Bevor die Luzienhäuschen am 13. 12. in der Amper schwimmen, werden sie in der Sparkasse ausgestellt

Brucker Schüler bastelten für alten Brauch Luzienhäuschen und sogar die Allianz-Arena

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Stolz präsentierte der neunjährige Ferdinand Schmid von der Philipp-Weiß-Schule sein Modell „Allianz-Arena“

Fürstenfeldbruck – Alljährlich am 13. Dezember werden in Fürstenfeldbruck einem „alten Brauch“ folgend die „Luzienhäuschen“ zu „Wasser gelassen“. Bis zu dem Tag, an dem die mit viel Liebe und großem Eifer von den Schülerinnen und Schülern der Grundschulen an der Philipp-Weiß-Straße und am Niederbronner Weg gebastelten Häuschen in die Amper gesetzt werden, werden sie in der Sparkassen-Geschäftsstelle Fürstenfeldbruck Mitte ausgestellt.

Sparkassen-Kommunikationsdirektor Dirk Hoogen übernahm die Eröffnung der Ausstellung am 28. November, nachdem von der Stadt als Organisator der Veranstaltung niemand erschienen war. In Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler sowie Ursula Edelmann und Isabel Martin, als Vertreterinnen der Grundschulen, bezeichnete Hoogen die Ausstellung als eines der Ausstellungs-Highlights in der Sparkasse. 

Sparkassen-Kommunikationsdirektor Dirk Hoogen im Gespräch mit den jungen „Luzienhäuschen- Baumeistern“

„Die Ausstellung zieht jedes Jahr viele Besucher an. Mit eurem Basteln der Luzienhäuschen haltet ihr den Brauch am Leben“, sagte Hoogen. Als kleine „Belohnung“ erhielten die Schülerinnen und Schüler von der Sparkasse ein Stirnband mit Beleuchtung, das man zum Beispiel beim Radlfahren in der Dunkelheit benutzen kann. Insgesamt 182 Häuser und Gebäude aus Pappe, Papier und Holz haben die Schülerinnen und Schüler der beiden Grundschulen gebastelt. Dabei ließen die Kinder ihrer Phantasie freien Lauf, Hauptsache bunt waren die Häuschen. So bastelte der neunjährige Ferdinand Schmid von der Philipp-Weiß-Schule (Klasse vier), als begeisterter FC Bayern-Fan die Allianz-Arena nach. Manche bauten aber auch ihr Schulgebäude oder ihr eigenes Haus nach, so wie der neunjährige Florian Schmid aus Aich, Schüler der vierten Klasse an der Philipp-Weiß-Straße. Er hätte am liebsten sein gebasteltes Häuschen behalten, doch er hat den Sinn des Brauchtums verstanden, denn, auf die Frage, ob es ihn den nicht reue, das „Kunstwerk“ in die Amper einzusetzen, meinte er: „Doch schon, aber es ist halt Brauch.“ 

Auch der „Phantasie-Nachbau“ des Brucker Christkindl-Markt fand viel Beachtung

Auch wenn die Amper die Menschen über Jahrhunderte durch Überschwemmungen immer wieder in Angst und Schrecken versetzte, so war kaum zu befürchten, dass das Hochwasser Felder und Gärten in Aich überfluten würde. Aber entlang der Amper wurden die Menschen regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht. Hunger, Armut und Krankheiten waren die Folgen. Schon seit Beginn des 17. Jahrhunderts ist im Markt Bruck die Verehrung der Heiligen Lucia nachgewiesen. Die Stadtchronik berichtet von einer Neubelebung des Brauchs: Im Jahre 1785 sei ein großes Hochwasser gewesen. Daraufhin haben die Gemeindebürger gelobt, jeweils am 13. Dezember am Morgen einen Gottesdienst zu feiern. Dabei wurden von vielen Bruckern Nachbildungen ihrer Häuser zum Gottesdienst mitgebracht und danach in der Amper eingesetzt. 

Zur Zeit der Klosteraufhebung unterblieb der Gottesdienst, die Luzienhäuschen ließ man jedoch bis 1851 weiterhin (am Abend) in der Amper schwimmen. Schulrektor Georg Kachelriss ließ diesen Brauch nach knapp einhundert Jahren 1949 mit den Buben der Knabenschule wieder aufleben. Seitdem wird er an der Philipp-Weiß-Grundschule und an der Grundschule am Niederbronner Weg gepflegt. Die Luzienfeier beginnt am 13. Dezember um 18 Uhr vor der Leonhardkirche. Nach der Segnung der Häuschen und dem Entzünden der darin befindlichen Kerzen ziehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren beleuchteten Häuschen Amper aufwärts. Die Brucker Wasserwacht setzt dort die Häuschen anschließend in die Amper ein.

 Dieter Metzler

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