Konzept zur Konversion des Fliegerhorstes

Nochmal zurück auf Los

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Noch „regiert“ die Bundeswehr im Brucker Fliegerhorst.

Fürstenfeldbruck – Der Vorwurf aus der Gemeinde Maisach, Bruck würde beim Konzept zur Konversion des Fliegerhorstes einen Alleingang beschreiten, wies der amtierende Bürgermeister der Kreisstadt, Erich Raff, bei einem Pressegespräch am 12. April im Rathaus zurück. „Wir wollen keinen Alleingang“, betonte Raff. „Wir können diese Aufgabe nur mit den an den Fliegerhorst angrenzenden Kommunen Maisach, Emmering und Olching zusammen schultern und voranbringen“, sagte der Brucker Rathauschef.

Den Aufschrei aus Maisach verstehe er nicht ganz, sagte Raff. Im Dezember sei man doch gemeinsam mit Prof. Joachim Vossen zusammengesessen und habe beschlossen, unter Einbindung der anderen Gemeinden einen städtebaulichen Wettbewerb unter der Federführung der Stadt durchzuführen. Nachdem Maisach und Emmering jeweils einen Flächennutzungsplan vorgelegt haben, habe auch Bruck einen eigenen Plan erstellt, um den anderen zu dokumentieren, „was wir eigentlich planen“. Dass sich Maisach durch die Beauftragung des Büros vor vollendete Tatsachen gestellt fühle, beruhe wohl auf einem „kleinen internen Übermittlungsfehler“, so Raff. Mit Emmering und Olching befinde man sich auf einem sehr guten Weg, berichtete Raff. Das haben die jüngsten Gespräche mit den jeweiligen Bürgermeistern Andreas Magg und Michael Schanderl ergeben. Schwieriger gestalten sich dagegen die Verhandlungen mit Maisach, teilte Raff mit. 

Lärmbelästigung durch die BMW Driving Academy

Das Problem sei, dass Maisach andere Planungen im Auge habe und auch schon mit BMW einen Mieter bis 2021 auf dem Areal habe. Die von BMW errichtete Driving Academy verursacht Lärm, der wiederum die Brucker in ihrem Wohnbauvorhaben erheblich einschränkt. Am 28. April treffen nun alle vier Bürgermeister zu einem weiteren klärenden Gespräch zusammen. Eingebunden werden sollen in die weiteren Gespräche auch der Landkreis, die BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) sowie die Bundeswehr. Brucks Stadtbaumeister Martin Kornacher erläuterte nochmals die Planungen der Kreisstadt. 

Planungen der Stadt: Wohnraum für bis zu 5.000 Menschen sowie Gewerbeansiedlungen

Nach Abzug der Bundeswehr in ca. sechs Jahren möchte die Stadt einen neuen Stadtteil auf dem Fliegerhorst mit Wohnraum für bis zu 5.000 Menschen schaffen sowie Gewerbeansiedlungen, die 2.000 bis 3.000 Arbeitsplätze bringen. Das sei das Minimum für einen Stadtteil, erklärte Kornacher, um auch die infrastrukturellen Folgeeinrichtungen wie Geschäfte, Schule, Kindergarten und eine Verkehrsanbindung zu rechtfertigen. Während den Bruckern eine Ansiedlung möglichst geschlossen auf dem Fliegerhorstgelände vorschwebt, könnten Olching im Osten und Emmering im Süden an den Fliegerhorst heranwachsen. Ein großes Problem für eine Wohnbebauung im Norden des Fliegerhorstes stelle allerdings die Lärmbelästigung durch die BMW-Driving Academy dar. Die zumutbare Grenzlinie von 55 Dezibel rage weit in den Fliegerhorst hinein. Dem Vorschlag aus Maisach, in dem Bereich mehr Gewerbe anzusiedeln, lehnt Bruck ab. Kornacher schlug stattdessen eine Verlagerung des BMW-Fahrzentrums in Richtung Gernlinden vor, wobei die geplante Maisacher Südumgehung und FFH-Gebiete die Möglichkeit einschränken würden. Vielleicht habe sich das Problem aber auch in sieben bis acht Jahren von selbst gelöst, wenn beispielsweise nur noch Elektroautos getestet werden würden. Momentan müsste man allerdings von den jetzigen Gegebenheiten ausgehen. Am Ende des Pressegesprächs kamen Raff und Kornacher zu den Ergebnis, dass die Konversion nur gelingen könne, wenn „alle nochmals zurück auf Los gehen“ würden. 

Dieter Metzler

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