Bürgerbeteiligung zum Radverkehrskonzept in Gröbenzell

Mehr Vorzüge für Radler gewünscht

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Die Gröbenzeller beteiligten sich eifrig bei der Bürgerbeteiligung zum neuen Radverkehrskonzept für die Gemeinde.

Gröbenzell – Der erste Entwurf des Radverkehrskonzeptes der Gemeinde Gröbenzell steht. Bei der letzten Runde der Bürgerbeteiligung wurde es den knapp 80 Gröbenzellern vorgestellt. Vor allem die Sicherheit für Radler auf der Staatsstraße bleibt ein Thema.

Rund 50 Prozent der Menschen in der Gröbenzeller Ortsmitte sind laut Bürgermeister Martin Schäfer mit dem Fahrrad unterwegs. Beim Bestreben, den Umstieg vom Auto aufs Rad attraktiv zu machen, sei man damit schon weiter als andere Kommunen. „Trotzdem wollen wir weitere Verbesserungen schaffen“, erklärte der Rathauschef. 

Baustein für ein fahrradfreundliches Klima

Das Radverkehrskonzept soll ein wesentlicher Baustein sein, um ein fahrradfreundliches Klima in der Gemeinde zu schaffen. Ein solches ist nach Ansicht vieler Gröbenzeller vor allem noch für die Staatsstraße nötig. Bekrittelt wurden ein fehlender Radweg auf der Nordseite der Straße zwischen Lochhausen und Grö- benzell. Aufgebrachte Schutzstreifen werden als zu schmal kritisiert, außerdem wünschen sich die Radler mehr Klarheit bei der Verkehrsführung über Knotenpunkte wie zum Beispiel an der Olchinger, Puchheimer, Kirchen- oder Karwendelstraße. Im Konzept der Planer PGV Alrutz wurden die im Rahmen der Bürgerbeteiligung bereits vorgebrachten Anregungen berücksichtigt. 

Breitere Rad- und Gehwege

Dort ist nun eine durchgängige Radwegverbindung auf der jeweils richtigen Straßenseite eingeplant. Ebenso sollen Schutzstreifen ergänzt oder – sofern nötig – verbreitert werden. Mehr noch ist in der ebenfalls bei den Bürgern als wichtig erachteten Bahnhof, beziehungsweise Kirchenstraße geplant. Diese soll laut Konzept komplett zugunsten des nicht-motorisierten Verkehrs ausgebaut werden. Deutlich breitere Radund Gehwege sind vorgesehen, Parkmöglichkeiten für Autos soll es aber weiter geben. Damit kommt das Konzept der Forderung der Bürger nach, dass Bahnhof, Ärzte, Geschäfte und Wohnungen im Zentrum weiter anfahrbar sein sollen. Wie Planerin Heike Prahlow erläuterte, werden nun die Anregungen aus der letzten Beteiligung der Bürger soweit möglich berücksichtigt. Auch erfolgt eine Abstimmung mit der Gemeinde. „Und dann geht es in die politische Diskussion“, sagte Prahlow.

Abstimmung mit dem Straßenbauamt Freising

Der genaue Zeitplan für die Umsetzung des Konzeptes sei noch offen. Schäfer erklärte, dass einfachere Maßnahmen wie Straßenmarkierungen noch heuer umgesetzt werden sollen. „Zum Teil passiert das ja sogar schon“, sagte er. Größere infrastrukturelle Umbauten würden mehr Zeit in Anspruch nehmen. Im Falle des Staatsstraße müsse man sich mit dem dafür zuständigen Straßenbauamt Freising abstimmen. Dennoch glaubt Schäfer, dass sich auch hier mittelfristig etwas tun wird: „Der Ausbau wird von allen gewollt, nun müssen wir uns eben zügig einig werden.“ Auch die geplante Unterführung des Fischerwegs am Ascherbach sei ein langer Prozess. „Eine Machbarkeitsstudie hat der Gemeinderat aber bereits in Auftrag gegeben“, sagte Schäfer. 

Entscheidungen fallen im Gemeinderat

Die Kosten für die Unterführung werden derzeit auf 3,4 bis 3,6 Millionen Euro geschätzt. Generell wolle man den Fahrradverkehr nicht nur sicherer, sondern auch schneller machen – ebenfalls ein Wunsch der Bürger. Schäfer denkt zum Beispiel über grüne Wellen bei den Ampeln auf Hauptverkehrsstrecken für die Radler nach. Die Entscheidungen fallen nun generell im Gemeinderat, wo die einzelnen Maßnahmen des Konzepts diskutiert, priorisiert und die Kosten dafür eingeholt und bewertet werden müssen. Die Bürgerbeteiligung dürfte dabei helfen, denn diese bezeichnete der Rathauschef als sehr gut: „Auch am letzten Abend kamen noch viele Menschen.“ 

Andreas Daschner

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