Die Entscheidung ist gefallen: Eigentümerin ist bereit, das Grundstück und das denkmalgeschützte Kino zu veräußern 

Stadtrat FFB beschließt Kauf des Lichtspielhauses

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Der Eingang zu dem denkmalgeschützten Kino in FFB, das die Stadt jetzt ankauft.

Fürstenfeldbruck – Die Entscheidung ist gefallen: Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat am 30. September 2014 beschlossen, das seit Mai 2013 leerstehende und unter Denkmalschutz stehende Lichtspielhaus an der Maisacher Straße zu erwerben. Das letzte Kino in der Innenstadt will die Stadt für 1,04 Millionen Euro kaufen. Die Eigentümerin ist bereit, das Grundstück und das denkmalgeschützte Kino zu veräußern.

 Das Lichtspielhaus soll in einer Kombination aus kommunalem Kino, Theaterbühne und Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feierlichkeiten im nichtkommerziellen oder privaten Bereich entwickelt werden. Bis zur möglichen Eröffnung 2015 soll die Verwaltung ein entsprechendes Nutzungs- und Betriebskonzept erarbeiten und den zuständigen Beschlussgremien zur Entscheidung vorlegen. 

In einer vom Landesamt für Denkmalpflege und der Kreisstadt beauftragten Untersuchung wurden fünf realistische Nutzungsvarianten, bei weitgehendem Erhalt des Gebäudes, dargestellt: 1. Kleinkunsttheater, 2. Fitnessstudio/Yoga, 3. Einzelhandel/ Bio Supermarkt, 4. Ärztehaus und 5. Genossenschaftliches Wohnen. Grundsätzlich beurteilte das Landesamt alle Varianten positiv. Die Nutzungen der ersten drei Varianten wurden eindeutig bevorzugt. Dem Schutzgedanken des Denkmalschutzgesetzes wird voll entsprochen; ein Abriss des Gebäudes ist damit nicht mehr möglich. „Das Lichtspielhaus ist wichtig für Fürstenfeldbruck“, warb OB Klaus Pleil (BBV) bei der Stadtratssitzung, die von vielen interessierten Zuhörern verfolgt wurde, für einen Kauf des Kinos. Durch die vielfältigen Nutzungen könne das Haus zur Belebung der Innenstadt beitragen. Man habe bereits mit einigen Kulturschaffenden gesprochen, um sie für die Idee zu gewinnen.

 Mittlerweile sollen gar private Interessen bestehen, dass Lichtspielhaus als Programm-Kino weiterzuführen. Die Kostenkalkulation geht von einer Investition in Höhe von 1,04 Millionen Euro aus. Die Summe beinhaltet den Erwerb des Grundstücks zzgl. Baukosten und Ausstattung abzgl. Zuschüsse und Förderungen. Die Finanzierungskosten pro Jahr betragen 51.400 Euro, die Betriebskosten 25.200 Euro. Dem gegenüber stehen 35.520 Euro an Einnahmen. Damit ergäbe sich ein jährliches Defizit von 41.080 Euro, ohne Zins und Tilgung wären es 10.320 Euro. Trotz der Mehrheit, mit der der Stadtrat den Kauf absegnete, gab es aber auch gegenteilige Meinungen zum Erwerb des Kinos. 

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Lohde vermisste ein tragfähiges Konzept, zweifelte die Zahlen an und stellte den Bedarf überhaupt infrage. Er hätte lieber mit dem Geld den alten Schlachthof für die Jugendkultur saniert. Lohde erinnerte an das denkmalgeschützte Kino im Fliegerhorst, dass man nach Abzug der Bundeswehr für solche Zwecke hernehmen könnte. Das Lichtspielhaus sollte seiner Meinung nach für Wohnzwecke umgebaut werden. Zweiter Bürgermeister Erich Raff (CSU) stellte den Antrag, das Defizit auf 50.000 Euro zu begrenzen. Sollte die Summe zweimal hintereinander überschritten werden, sollte der Betrieb einer Prüfung unterzogen werden. Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) erinnerte seine Stadtratskollegen an die vielen anstehenden Aufgaben, wie die Konversion des Fliegerhorstes und die Schaffung eines neuen Sportzentrums. Auch er bezweifelt die vorgelegten Zahlen und sieht ein großes finanzielles Risiko für die Stadt.

Dieter Metzler 

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