Mitgliederversammlung der Brucker Metzger-Innung

Einzelhandel und "Foodwatch" kommen bei Metzgern nicht gut weg

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Bernhard Huber, stellvertretender Obermeister  Bubnick, (Geschäftsführer Fleischerverband Bayern), Engelbert Jais, (Obermeister) und Franz Höfelsauer (Büroleiter).

Im Brucker Schlachthof läuft alles perfekt, gab Obermeister Engelbert Jais, der nach der Wiedereröffnung vor einem Jahr auch zugleich einer der drei Geschäftsführer ist, bei der Mitgliederversammlung der Brucker Metzger-Innung bekannt. Mit den Kontrollbehörden sowie dem Veterinäramt gibt es keine Probleme. „Man könnte einen Lehrfilm drehen“, so Jais. Der Betrieb werfe zwar keinen großen Gewinn ab, aber man sei inzwischen bei der „schwarzen null“ angekommen. Allerdings habe man sich im gegenseitigen Einvernehmen von Betriebsleiter Thomas Winnacker getrennt.

Fürstenfeldbruck - Nach einer Gedenkminute für die Anfang des Jahres verstorbene Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Jutta Sellin, appellierte Jais an die Mitglieder, die zur Versammlung im Gasthaus Oberer Wirt in Biburg erschienen waren, mehr zusammenzustehen. 

Metzger kritisieren Regionalität im Einzelhandel

Der Lebensmitteleinzelhandel greife die Regionalität der Betriebe an, indem er selbst mit Regionalität punkten will. „Ich frage mich, wie soll das gehen? Wo kommt das Fleisch her?“ Bei den Preisen könne der Tierschutz ja nicht eingerechnet sein, zweifelt Jais die Regionalität an. Ganz abgesehen vom Nachweis, woher das Fleisch stamme. Die Metzger der Innungsbetriebe dagegen kennen ihre Bauern persönlich. „Unsere Stärke ist, dass wir Betriebe haben, die selbst schlachten oder in unserem Schlachthof schlachten.“ Diese Kundennähe könne den Metzgern keiner nachmachen. „Wir bestehen auf Transparenz und ehrlichen Umgang mit dem Fleisch.“ 

Kontrollberichte im Internet veröffentliche seien Methoden wie im Mittelalter

Hart ins Gericht ging anschließend der Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern, Lars Bubnick, mit der Internet-Plattform der Verbraucherschutzorganisation „Foodwatch“. Jeder Verbraucher kann Kontrollberichte beim Landratsamt über einen Betrieb anfordern, die dann auf der Internetplattform veröffentlicht werden. „Das sind Methoden wie im Mittelalter, als die Leute an den Pranger gestellt wurden“, wetterte Bubnick. Dagegen will man sich wehren. Der Fleischerverband hat bereits ein Antwortschreiben für die Betriebe gefertigt und verschickt, mit dem die Betriebe gegen die Herausgabe dieser Berichte vorgehen sollen. Auch habe man sich mit dem Hotel- und Gaststättenverband verständigt. Eigentlich dürfen Endverbraucher solche Berichte nicht veröffentlichen, sondern nach dem Lebensmittelfuttergesetzbuch nur das Ministerium oder Landratsamt und zwar ab einer Buß- geldsumme ab 350 Euro. Der Fleischerverband will diese Veröffentlichungsgrenze auf 1.000 Euro nach oben drücken. 

Bubnick: Mindestausbildungsvergütung ist  massiver Eingriff in die Tarifautonomie

Im Weiteren informierte Bubnick über das neue Verpackungsgesetz, den Unmut der Betriebe über den fehlenden Bürokratieabbau speziell bei der Dokumentation der Arbeitszeiten im Mindestarbeitslohn. Man müsste nicht einmal das Gesetz ändern, sagte Bubnick, sondern nur eine Verordnung dazu erlassen. Auch die Befreiung von der EGGUmlage, die nur für größere Betriebe möglich ist, kritisierte Bubnick. Auch das Arbeitszeitgesetz sei veraltet und müsse dringend flexibler gestaltet werden. Die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung in Deutschland hält Bubnick für einen massiven Eingriff in die Tarifautonomie.

Tipps für ein gutes Betriebsklima gab Unternehmensberaterin Marie-Luise Berrang von der Firma Effizienz Management. Ihre Formel lautete: „Motivierte Mitarbeiter, die sich wohlfühlen und gerne als Team zusammenarbeiten, erhöhen den Umsatz.“ 

red

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