Gastronomie, Kulturhäuser oder auch Fitnessstudios schließen

Lockdown light: So lauten die verschärften Corona-Maßnahmen ab Montag

Lockdown light in ganz Deutschland bedeutet wieder einen großen Verzicht
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Ein neuer Lockdown bedeutet auch wieder einige Schließungen.

Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen ist auch in Deutschland in den letzten Wochen exponentiell angestiegen und dem müsse Einhalt geboten werden. Aus diesem Grund gibt es ab Montag, 2. November 2020, verschärfte Corona-Maßnahmen, einen „Lockdown light“.

Was es bedeutet, wenn sich das Leben von einem Tag auf den anderen schlagartig ändert, mussten die Deutschen bereits im März erleben. Kaum jemand hätte gedacht, dass dieser Moment, das Gefühl von Verzicht, Entbehrungen, bei vielen auch Verzweiflung, zurückkehren würde. In einem Video-Treffen mit den Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer und der Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch um die Mittagszeit wurde es deutlich gemacht: die Zahl an Covid-19 erkrankten Menschen ist in den letzten Wochen exponentiell angestiegen und dem müsse Einhalt geboten werden.

Zur Eindämmung der Pandemie wurde nun ein Teil-Lockdown durch Bund und Länder beschlossen. Aber wie genau sieht dieser ab Montag aus - was ändert sich, was bleibt erlaubt und was wird ab sofort geschlossen. Um eine zweite große Infektionswelle einzudämmen sollen strengere Kontaktbeschränkungen sowie das Herunterfahren von Freizeitaktivitäten beitragen. Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten einigten sich darauf, dass bestimmte Maßnahmen bis Ende November in Kraft treten werden, damit eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus verhindert wird. Nach dem Ablauf von zwei Wochen wollen sich die Kanzlerin und die Länderchefs erneut beraten und diskutieren, ob die Ziele erreicht wurden oder Anpassungen stattfinden müssen.

Was ändert sich ab dem 2. November?

Treffen in der Öffentlichkeit sind nur mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts (insgesamt maximal zehn Personen) erlaubt. Schulen und Kindergärten bleiben weiterhin geöffnet. Die Länder sollen jedoch dafür sorgen, weitere Schutzmaßnahmen einzuführen. Auch der Einzel- und Großhandel bleibt unter bestimmten Hygienemaßnahmen bestehen. So muss beispielsweise dafür Sorge getragen werden, dass sich nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter im Geschäft befindet. Auch müssen Warteschlangen vermieden werden. Jedoch wird der Freizeit- und Amateursportbetrieb vorerst ausgesetzt. Bei den Profisportlern, insbesondere der Fußball-Bundesliga, kehrt man zurück zu Geisterspielen ohne Zuschauer.

Von der Schließung betroffen sind neben Gastronomiebetrieben, Bars, Clubs, Discos, aber auch Kneipen. Eine Ausnahme wird dadurch eingeräumt, dass Essen geliefert oder abgeholt werden kann. Wieder hart trifft es die bereits stark gebeutelte Veranstaltungsbranche. Theater, Kinos, Messen und Opernhäuser machen im November dicht. Auch Freizeitparks oder Spielhallen sind von der Schließung betroffen.

Im Bereich Sport und Wellness werden neben den Fitnessstudios, die Schwimm- und Spaßbäder, aber auch Saunen und Thermen wieder einmal geschlossen. Als systemrelevant gelten Friseursalons - anders als Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios, auch diese werden vorübergehend einer Schließung unterzogen. Handelt es sich um medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien, Ergo- oder Logotherapie und der Behandlung in der Fußpflege, soll dies weiterhin möglich sein.

Zudem werden die Bürger aufgefordert auf nicht notwendige private Reisen und Besuche zu verzichten. Dies gilt für das In- sowie Ausland. Hotels und Pensionen bleiben zu.

Wirtschaft weiter unterstützen

In den Bereichen Industrie und Handwerk beispielsweise soll das sichere Arbeiten weiterhin ermöglicht werden. Arbeitgeber müssen den Schutz ihrer Mitarbeiter sicher stellen. Bereits bestehende Hygienemaßnahmen müssen gegebenenfalls angepasst werden und nicht nötige Kontakte in der Belegschaft müssen vermieden werden. Außerdem hat der Bund angekündigt die Hilfen für betroffene Wirtschaftsbereiche zu verlängern oder die Konditionen zu verbessern, wie in der Kultur- und Veranstaltungsbranche.

Schnelltests und mehr Kontrollen

Eine Priorität was Corona-Schnelltests anbelangt sollen künftig Risikogruppen wie Kranke, Pflegebedürftige, Senioren oder auch Menschen mit einer Behinderung erhalten. Auch werden die flächendeckenden Kontrollen verstärkter durchgeführt und entsprechend bei einem Verstoß geahndet. Die einheitlichen Maßnahmen, so heißt es, sollen die Übersichtlichkeit erhöhen und es den Bürgern damit erleichtern sich an die Regeln zu halten, um die Pandemie möglichst schnell wieder in den Griff zu bekommen.

Claudia Becker

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