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Lebensmittelretter stellen sich bei Frühlingsfest vor

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Am Stand der Lebensmittelretter konnten Besucher sehen, was die Ehrenamtlichen wöchentlich so retten.
Am Stand der Lebensmittelretter konnten Besucher sehen, was die Ehrenamtlichen wöchentlich so retten. © Becker

Fürstenfeldbruck – Wenn sich zwei wertvolle Initiativen zusammentun, kommt am Ende definitiv etwas Gutes heraus. Vergangenen Samstag luden der Familienstützpunkt Fürstenfeldbruck und die Lebensmittelretter zu einem gemeinsamen Frühlingsfest auf dem Geschwister-Scholl-Platz ein. Zahlreiche Familien und Interessenten nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und ließen sich bei Frühsommerwetter mit kostenlosen Köstlichkeiten verwöhnen. Besonders lecker: die Kartoffelsuppe aus geretteten Pommes, verfeinert mit Brotwürfeln und Oliven.

„Wir sind jede Woche selbst erstaunt, wie viele Lebensmittel eigentlich im Müll landen würden und stolz, aktiv etwas gegen die Verschwendung zu tun. Wenn wir uns eine perfekte Welt wünschen dürften, dann würden alle produzierten Lebensmittel auch gegessen werden“, erklärt Daniela Schnagl-Vitack, die vor rund vier Jahren die Lebensmittelretter ins Leben gerufen hat.

Mittlerweile ist aus der Idee eine starke Community gewachsen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, so viele Waren wie möglich im Landkreis vor dem Müll zu retten. Die vorsortierten Kisten können alles enthalten – von Obst, Brot und Gemüse bis hin zu Molkereiprodukten, Schokolade und Metzgerwaren. Darauf sind die Lebensmittelretter besonders stolz. „Unser Vorteil ist unsere Professionalität. Wir haben ein offiziell geprüftes Hygieneverfahren und können somit garantieren, dass die Kühlkette eingehalten wird“.

Schnelle Reaktion dank großen Netzwerks

Schnagl-Vitack ist froh, dass die Händler die gemeinnützige Organisation nach und nach immer mehr als Partner ansehen. Dank des großen Netzwerks können die Lebensmittelretter nämlich auch schnell reagieren, wenn in einem Supermarkt einmal die Tiefkühltruhen ausfallen und plötzlich viele gefrorene Sachen abgeholt und verteilt werden müssen. Da kann es schon mal passieren, dass auf die Schnelle 200 Kilogramm Pommes unter die Menschen gebracht werden müssen.

In stetiger Abstimmung stehe man auch mit den Tafeln, denen man auf gar keinen Fall etwas wegnehmen wolle. „Wir stehen in engem Austausch was Abholtage und Lagermöglichkeiten angeht“, erklärt Sprecherin Katrin Schley. „Da die Tafel oft nur einmal pro Woche Verteilung hat und gerade verderbliche Waren nicht über einen längeren Zeitpunkt gelagert werden können, ergänzen wir uns eher“.

Rund 100 Ehrenamtliche

Rund 100 Ehrenamtliche gehören zum festen Team der Lebensmittelretter. Jede Woche werden mehr als 250 vollgepackte Kisten bei rund 30 Unternehmen gesammelt und kostenlos an registrierte Abholer verteilt. Alle ziehen mit viel Engagement und Freude an einem Strang, um eine konsequente Weiterverwendung zu ermöglichen. Auf Facebook werden Rezepte gepostet und übrige Waren untereinander getauscht. Auch werden Kühlboxen und Kontroll-Thermometer sowie Warnwesten und Stirnlampen für die dunklen Wintermonate privat aus eigener Tasche finanziert.

Um sich einen Zukunftstraum zu erfüllen, hoffen die Lebensmittelretter nicht nur auf einen Zuwachs bei Ehrenamtlichen und Abholern, sondern ganz besonders auf Spenden: „Wir würden so gerne einen eigenen Kühlanhänger anschaffen, um künftig noch mehr verderbliche Lebensmittel zu retten“, erzählt Schnagl-Vitack. 17.000 Euro stehen im Raum, für die bereits gespart wird. „Wir haben bislang so viel geschafft, ich bin mir sicher, wir schaffen auch das irgendwann.“ Interessenten können sich unter lebensmittelretter.org für einen Jahresbeitrag von drei Euro registrieren. Anschließend erhält man einen eigenen Abholer-Ausweis und kann sich für die Verteilungen anmelden.

Nicola Becker

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