»Laternen Fenster« statt Umzug

Laternen im Lockdown: Alternativen zum St. Martins-Umzug

Silvia Zimmer und Caroline Deggendorfer vom kindergarten Pfiffikus präsentieren mit Kindern selbstgebastelte Laternen
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Silvia Zimmer (links) und Caroline Deggendorfer (rechts) bastelten mit den Kids Laternen zum Pfiffikus-Jahresthema Märchen.

Kindergärten und Pfarreien überlegen sich Alternativen zur St.-Martins-Tradition

Türkenfeld – Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne….Jetzt ist wieder die Zeit, in der Kinder mit ihren Laternen durch die Straße ziehen und St. Martinslieder singen würden. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die meisten Laternenumzüge wurden wegen Corona abgesagt – so auch in der Gemeinde Türkenfeld.

Leuchtende Laternen in Fenstern

„Das finden unsere Kinder natürlich sehr schade“, sagt Erzieherin Silvia Zimmer vom Kinderhaus Pfiffikus. Deswegen habe man sich eine schöne Alternative einfallen lassen. Mit der Aktion „Laternen Fenster“, die sich in den sozialen Medien immer mehr verbreitet und viele Anhänger gefunden hat, bringt man Licht ins Dunkel und setzt ein Zeichen für Liebe und Zusammenhalt: Einfach eine bunte Laterne ans Fenster stellen (am besten zur Straße hin) und sie mit Lichterketten oder LED-Teelichtern zum Leuchten bringen. „Die verschiedenen Gruppen im Kinderhaus basteln seit Wochen fleißig an ihren Laternen“, erzählt Silvia Zimmer. „Dieses Mal gestalten wir Tischlaternen rund um das Thema Märchen und dazu passende Figuren wie Hänsel und Gretel, Froschkönig oder Sterntaler“. Am 11. November können sich die Kinder diese dann zu Hause ans Fenster stellen und alle vorbeiziehenden Spaziergänger damit erfreuen. Es ist bestimmt ein schöner Anblick, wenn die Menschen durch den Ort gehen und dabei die leuchtenden Laternen in den Fenstern bewundern. Ganz im Sinne von Sankt Martin sollen die Laternen Hoffnung schenken in dieser schwierigen Zeit.

Kinderhaus St. Vitus führt Laternen in kleinen Gruppen aus

Auch im Kinderhaus St. Vitus in Maisach wurden Laternen gebastelt – einen offiziellen Umzug mit Reiter und Leberkässemmeln wird es aber nicht geben. „Damit die Kinder ihre Laterne trotzdem einmal ausführen dürfen, findet während der Betreuungszeit pro Gruppe ein kleiner Rundgang untertags statt“, erzählt Daniela Lankes vom Elternbeirat.

Erlöserkirche lässt Laternen zum BRK Pflegehaus bringen

Zusammen mit Pfarrer Valentin Wendebourg hätte die Pfarrei Sankt Magdalena heuer eine ökumenische St.-Martinsfeier am Niederbronner Platz vorbereitet, der Platz war auch schon bei der Stadt reserviert. „Leider hat uns der Lockdown einen Strich durch die Rechnung gemacht, in dieser Zeit wäre die Veranstaltung ein falsches Signal“, so Diakon Martin Stangl. Deshalb organisiert die Evangelische Erlöserkirche Fürstenfeldbruck einen Ersatz. „Wir wollen Wärme nicht durch den Mantel, sondern durch ein Zeichen der Verbundenheit und Hoffnung weitergeben. Daher basteln wir Laternen und bringen sie älteren und pflegebedürftigen Menschen, die von der Situation besonders betroffen sind“, erklärt Pfarrer Wendebourg. Alle Familien sind eingeladen, eine oder mehrere Laternen zu basteln und sie mit einem kleinen Gruß am Sonntag, 8. November, zwischen 16 und 17 Uhr zum BRK Pflegehaus, Polzstraße 11 in Fürstenfeldbruck zu bringen. Die Bewohner freuen sich über solch eine Zeichen der Anteilnahme über die Generationen in dieser Zeit.

Nicole Burk/red

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