Im Winter räumt Manfred Weber den Schnee weg

"Wenn es viel schneit wird es schon stressig"

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Manfred Weber befreit die Straßen in Bruck mit seinem Schneepflug vom Schnee.

Fürstenfeldbruck – Rund 45 Mitarbeiter arbeiten beim Bauhof in Fürstenfeldbruck und kümmern sich um Straßenarbeiten, Reparaturen und Reinigungsarbeiten. Im Winter gehört vor allem das Schneeräumen im Stadtgebiet Fürstenfeldbruck zu ihren Aufgaben. Manfred Weber ist einer von ihnen. Der 55-jährige Emmeringer arbeitet seit 39 Jahren beim Bauhof in Fürstenfeldbruck. Schippte er anfangs noch den Schnee mit der Schaufel von Gehwegen, fährt er heute täglich eines der elf Räum- und Streufahrzeuge. Im Interview mit dem Kreisboten berichtet er über seinen Alltag, seine Hobbys im Winter und wer sich besonders über viel Schnee freut.

Kreisbote (KB): Herr Weber, Sie räumen im Winter täglich den Schnee von den Straßen, ist man bei so viel Schnee überhaupt noch Fan davon?

Manfred Weber: Ja freilich! Schnee ist beim Spazierengehen einfach schön und gehört schließlich zur Jahreszeit dazu. Außerdem rodel ich gerne und gehe im Winter Eisstockschießen.

KB: Wie sieht der Arbeitsalltag im Winter aus?

Rufbereitschaft und die andere Woche geht es ganz normal zur Arbeit. Wenn wir Bereitschaft haben, müssen wir auf Abruf erreichbar sein und können abends nichts mehr unternehmen, da wir nicht wissen, ob wir morgens raus müssen. Feiertage gibt es während der Bereitschaft keine, dann musst du trotzdem hin

KB: Woher wissen Sie, ob sie ausrücken müssen?

In der früh fährt, entweder einer der zwei Vorarbeiter oder auch der Chef, im Stadtgebiet herum und prüft die Straße an bekannten Stellen auf Glätte. Ist das der Fall, ruft er uns an und wir fahren sofort los.

KB: Um wie viel Uhr wäre das?

Wenn der Tag früh beginnt zwischen 3 Uhr und halb 5, je nachdem wie die Witterung ist. Bei viel Schnee müssen wir früher raus. Nach neun Stunden haben wir dann Feierabend.

KB: Und wenn das nicht der Fall ist?

Dann fangen wir um 7 Uhr an und gehen unserer alltäglichen Arbeit nach und reparieren zum Beispiel Brücken oder Holzgeländer.

KB: Was macht ihren Beruf so interessant?

Die Abwechslung. Die Arbeit ist nicht eintönig. Im Sommer müssen wir unter anderem Straßen teeren und Wanderwege reparieren. Die Gärtner kümmern sich dann um die Anlagen und Parks. Im Winter befreien wir Bushaltestellen und Übergangshilfen mit der Schaufel von Schnee. Wir sind sozusagen „Mädchen für alles“.

KB: Ist das nicht stressig?

Wenn es im Winter viel schneit und man jeden Tag früh raus muss, dann wird es schon stressig. Aber es ist eigentlich alles ziemlich ausgeglichen.

KB: Wie sah es diese Woche aus, mussten Sie früh raus?

In dieser Woche (6. bis 13. Januar) hat es drei Mal geschneit. Am 8. Januar wurden wir zum Beispiel um vier Uhr gerufen, am 11. Januar bereits um drei Uhr.

KB: Was können Anwohner tun, um die Arbeit des Bauhofs zu erleichtern?

Gut wäre es, wenn die Anwohner so weit wie möglich am Bordstein parken, damit wir mit den Fahrzeugen durchkommen. Außerdem bekommen wir immer wieder Beschwerden, wenn wir den Schnee wieder auf das Grundstück zurück schieben. Deshalb wäre es am besten, wenn die Leute den Schnee auf ihrem Grundstück belassen und nicht auf die Straße kehren, da wir den Schnee wieder von der Straße kehren müssen und der Schnee dadurch wieder zurückgeschoben wird.

KB: Was ist beim Schneeräumen wichtig?

Wenn wir Kreuzungen räumen müssen wir sehr aufpassen, weil die Autofahrer manchmal zu dicht auffahren, da sie nicht kapieren, dass wir auch zurücksetzen müssen. Besser wäre es, wenn sie ein bisschen zur Seite fahren und den Pflug durchlassen, anstatt auf ihr Recht zu pochen. Wir sind einfach unbeweglicher. Außerdem sind viele Radler unterwegs, auf die wir besonders aufpassen müssen.

KB: Gibt es besondere Vorgaben, welche Straßen wann geräumt werden?

Als erstes werden die Hauptverkehrswege für Busse und Berufsverkehr, sowie die Bahnhöfe, geräumt. Die haben einfach Priorität. Wir müssen schauen,dass die frei bleiben und die Fahrzeuge durchkommen. Anschließend folgen bergige Regionen, wie Puch und Aich. Für die Bundesstraßen B471 und die B2 ist die Straßenmeisterei in Dachau zuständig und die Autobahnen räumt die Autobahnmeisterei frei. Für Kreisstraßen ist das Kreisbauamt verantwortlich.

KB: Wer fährt wohin?

Jedes Fahrzeug hat seine Liste und nach der fahren wir die Straßen ab.

KB: Womit streuen Sie?

Die Hauptverkehrswege werden mit Feuchtsalz und die Nebenstraßen sowie Klein-Rad- und Gehwege werden mit Splitt gestreut. Wir streuen pro Quadratmeter etwa fünf bis zehn Gramm Feuchtsalz, je nachdem, wie schlimm es ist. Das ist stark vom Wetter abhängig.

KB: Das Salz löst sich dann langsam  auf – aber was passiert mit dem Splitt?

Der Splitt wird im Frühjahr abgekehrt und zwischen gelagert. Da Splitt zum Sondermüll zählt, kann er, aufgrund seiner Kontamination mit Öl und Straßendreck, nicht mehr verwendet werden. Deshalb holt ihn eine Firma aus Markt Oberdorf ab und recycelt ihn.

KB: Bei hohen Minusgraden wirkt  Salz kaum noch, was verwenden Sie dann?

Wenn das Salz überhaupt nicht mehr wirkt, wird zusätzlich Splitt drauf gestreut. Das passiert aber auch bei gefährlichem Eisregen.

KB: Was ist für Bewohner im Bezug auf Schneeräumen wichtig?

In den Kernzeiten zwischen 7 und 20 Uhr sind die Bewohner für ihre Gehwege selbst zuständig.

KB: Wie ist ihr bisherige Eindruck  von diesem Winter?

Der Winter letztes Jahr war im Vergleich zu diesem hier schwach, ein Jahr davor war er härter. Dieses Jahr ist ja noch nicht rum und bis Mitte März kann auf jeden Fall mit Schnee gerechnet werden.

KB: Erinnern Sie sich noch an Zeiten mit richtig viel Schnee?

Vor ein paar Jahren hatten wir in einer Nacht einen halben Meter Neuschnee, dazu kam dann noch Wind, sodass es Schneeverwehungen gab. Damals haben wir nur die Hauptstraßen gemacht, erst als der Schneefall nachgelassen hat, sind wir die kleineren Straßen gefahren.

KB: Was passiert, wenn die Schneemassen zu groß sind, um sie an die Straßenecken zu schieben?

Wenn wirkliche Massen da sind, dann fahren wir den Schnee auf den Volksfestplatz. Dort ist genug Platz und die Schulkinder freuen sich, da sie was zum Spielen haben.

Interview: Felix Hamann

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