Lateinische Sprachferien im Stadtmuseum – Zum 6. Mal drei Lerntage für Gymnasiasten

Urkunden gab es auch für die tapferen Römer (v.li.) Fabian, 6b Graf-Rasso Gymnasium FFB und Fabian sowie Dominic aus der 6b Max-Born-Gymnasium Germering. Foto: Günter Schäftlein

Es ist zu Beginn der Osterferien schon guter Brauch, im heimischen Ausgrabungs-Ambiente des Brucker Stadtmuseums Lateinkenntnisse mit der Erlernung und Aufführung altrömischer Lebensgewohnheiten zu verbinden. 2012 hieß das liebenswürdig-verbindende Thema für drei Lerntage „Errare humanum est!“: Irren ist menschlich!

Es ist eine im süddeutschen Raum einmalige Veranstaltung im Zeichen „Römischer Kultur und Pflege einer Fremdsprache.“ Beteiligt waren Schüler/innen der 6. und 7. Klassen der Gymnasien des Landkreises. Und bewiesen wurde die „Irrtümer“ der Sensationsfunde in den „Loca deserta leporum“ theaterreif auf der Museumsbühne in Latein und Deutsch. Betreut/begleitet wurde dieses Herantasten an antike Lebensweisen durch die Museumspädagogin und Archäologin Doris Hefner und die ehemaligen Lateinlehrerinnen am Viscardi-Gymnasium Inge Thiery und Maria Frantz. Das - nachvollziehbare - Alltagsleben in der römischen Provinz bringt für alle Beteiligten aber Arbeit mit sich: Das eigene Spiel-Kostüm muß nach Vorlagen oder Anregungen selbst gefertigt werden. Zum Ambiente gehören unverzichtbar Wachstäfelchen für die Schreibübungen, Töpferwaren, Kosmetika, Schmuck und je nach Auftritt auch Waffen. Und - ganz wichtig - die Inhalte und Zubereitung altrömischer Speisen und Getränke. Schön, dass es Abbildungen auf den Museumswänden und Fundstücke in den Vitrinen im 3. Museums-Stockwerk gibt, in der Abteilung „Kelten, Römer, Bajuwaren“. Die beteiligten Schüler/innen am abschließenden Theaterspiel - das Thema wurde von Frau Thiery erarbeitet - gaben zum Besten, was man in der knappen Zeit von drei Tagen so erlernen kann. Aber, zum Spielen braucht man auch etwa Textsicherheit, Blickkontakt und Spieltempo mit Witz. Dazu gehörte bei „Errare humanum est“, dass vor jedem Szenenwechsel jemand mit einer Filmklappe auf dem Set herumlief, eine Art Nummerngirl den Standort benannte und ein Kameramann alles einfing. Die sprachmächtige junge Lateinlehrerin musste erfahren, dass die Sprachkenntnisse der ihr anvertrauten Zöglinge äußerst mäßig waren: Die sprachen lieber Französisch. Ja, und auch die in Sandkastenspielen vertieften „Archäologen“ blufften nur mit ihren tollen Funden, denn die hatten sie selbst vergraben. Das Ende des Spiels bestand aus Waffengeklirr - und kleine Schokohasen für alle Mitmacher. Einschließlich Foto. Es gab langen Beifall von Eltern, Geschwister und natürlich auch Großeltern und sonstigen Verwandten/Freunden. Eine weitere Wiederholung der „Dies Romani“ in 2013 scheint fast naheliegend.

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