Klima mit Moore schützen

LBV Fürstenfeldbruck erwirbt im Fußbergmoos weiteren Hektar für den Artenschutz

Zwei Heckrinder stehen im Fußbergmoos im hohen Gras, eines blickt in Kamera
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Die Heckrinder vom Fußbergmoos helfen bei der Biotoppflege.

Puchheim/Maisach – Mithilfe von Spendengeldern und staatlicher Förderung hat der LBV Fürstenfeldbruck erfolgreich eine zusätzliche Fläche im Fußbergmoos erworben.

Dadurch kann der Naturschutzverband ein weiteres Stück wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten im Landkreis erhalten.

Die aktive Biotoppflege auf den Flächen sorgt dafür, dass sich das Ökosystem Moor dort weiter entfalten kann. Der Erhalt und die Regenerierung des Moores dienen aber nicht nur dem Artenschutz. Sie sind auch ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel – denn Moore speichern viel mehr CO2 als Wälder.

Aktiver Artenschutz seit 35 Jahren

Seit über 35 Jahren betreibt der LBV aktiven Artenschutz und Biotoppflege im Landkreis Fürstenfeldbruck. Dazu gehört auch das Fußbergmoos. Bereits 1985 kaufte die Kreisgruppe die erste eigene Fläche im Kernbereich, inzwischen pflegt der LBV dort über 25 Hektar eigene und gepachtete Flächen. Seit 1990 ist der LBV Fürstenfeldbruck zudem Träger des BayernNetzNatur-Projekts „Fußbergmoos“. Mit der zusätzlichen Fläche konnte der gemeinnützige Verein jetzt einen weiteren Hektar langfristig für den Naturschutz sichern.

Spenden ermöglichen mehr Artenvielfalt

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Spenden aus dem vergangenen Jahr noch mehr wertvolle Natur im Landkreis für uns und die kommenden Generationen erhalten können. Herzlichen Dank an die Spender“, sagt Rita Verma, Vorstandsvorsitzende des LBV Fürstenfeldbruck. „Bei jedem Flächenkauf fängt die eigentliche Arbeit, die Biotoppflege, erst danach an. Hier stecken tausende Stunden ehrenamtlicher Tatkraft, die Pflege unserer Heckrinderherde, fachgerechte Mäharbeiten und vieles mehr dahinter. Der Einsatz von Arbeitskraft und Spenden lohnt sich: Damit schützen wir nicht nur seltene Arten wie Riedteufel, Sumpf-Herzblatt oder Baumpieper, sondern letztendlich auch die Lebensgrundlage des Menschen: Biodiversität mit lebendigen Böden.“

Wichtigen Lebensraum erhalten

Die moorspezifischen Flächen und Streuwiesen im Fußbergmoos sind Lebensraum und Rückzugsgebiet für bedrohte Tiere und Pflanzen. Mit der Biotoppflege verhindert der LBV eine Verbuschung des Niedermoores und erhält dadurch den Lebensraum seltener Arten. Eine Herde robuster Heckrinder unterstützt die ehrenamtlichen und professionellen Landschaftspfleger dabei. Jeder Flächenkauf leistet einen zusätzlichen Beitrag: Je mehr geschützter Raum im Fußbergmoos wieder miteinander verbunden ist, desto stabiler und artenreicher kann sich das Ökosystem entwickeln.

Klimaschutz für Artenschutz

Gleichzeitig dient das Moor dem Klimaschutz. Obwohl Moore weltweit nur noch drei Prozent der Landmasse ausmachen, speichern sie 30 Prozent des im Boden gebundenen Kohlenstoffs, pro Hektar etwa 700 Tonnen. Das ist sechsmal so viel wie Wald (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt). Durch die fortschreitende Zerstörung von Moorböden werden diese Treibhausgase jedoch freigesetzt. Damit trägt die Trockenlegung der Moore maßgeblich zum Klimawandel bei.

„Der LBV steht für Artenschutz und damit auch für Klimaschutz, denn das eine funktioniert nicht ohne das andere: Schreitet der Klimawandel ungebremst voran, würden viele unserer heimischen Arten verschwinden. Deshalb sind unsere Aktivitäten für den Artenschutz häufig auch Klimaschutzmaßnahmen. Unser jahrelanger Einsatz für den Erhalt des Fußbergmooses und artenreicher Extensiv-Wiesen ist direkter Klimaschutz. Je mehr Moor- und Grünlandflächen bewahrt werden, umso mehr CO2 können sie im Boden binden“, sagt Simon Weigl, Geschäftsstellenleiter des LBV Fürstenfeldbruck.

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