Lioba Well aus Biburg berichtet von ihren Erfahrungen als Austauschschülerin in den USA - Sport ist ein Hauptfach

Die 17-jährige Gymnasiastin Lioba Well aus Biburg (4. V. li.) inmitten ihrer amerikanischen “Gastgeschwister” McKenna (15), Josie (20), Mavis (13), Holly (8) und Robin (18), mit der sie auch das Zimmer teilte.

Vor einem Jahr wurde ein Traum für die 17-jährige Biburgerin Lioba Well wahr: Sie ging als Austauschschülerin in die USA und besuchte in Annandale im Bundesstaat Minnesota für ein Schuljahr die High-School. Ermöglicht wurde dies durch ein Stipendium, das im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) von der Wahlkreisabgeordneten für die Landkreise Dachau/Fürstenfeldbruck, Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt, jährlich vergeben wird.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass ich die Chance erhielt, für ein Jahr nach Amerika zu gehen, um eine andere Kultur kennenzulernen. Besonders gespannt war ich damals natürlich auf meine Gastfamilie und meine neue Schule“, erzählte Lioba Well. Aufmerksam gemacht wurde die Gymnasiastin auf das PPP durch ihre Mutter, die von der Möglichkeit eines Auslands-Stipendiums in der Zeitung gelesen hatte. „Ich habe mich gleich bei zwei Organisationen beworben“, berichtete Lioba Well. Eine Bewerbung schickte sie an das Deutsche Youth For Unterstanding Komitee (YFU), das seit 1984 mit PPP zusammenarbeitet und eine zweite Bewerbung an die Organisation Assist, die ausschließlich Stipendien an amerikanische Privatschulen vergibt. „Über die Zusage von Frau Hasselfeldt habe ich mich dann riesig gefreut, weil ich dieses Stipendium von Beginn an favorisierte. Die Absage von Assist, die zum Glück erst ein paar Tage später eintraf, berührte mich dann überhaupt nicht mehr.“ Fast wie zu Hause habe sie sich dann auch bei ihrer Gastfamilie gefühlt, die sie herzlich aufnahm. „Hier hatte ich plötzlich fünf „Geschwister“, zwei mehr als zu Hause“, berichtete sie. Mit der ihrem Alter entsprechenden 18-jährigen Robin teilte sie sich für die nächsten zehn Monate ein Zimmer. Verständigungsschwierigkeiten hatte die 17-Jährige nicht. „Nach einem Monat hatte ich überhaupt keine Probleme, mich zu unterhalten“, sagte sie. Auch in der Annandale High-School hatte Lioba keine Probleme. Als sie das erste Mal die Mensa betrat und ein wenig schüchtern mit ihrem Tablett in der Hand einen Platz suchte, kam sogleich eine Schülerin auf sie zu und bat sie an ihren Tisch. „Das war Jessica“, erzählte sie. Jessica wurde ihre beste Freundin und will die Biburgerin einmal in Deutschland besuchen. Auch wenn das erste Schulhalbjahr mit Englisch-, Geschichte-, Erdkunde- und Musik-Unterricht nicht ganz so ihren Vorstellungen entsprach, hatte Lioba keine Schwierigkeiten. „Die wollten mich wohl nicht überfordern“, stellte sie fest. So hatte sie nie Probleme, gute Noten zu erhalten. Das zweite Schulhalbjahr mit Englisch, Chemie, Mathematik und Musik entsprach mehr ihren Neigungen, zumal Lioba neben Cello auch noch Klavier und Kontrabass spielt. Und weil die amerikanischen Schüler auch ihre Freizeit im Umfeld der Schule verbringen, spielte Lioba an den Nachmittagen in den Sommermonaten Golf, im Herbst nahm sie am Cross-Country teil und im Winter lief sie Ski. „Ich habe noch nie so viel Sport getrieben wie das Jahr in USA“, berichtete die Biburgerin. Gezwungen wird aber niemand, meinte sie, aber jeder macht einfach mit. Auch dass die Biburgerin nach dem einjährigen Stipendium nicht mehr in die alte Klasse an ihrem Gymnasium in München-Pasing zurückkehrt, sondern jetzt in die elfte Klasse einsteigt, sieht sie nicht als dramatisch an. „Ich habe mir schon einmal meine neue Klasse angeschaut.“ Als Austauschschülerin nach Amerika zu gehen, sei einfach unglaublich und eine Erfahrung fürs Leben, schwärmt Lioba. „Ich kann es nur jedem empfehlen, der es sich zutraut. Man muss es aber auch wirklich wollen und vor allem dann auch durchziehen.“

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