtschaftliche Maschinenbauer. Und erst recht für Düngelmittelproduzenten. Zahlte Schamberger in 2007 für Düngemittel insgesamt 73.000 Euro, so rechnet er hierfür in 2008 mit einem Aufwand um die 100.000 Euro. „Aber ohne Dünger hat man nur 50 Prozent Ernteertrag.“ Günter Schäftlein - Digitalfoto liegt dort vor -

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