Landesbeauftrager für Menschen mit Behinderung der Landkreise und Bezirke in Bayern Herbert Sedlmeier hielt Festrede in Maisach

"Inklusion fördert das Wir"

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Maisachs CSU-Ortsvorsitzender Hannes Haschka bei der Eröffnung des Neujahrsempfang
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Bürgermeister Hans Seidl spricht ein Grußwort
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Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Herbert Sedlmeier aus Germering, hielt die Festansprache
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Josefine Turini aus Stefansberg erhielt heuer den Ehrenpreis
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Aus den Händen von Herbert Sedlmeier erhielt Josefine Turini den Ehrenpreis überreicht, daneben Hannes Haschka, Maisachs CSU-Chef
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Der Gesangverein Maisach
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Das Maisacher Blechbläserensemble
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(v. li.): stellvertretende Landrätin Martina Drechsler, Gabi Loder, Wolfgang Käser, Josefine Turini, Peter Eberlein, Herbert Sedlmeier, Gregor Turini, Bürgermeister Hans Seidl, Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf, Christian Kemether, Hannes Haschka, 2. Bürgermeister Roland Müller, Kreisrat Hubert Ficker

Maisach - Ein mittlerweile nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Neujahrsempfangs der Maisacher CSU ist die im zweijährigen Zyklus stattfindende Vergabe eines Ehrenpreises an einen engagierten Bürger. So zählte am 14. Januar neben der Festrede des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung der Landkreise und Bezirke in Bayern, Herbert Sedlmeier, die Auszeichnung von Josefine Turini aus Stefansberg zum Höhepunkt des diesjährigen Empfangs.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war dieTurnhalle der Grundschule Maisach, in der im jährlichen Wechsel mit der Grundschule im Ortsteil Gernlinden diesmal der Neujahrsempfang stattfand. Weit über 200 Gäste konnte der CSU-Ortsvorsitzende Hannes Haschka begrüßen, darunter die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler und Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf, sowie zahlreiche Kommunalpolitiker und Vertreter aus den ortsansässigen Vereinen. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang auch heuer wieder vom Gesangverein Maisach unter der Leitung von Christian Meister und vom Blechbläserensemble Maisach unter der Leitung von Franz Keller. „Eine tüchtige Frau, wer findet sie?

Sie übertrifft alle Perlen der Welt. Öffnet sie ihren Mund, dann redet sie klug, und gütige Lehre ist auf ihrer Zunge. Sie achtet auf das, was vorgeht im Haus, und isst nicht träge ihr Brot. Ihre Kinder stehen auf und preisen sie glücklich, auch ihr Mann erhebt sich und rühmt sie: Viele Frauen erwiesen sich tüchtig, doch du übertrifft sie alle. Preist sie für den Ertrag ihrer Hände, ihr Werk soll man am Stadttor loben“, zitierte Maisachs ehemaliger Pfarrer und Polizeidekan von Bayern, Erwin Wild, aus dem Buch der Sprichwörter aus dem Alten Testament eingangs seiner Laudatio und drückte damit aus, dass sich die 77-jährige „Fini“ Turini um das Gemeinwohl der Gemeinde Maisach besonders verdient gemacht hat. Dann ließ Wild die Vita der Geehrten Revue passieren und zählte ihre besonderen Verdienste auf. Die in Rain am Lech geborene Turini kam 1952 nach Maisach und zog nach ihrer Eheschließung im Jahre 1963 in den Ortsteil Stefansberg. Neben der Landwirtschaft zog Turini vier Kinder groß und engagierte sich über etliche Jahrzehnte im Trachtenverein (60 Jahre), im Gartenbauverein (über 40 Jahre), im Frauenbund (über 30 Jahre). In allen Vereinen nahm sie Führungspositionen ein.

Unter langanhaltendem Applaus nahm die Geehrte aus den Händen des Gastredners Herbert Sedlmeier den Ehrenpreis in Empfang und meinte „Was ich gemacht habe, habe ich immer gern und aus Überzeugung gemacht. Entweder gescheit, oder gar nicht, war immer meine Devise.“ Josefine Turini ist inzwischen die siebte Preisträgerin des seit 2004 von einer Jury aus den Vorschlägen von Bürgerinnen und Bürgern ausgelobten Ehrenpreises. Integration und Inklusion seien eigentlich ursprünglich positive Begriffe, meinte der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Herbert Sedlmeier, bei seiner Festrede. „Sie stehen aber heute in der Gesellschaft negativ da“. Wenn man heute von Integration rede, spreche man nicht mehr von der Eingliederung der Menschen mit Behinderung, sondern von der Integration der Zuwanderer. Inklusion heiße wörtlich eigentlich Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Inklusion sei eigentlich nichts Neues, erhebe keine Bitten und Forderungen an die Gesellschaft, die übertrieben wären. Gelungene Inklusion bedeutet, wenn jeder Mensch mit oder ohne Behinderung am gesellschaftlichen Leben, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel oder in der Freizeit teilnehmen kann, so Sedlmeier. Inklusion funktioniere nur, wenn jeder mitmacht. Aber noch immer werden Menschen mit Behinderung von einem Großteil der Menschen als nicht gleichwertig betrachtet.

„Inklusion fordert das „wir“, so Sedlmeier. So betrug die Inklusion an Schulen in Deutschland vor fünf Jahren nur 18 Prozent, heute 31 Prozent. Nur langsam finde ein Umdenkungsprozess statt, obwohl an Bayerns Schulen eine Inklusion von Schülern mit Behinderung rechtlich vorgeschrieben sei. „Und sind Sie doch mal ehrlich, wenn Sie mich nicht kennen würden und in der Münchner Fußgängerzone treffen würden, würden Sie denken: Schon wieder einer, den wir durchfüttern müssen.“ Das sei in Amerika ganz anders, berichtete Sedlmeier aus eigener Erfahrung, als er im vergangenen Oktober drei Wochen in USA war. Dort werde man als Behinderter behandelt wie jeder andere normale Mensch. „Die haben die Inklusion geschafft.“ Bevor Maisachs Bürgermeister Hans Seidl in seinem Grußwort die Erfolge der Gemeinde im zurückliegenden Jahr herausstellte und einen Blick auf anstehende Projekte warf, betonte er eingangs, dass neben Gesundheit, Zufriedenheit und Glück in diesem Jahr aus der Aktualität heraus der Wunsch nach mehr Frieden in der Welt, aber auch mehr Frieden in der Gesellschaft eine zentrale Bedeutung bekommen hat.

Dieter Metzler

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