Lückenloses Netzwerk als Bollwerk gegen Kindesmisshandlung - Landratsamt stellt KoKi vor

Jeder einzelne Fall von Kindesmisshandlung und –vernachlässigung ist erschütternd und einer zu viel, erläuterte der Referatsleiter im Amt für Jugend und Familie, Peter Schmelzer, bei einem Pressegespräch in der vergangenen Woche im Landratsamt den Beschluss der bayerischen Staatsregierung aus dem Jahr 2008, den flächendeckenden Aufbau von Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) in den Kommunen zu unterstützen.

Im Rahmen dieses Förderprojekts wurde im Landratsamt Fürstenfeldbruck am 15. Juli eine KoKi eingerichtet, nachdem Ende 2008 der Jugendhilfeausschuss des Kreistags 1,5 Planstellen gebilligt hatte. Mit Ulrike Kornacher und Brigitte Maier wurden zwei erfahrene Diplom-Sozialpädagoginnen mit der Wahrnehmung der Aufgaben betraut. Kornacher blickt auf eine 30-jährige Tätigkeit im Pflegekinder– und Adoptionsdienst zurück, Maier bringt Erfahrung in der Familien- und offenen Jugendhilfe mit. „Wir haben den Ehrgeiz, ein extrem kinder- und familienfreundlicher Landkreis zu werden“, unterstrich Landrat Thomas Karmasin die im Verantwortungsbereich des Jugendamtes installierte Einrichtung. „Mit KoKi leisten wir einen kleinen Baustein dazu.“ Koordinierender Kinderschutz bedeutet die rechtzeitige Begleitung und Unterstützung der Eltern und Familien bei der Entfaltung eines kinderwohlfördernden Milieus. Der Kerngedanke ist die frühzeitige, rasche und situationsangepasste Hilfe zu einem Zeitpunkt, an dem die Familien selbst noch in der Lage sind, an einer Veränderung mitzuwirken. Damit dies gut gelingen kann, werden sich die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen mit den entsprechenden Einrichtungen wie Kindergärten, Frühförderstellen, Hebammen, Kinderärzten etc. austauschen und eng kooperieren, damit ein flächendeckendes Netzwerk gebildet wird, indem man miteinander und nicht gegeneinander arbeitet. Derzeit sichten und bündeln die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen die in den einzelnen Gemeinden im Landkreis rund um Schwangerschaft, Kind und Familie vorhandenen Hilfsangebote. „Wir wollen ein lückenloses Netzwerk erstellen, damit wir den jeweils entsprechenden Hilfebedarf anbieten können.“ Nicht zu den Aufgaben von KoKi zählt, bei Gefährdungsfällen tätig zu werden und ggf. eine Familie gar längerfristig zu begleiten. Hier ist die Familienhilfe des Jugendamtes zuständig. Mitte Dezember ist eine Auftaktveranstaltung von KoKi geplant. Sie soll erstmals allen Netzwerkpartnern ein Forum bieten, sich kennenzulernen und mehr über das Thema „Frühe Hilfen“ zu erfahren. KoKi als Informations- und Anlaufstelle ist im Bürgerservicezentrum des Landratsamtes, Zimmer 215 B zu finden und unter den Telefonnummern 08141/519-256 und -692 sowie unter der Emailadresse koki@lra-ffb.de erreichbar.

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