Musikalischer Streifzug

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Landestypische Gerichte boten Flüchtlinge aus dem Senegal, Nigeria, Eritrea und dem arabischen Raum den Besuchern der fünften Musikalischen Nacht in Mammendorf im Asylbewerberheim an der Münchner Straße an.

Mammendorf – Allen Wetterkapriolen zum Trotz: Auch die fünfte Musikalische Nacht der Mammendorfer wurde am vergangenen Samstagabend zu einem großartigen Erfolg. Einzig die Veranstaltung der Historischen Vereinigung am Backhäusl am Ronbergerweg fiel aus, so dass die Mammendorfer auf Schlagermusik aus den 20er Jahren und dem Standkonzert der Blaskapelle Mammendorf verzichten mussten. Ansonsten ließen sich Alt und Jung auch von den frischen Temperaturen nicht abhalten und unternahmen einen musikalischen Streifzug durch ihre Gemeinde. An sieben Standorten gab es wieder Live-Musik vom Feinsten, und natürlich war auch für das leibliche Wohl der vielen Besucher bestens gesorgt.

„Ich bin überwältigt, dass bei dem Wetter doch so viele gekommen sind“, freute sich Anton Fasching, Gemeinde- referent für Kultur und Vereine. „Das ist einfach überragend. Nichts bringt Jung und Alt und die verschiedenen Kulturen so zusammen, wie die Musik und Unterhaltung.“ Nachdem es am Vormittag noch kräftig geregnet hatte, zeigte Petrus ein Einsehen, und der Abend blieb trocken. Bei Temperaturen um 13 Grad mussten die Besucher allerdings schon noch einmal ihre dicken Jacken aus dem Schrank ziehen. Viele Mammendorfer nutzten für den musikalischen Streifzug durch die Gemeinde ihr Radl, um allen sieben Veranstaltungsorten einen Besuch abstatten zu können. 

Begeistert waren die Besucher auch heuer wieder von den landestypischen Gerichten, die die Flüchtlinge aus dem Senegal, Nigeria, Eritrea und dem arabischen Raum kredenzten. Der Andrang in dem Asylbewerberheim an der Münchner Straße war immens. „Da haben wir unsere Vorspeise eingenommen“, erzählte Anton Simetsreiter aus Nannhofen, der inzwischen mit seiner Frau im Gasthaus Schilling bei Livemusik von Adi Schwellinger zum Hauptgericht Platz genommen hatte. „Freundliche Leute, die Flüchtlinge“, meinte Simetsreiter. „Dem Färberbauer wollen wir auch noch einen Besuch abstatten. Wir haben noch keine musikalische Nacht ausgelassen“, zeigte sich das Ehepaar von der Veranstaltung begeistert. „Wir finden es großartig, dass die Gemeinde solche Veranstaltungen durchführt.“ 

Kein Platz zu bekommen war auch im Katholischen Pfarrheim, wo der Cantabo Chor Mammendorf, unterstützt von der Irish Folk Band, Percussion Gruppe, Saxophon Jazz Band, dem Kinder- und Zwergerlchor die Gäste auf eine musikalische Weltreise einlud, die mit einer Feuershow im Freien ein finales Ende fand. Unbeschreiblich die Atmosphäre beim Färberbauer, wo die Kirta Lumpen Rudi Daubner, Josef und Konrad Heiß sowie Michael Mayer mit ihren humoristischen Gestanzln und Couplets für tolle Stimmung sorgten, so dass sich man kaum losreißen konnte, um zum nächsten musikalischen Höhepunkt weiterzuziehen. 

Wenn sich auch das Blechbläserensemble BrassaNova im Biergarten des Bürgerhauses bei ihrer Eröffnungsserenade mehr Zuhörer gewünscht hätte, so wurde es aber von den wenigen Besuchern mit viel Beifall entschädigt für ihren musikalischen Leckerbissen. Mit uriger und fetziger Unterhaltungsmusik trotzten sie im Anschluss der kühlen Witterung. 

Plan aufgegangen 

Großer Andrang herrschte auf dem Kirchenvorplatz. Gemeinderat Martin Denz und Thomas Klimek hatten die Organisation. „Wir haben immer fest geglaubt, dass das Wetter hält“, berichtete Denz. Am Donnerstag habe man dann entschieden, die Veranstaltung durchzuziehen. „Unsere Idee, jungen Mammendorfer Bands eine Plattform zu geben, ist aufgegangen“, freute sich Denz. Alle traten ohne Gage auf. Der Gewinn aus dem Verkauf von Essen und Getränken werde dem Arbeitskreis Asyl gespendet. Als Überraschungsband traten mit den beiden 13-jährigen Marvin von Winterfeld, Clemens Schumacher und dem 14-jährigen Stepan Paraska drei Jungs der Münchner Pestalozzischule auf, die Klimek auf den Brucker Gartentagen entdeckt hatte. Die Jungs, die noch nicht einmal einen Namen für ihre Band hatten, erhielten viel Beifall. 

Mit zu einem Höhepunkt wurde der Auftritt der afrikanischen Trommlergruppe „Diappo“ (Kraft) aus Olching, die einen Rapper aus dem Senegal zu Höchstleistungen trieben. Bedenken hatte Fasching, dass die erstmals mitmachende, ein wenig abseits der Veranstaltungsorte liegende Pizzeria Paparazzi mit ihrer italienischen Livemusik und italienischen Spezialitäten auf der Strecke bleiben könnte. Doch die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet.

Dieter Metzler

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