120 Landwirtschaftsmeister in Oberbayern

Lernen, netzwerken, stolz sein

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Die frischgebackenen Meister des Landkreises Fürstenfeldbruck, Josef Hilebrand und Josef Mayer mit Michael Karrer vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Fürstenfelbruck Fünf Landwirtschaftsmeisterinnen und 115 Landwirtschaftsmeister aus dem Regierungsbezirk Oberbayern erhielten am 16. November ihre Meisterbriefe von Ministerialrat Michael Karrer, Bildungsreferent im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Forum Fürstenfeld. Darunter waren die frischgebackenen Meister aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck: Josef Hilebrand aus Adelshofen und Josef Mayer aus Mammendorf

Der allgemeine Credo aller sieben Redner der Meisterfeier war das „lebenslange Lernen“. So sei laut Franz Nowotny vom Fortbildungszentrum Landshut-Schönbrunn der Meisterbrief nur ein Grundstein des Wissens, das man stets anpassen und aufbauen müsse. Ministerialrat Michael Karrer sagte: „Das hier ist kein Schlusspunkt. Sie sind gefordert, einen breiten Blick zu haben und sich immer wieder auf Veränderungen einzustellen.“ Am Besten ginge dies – und da waren sich ebenfalls alle einig – im Team und mit einem Netzwerk aus Kontakten verschiedener Branchen und untereinander. 

Landwirtschaft als Sündenbock für das Insektensterben?

Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft Jakob Opperer schilderte in seiner Festrede mit dem Thema „Perspektiven für die bayerischen Landwirtschaft 2030“ seine Zukunftsvision. Demnach müssten sich die Meister von heute mit den verändernden Ernährungsgewohnheiten der Menschen, der weiter niedrigen Zinspolitik, genauso wie mit der immer schneller voranschreitende Digitalisierung auseinandersetzen. Auch das Thema Klimawandel werde die jungen Menschen weiter begleiten. Opperer schwenkte dabei auf den Abgas-Betrug der Automobilindustrie. „Einen solchen Betrug – Abweichungen von über 40 Prozent – hätte man der Landwirtschaft nie durchgehen lassen“. Er kritisierte dabei, dass die Landwirtschaft oft als Sündenbock dargestellt werde und nannte als Beispiel das Insektensterben. Er räumte ein: „Die Landwirtschaft hat jedoch Möglichkeiten, dem Insektensterben entgegenzuwirken.“ 

Stadtrat Höfelsauer: "Die Landwirtschaft wird täglich gebraucht"

Karrer rät deshalb: „Wir müssen uns stetig damit auseinandersetzen, ob die gesetzlichen Vorgaben ausreichen.“ Bei all der Verantwortung, Herausforderung und Arbeit erinnerte Karrer die neuen Meister aber auch daran, dass die Familie immer die oberste Priorität haben müsse. Denn sie sei die wichtigste Stütze. Eine weitere wichtige Botschaft, die sich durch fast alle Reden zog, war das Selbstvertrauen. „Ihr leistet einen hohen Beitrag für die Gesellschaft, kümmert euch um Tier- und Landschaftsschutz, müsst euch dem Preiskampf für eure erzeugten Produkte stellen , aber dennoch einen Anspruch auf hohe Qualität haben“, fasste Franz Höfelsauer, Brucker Stadtrat, zusammen. „Die Landwirtschaft wird täglich gebraucht. Es ist lebensnotwendig, was ihr macht“, betonte Opperer. Peter Seidl, VLM-Vorsitzender, formulierte es noch direkter: „Ohne euch, würde die Menschheit verhungern“. Deshalb könnten Landwirtschaftsmeister selbstbewusst und stolz auftreten. 

Miriam Kohr

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