Der Laubwald braucht Schutz - Wildverbiß mit Folgen - Gutachten

So großartig umfassend ist der Waldbestand im Landkreis nicht. Mit einem Anteil von 21 Prozent an der Gesamtfläche liegt er um ein Drittel hinter dem bayernweiten Schnitt von 36 Prozent deutlich zurück. Forstamtsleiter Hans-Jürgen Gulder: „Der Landkreis ist wegen der Böden und Erträge mehr landwirtschaftlich geprägt und entsprechend interessiert!“

Verständlich, dass sich der Forstmann Gulder mit seinem Kollegen Gero Brehm Sorgen machen, wenn die so dringend gebotene Umwandlung der Wälder im Landkreis zu stabileren Mischwäldern mit Zukunft hakt, verursacht auch durch Wildverbiß und Fegeschäden. Man sucht den Dialog mit der für den Privatwald zuständigen (Pacht-)Jägerschaft, was aber nicht immer erfolgreich ist für eine Gesprächsbereitschaft oder ein Entgegenkommen zum Schutze des jungen (Laub-)Waldes. „In den Staatsforsten ist die Situation günstiger dank einer höheren Abschussquote ." Für zwei der vier Hegegemeinschaften des Landkreises müssen wir jedoch nach den Daten des Forstlichen Gutachtens nachdrücklich empfehlen, die Rehwildbejagung zugunsten der Waldverjüngung weiter zu forcieren.“ Im März/April 2009 untersuchten die Brucker Förster an 110 Landkreis-Waldpunkten insgesamt 9.113 junge Bäumchen auf Verbiß und Fegeschäden durch Rehwild: Bei den Laubbäumen lagen sie nur bei der Buche in einem vertretbaren Bereich, dank ihrer starken Verbreitung in den Staatswäldern. Dies wäre jedoch auch des Försters Wunsch für die Privatwälder, da die Buche die wichtigste Mischbaumart zur labilen Fichte ist. Sehr betroffen in dieser Landkreis-Untersuchung sind die Edellaubbäume wie Ahorn, Linde, Esche und Kirsche mit einem hohen Anteil verbissener Jungpflanzen gerade auch in der wichtigen Naturverjüngung. Die Beobachtung in einer 20jährigen Zeitreihe zeigt hier keine Tendenz zum Besseren. Auch Staatsminister Brunner fordert eine rasche Verbesserung, die möglich ist, wenn Jäger und Waldbesitzer gut zusammenarbeiten und Abschuß-Schwerpunkte setzen. An der Waldbegehung im Raum Biburg-Holzhausen nahmen auch Hans Betz von der Unteren Jagdbehörde und Franz Paul Niedermeir, Sprecher der AG Jagd im Bauernverband, teil. www.forst.bayern.de/jagd/verbissgutachten

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