Gemeinsam eine Zukunft malen

Leitbild des Landkreises wird an Trends der heutigen Zeit angepasst

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Rund 100 Besucher kamen in den großen Sitzungssaal des Landratsamtes, um sich von (vorne von links): Landrat Thomas Karmasin, Rike Strohmeyer und Josef Bühler über die Weiterentwicklung des Leitbildes des Landkreises Fürstenfeldbruck informieren zu lassen.

Vor rund sechs Jahren hat sich der Landkreis Fürstenfeldbruck ein Leitbild gegeben, um fit für die Herausforderungen der Zukunft zu sein. Doch diese Herausforderungen haben sich gewandelt. Deshalb wird das Leitbild nun weiterentwickelt.

Fürstenfeldbruck - Das Leitbild des Landkreises Fürstenfeldbruck formuliert diverse Ziele wie eine familien- und seniorengerechte Siedlungsentwicklung oder den Erhalt und weiteren Ausbau des Landkreises als Bildungs- und Energielandkreis. Außerdem wurden Projekte zur Erfüllung dieser Ziele formuliert, die unter anderem vom Regionalmanagement des Landkreises umgesetzt wurden. Landrat Thomas Karmasin sah dieses Leitbild „gefühlt zwar als gerade erst erarbeitet“ an. Doch nach sechs Jahren sei es an der Zeit zu evaluieren, welche Projekte umgesetzt werden konnten, ob die Ziele noch mit den Herausforderungen übereinstimmen und welche Projekte man anstoßen will. Schließlich sei dieses Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichtet. 

Überregionale Trends und regionale Entwicklungen nahmen Einfluss

„Das Ziel ist es, die Lebensqualität aller im Landkreis zu verbessern“, sagt Karmasin. Deshalb wurde nun ein zweiter Leitbildprozess in Gang gesetzt, zu dessen Auftaktveransastaltung rund 100 Menschen ins Landratsamt kamen – darunter Kreisräte, Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte sowie Vertreter diverser Vereine und Verbände. Ziel ist es, die vom Landrat genannten Fragen zu erörtern und das Leitbild an neue Herausforderungen anzupassen sowie fortzuschreiben. Das Büro „neuland+“ hat dazu eine Bestandausnahme gemacht und neue Trends festgestellt, die zu einer Wandlung der Herausforderungen in vielen Bereichen geführt haben. Dazu zählen überregionale Trends – Josef Bühler von „neuland+“ nannte sie Megatrends – wie der Klimawandel oder die neue Mobilitätskultur. Aber auch regional gibt es Entwicklungen wie Armut trotz hoher Einkommen aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten oder eine Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Siedlungsbau. 

Kohlendioxidausstoß und Energieverbrauch im Landkreis gestiegen

Auf das Thema Mobilität wirke sich der markant hohe Pendleranteil im Landkreis aus. „Rund zwei Drittel der Erwerbstätigen pendeln aus“, sagte Bühler. Eine Herausforderung sei es, mehr Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und mehr Radverkehr zu erreichen. Beim Klimaschutz sei der Landkreis schon lange gut dabei. Dennoch seien Kohlendioxidausstoß und Energieverbrauch gestiegen. Hier steht der Landkreis laut Bühler vor der Herausforderung die Ziele umzusetzen: 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 sowie die Vorgabe vom Bund, die Emission von treibhausgasen um 55 Prozent zu verringern. Weitere Herausforderungen seien der Erhalt der Lebensqualität bei gleichzeitiger Beseitigung der akuten Wohnungsnot, der wachsende Druck auf die Natur als Erholungsbereich sowie die Integration von zugewanderten Neubürgern. Mit diesen Fragen sollen sich Regionalmanagement, aber auch Bürger, in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen. Wie Rike Strohmeyer vom Regionalmanagement ausführte, soll in diesem Leitbildprozess die Bürgerbeteiligung gestärkt werden. 

Leitbild soll im Jahr 2021 präsentiert werden

Die Ziele und Projekte werde in Arbeitsgruppen evaluiert. Dazwischen gibt es ab dem Frühjahr 2020 öffentliche Veranstaltungen und Workshops mit den Bürgern. Ziel ist es, im Frühjahr 2021 das weiterentwickelte Leitbild bei einer Abschlussveranstaltung zu präsentieren. Dem könnte aber die Kommunalwahl entgegen stehen. Diese Erfahrung hat zumindest Heike Burkhardt von der zuständigen Gruppe für das Leitbild im Landkreis Donau-Ries gemacht, die von ihren Erfahrungen berichtete. Dort wurde der Weiterentwicklungsprozess durch die Kommunalwahl 2014 um gut ein Jahr unterbrochen. Doch das Warten lohnte sich offenbar. „Der Landkreis Donau-Ries steht in sämtlichen Rankings gut da“, sagte Burkhardt. „Wir haben es geschafft, gemeinsam eine Zukunft zu malen und im Alltag neu zu gestalten.“ 

Daschner

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