Handwerker werden in Bruck geehrt

Seit 50 Jahren im selben Betrieb

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Bereits im vierten Jahr durchgeführt, hat sich der Sommerempfang der Kreishandwerkerschaft Fürstenfeldbruck inzwischen zu einer festen Plattform für den Austausch zwischen Handwerk, Politik, Wirtschaft und Banken etabliert. Kreishandwerksmeister Harald Volkwein freute sich, knapp 100 Gäste im Barocksaal der Polizeifachhochschule begrüßen zu dürfen, darunter den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayer, Lothar Semper, der den Gastvortrag hielt.

Fürstenfeldbruck – Neben dem Redebeitrag von Semper, der über die derzeit gute Situation des Handwerks sprach, standen die Vergabe der Handwerkerpreise des Landkreises und der Stadt sowie die Überreichung eines Goldenen Meisterbriefes im Mittelpunkt der Veranstaltung, die von der Odelzhausener Blasmusik unter der Leitung von Carsten Schmid musikalisch begleitet wurde. Kulinarisch wurden die Gäste von der Metzgerei Engelbert Jais, dem Obermeister der Metzgerinnung und der Bäckerei Werner Nau, dem Obermeister der Bäckerinnung versorgt. Die kühlen Getränke spendierte die König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg.

"Das Handwerk ist keine Einbahnstraße"

Trotz des aufgrund einer derzeit starken Inlandskonjunktur boomenden Handwerks bezeichnete Lothar Semper das Handwerk aber als leichten Verlierer, wenn er die Situation von 1990 mit heute vergleiche, da das Handwerk an den Exportumsätzen nur mit gerade einmal drei Prozent beteiligt sei. Auch die Ausbildungszahlen stagnieren, wusste Semper. Erfreulich allerdings sei, dass der Anteil an Realschülern und Gymnasiasten gegenüber der Vergangenheit angestiegen ist. So treten inzwischen 35 Prozent der Realschulabgänger (früher 16 Prozent) und neun Prozent der Abiturienten (früher drei Prozent) eine Lehrlingsausbildung an. „Das Handwerk ist keine Einbahnstraße, sondern bietet den jungen Menschen die Chance zum Beispiel als Meister auch zu studieren“, sagte Semper.

"Welcher Betrieb hat den am längsten beschäftigten Mitarbeiter?"

Die Auslobung der diesjährigen Handwerkerpreise stand unter dem Motto „Welcher Betrieb hat den am längsten beschäftigten Mitarbeiter“. Die Auszeichnung nahm der Beauftragte der Kreishandwerkerschaft, Franz Höfelsauer, gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Ulrich Schmetz und dem stellvertretenden Bürgermeister Franz Neuhierl vor.

Ausgezeichnet wurden drei Betriebe aus dem Landkreis und zwei aus der Stadt. Erstmals wurden dabei die Preisgelder in Höhe von 500, 300 und 200 Euro, die von der Stadt und dem Landkreis spendiert werden, auf den ausgezeichneten Betrieb und den jeweiligen treuen Mitarbeiter aufgeteilt.

Der goldene Meisterbrief

Den dritten Landkreispreis erhielt der Frisiersalon Paul Held aus Olching und die dort seit 44 Jahren beschäftigte Waltraut Nastoll. Der zweite und der erste Preis gingen an die Bäckerei Rackl in Olching, an die Mitarbeiter Ismed Hoti (44 Jahre im Betrieb) und Alfred Reil (45 Jahre im Betrieb). Den zweiten Preis aus der Kreisstadt erhielt die Bäckerei Max Wimmer für ihre treue Mitarbeiterin Gertraud Fischer, die seit 39 Jahren im Betrieb beschäftigt ist. Den ersten Preis durfte Elektromeister Johann Weigl vom Elektrogeschäft Franz Weigl Junior in Empfang nehmen. Am 15. August feiert der Cousin des Geschäftsinhabers sein 50-jähriges Betriebsjubiläum. Den Goldenen Meisterbrief bekam Edith Smolinski von „Ediths Frisierecke“ in Olching verliehen, die vor 36 Jahren ihre Meisterprüfung ablegte.

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