Lions und Rotary-Clubs griffen Werte-Debatte auf - Mit Weihbischof und evangelischem Dekan

Unser Bild zeigt die Gruppe bei ihrer Veranstaltung im Sparkassensaal FFB. Foto: priv

In den letzten Wochen und Monaten ist die Wertedebatte auf verschiedenen Feldern neu aufgeflammt und mit großer Leidenschaft geführt worden. Zum Beispiel in den Bereichen der Medizin, Gentechnik, Kernenergie, Kommunikation und Mobilität hat die Wissenschaft ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Damit stellt sich zugleich die Frage nach den Grenzen. Dürfen wir alles tun, was wir können oder müssen wir uns Grenzen setzen um unserer selbst und um unseres Zusammenleben willen? Gilt nicht auch hier: In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister? Wir haben die Wahl. Doch nach welchen Kriterien sollen und können wir entscheiden. Verlässliche Orientierungshilfen sind nötig, um uns in einer komplexen und unübersichtlich gewordenen Wirklichkeit zurechtzufinden.

Die Lions und Rotary Clubs von Fürstenfeldbruck, Germering und München West haben diese Fragen in einer gemeinsamen Veranstaltung im Sparkassensaal aufgegriffen. Sie hatten dazu als Experten Weihbischof Wolfgang Bischof aus der Region Süd des Erzbistums München-Freising und Dekan Stefan Reimers vom Evangelisch-Lutherischen Dekanat Fürstenfeldbruck eingeladen. Präsident Dr. Andreas Groth (RC FFB) freute sich über das große Interesse für den gesellschaftlichen Dialog. Weihbischof Bischof verwies darauf, dass Werte zunächst nicht eindeutig sind. Sie müssen definiert werden. Entscheidend ist, worauf sie bezogen sind. Werte sind das Fundament, auf dem die Persönlichkeit oder die Gesellschaft ruht. Der Wert des Lebens hängt von der Würde ab, die wir dem Menschen zuschreiben. Nach unserem Glauben ist er Ebenbild Gottes. Von daher sind die Fragen z.B. der Stammzellenforschung oder der Präimplantationsdiagnostik zu bedenken. Weder am Anfang noch am Ende des menschlichen Lebens dürfen Abstriche gemacht werden. Dekan Stefan Reimers erwähnte, dass ihn Menschen geprägt haben, bei denen Reden und Handeln in Einklang standen. Nur gelebte Werte überzeugen. Gemeinsame Werte und Überzeugungen sind für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig. Den Schutz des Sonntags als freien Tag und als Zeit der Besinnung gilt es gegen andere Interessen zu verteidigen. Als besonders wertvoll bezeichnete er die Möglichkeit der Vergebung. Nach Versagen ist ein Neuanfang möglich. Fehler einzugestehen ist der schwerste Schritt. Verzeihung wirkt belebend und erneuernd. In der von Militärdekan a.D. Heinrich Keller moderierten Aussprache wurde nach den Werten im Zeitalter der Globalisierung und Gewinnmaximierung gefragt. Die Bedeutung der gelebten Überzeugung wurde wiederholt unterstrichen. Es besteht eine große Sehnsucht nach Menschen, die klar Position beziehen und dafür auch einstehen. Werte sind ja das, wofür Menschen bereit sind Zeit, Geld, Energie einzusetzen und im Extremfall das Leben zu riskieren. Beide Referenten brachen eine Lanze für den Religionsunterricht in den Schulen und für die kirchliche Erwachsenenbildung. Hier können Werte vermittelt werden. Sie geben dem Leben eines Menschen Orientierung, Kraft und Sinn. Sie sind ein Koordinatensystem. Werte sagen etwas aus über die Qualität des Lebens, das wir ersehnen. Die Kirchen müssen sich deutlich in die Wertediskussion unserer Gesellschaft einbringen. Klarheit und Wahrheit ist das Gebot der Stunde.

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