"Meisaha - Hefte zur Gemeindegeschichte" in einer Feierstunde vorgestellt 

Lust auf Geschichte: Maisacher Arbeitskreis beleuchtet Vergangenheit des Ortes 

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Die Autoren und Initiatoren (v. li.): 3. Bürgermeisterin Waltraud Wellenstein, Jörg Pluta, Helga Rueskäfer, Astrid Scheibner, Stefan Pfannes, Fritz Aneder, Elfriede Böttcher, Ulrike Bergheim, Karl Muth.

Maisach – Am 11. Dezember stellte der Arbeitskreis Geschichte der Gemeinde Maisach in einer kleinen Feierstunde im Gemeinde-Sitzungssaal das fünfte Heft „Meisaha – Hefte zur Gemeindegeschichte“ vor. Von "Armenfürsorge im 19. und 20. Jahrhundert", über "100 Jahre Kirche in Rottbach" bis  zu "Maisach - ein braunes Nest?", wo die NS-Vergangenheit des Ortes beleuchtet wird, reicht der Themenkreis. 

Mit der Präsentation des Heftes feierte der Arbeitskreis zugleich ein kleines Jubiläum, auf das er zu Recht stolz sein kann. „Was gestern war und heute ist, darf morgen nicht vergessen sein.“ In diesem einfachen Satz liege die Verantwortung jeder Generation, die Geschichte und Geschichten lebendig zu halten und niederzuschreiben, meinte Bürgermeister Hans Seidl in seinem dem Heft vorangestellten Grußwort. Die Leistung der Arbeitsgruppe werde von vielen Menschen erst nach Jahren richtig bewertet werden, so der Maisacher Rathauschef, der der Arbeitsgruppe für ihr Engagement dankte. Die persönliche Gratulation der Gemeinde überbrachte dritte Bürgermeisterin Waltraud Wellenstein.

 „Ich freue mich, dass so viele Leute „Lust auf Geschichte“ haben,“ begrüßte die Redaktionsleiterin Anna Ulrike Bergmann die zahlreich zur Präsentation des fünften Heftes erschienenen Gäste, unter ihnen unter anderem Kreisheimatpfleger Toni Drexler und Otto Meißner, der Vorsitzende des Historischen Vereins Fürstenfeldbruck. Bevor die einzelnen Autoren des fünften Heftes zu Wort kamen und ihre Artikel vorstellten, erinnerte Maisachs Kulturreferent Alfons Strähhuber an die Gründung des Arbeitskreises, der sich im Vorfeld der 1200-Jahrfeier im Jahre 2006 bereits 2004 bildete, und zunächst die Festschrift bearbeitete und erstellte. „Das hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir beschlossen weiter zu machen. So entstand 2009 das erste Heft der Reihe“, erzählte Anna Ulrike Bergheim, die „Antreiberin“ des Arbeitskreises, wie sie von allen Mitwirkenden genannt wird, weil sie stets darauf bedacht ist, dass alle Autoren ihre Werke auch rechtzeitig abliefern. Fritz Aneder beschäftigte sich in seinem Artikel mit Ausgrabungen in Gernlinden. Der Autor ist auch seit 2006 Leiter des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte beim Historischen Verein Fürstenfeldbruck und hat sich in dieser Eigenschaft häufig an Ausgrabungen im Landkreis beteiligt. Für Helga Rueskäfer, der Verfasserin des Artikels „Armenfürsorge im 19. und 20. Jahrhundert, stellt der Schlusssatz ihres Artikels zugleich eine traurige Feststellung dar. 

Obwohl Bayern zu den reichsten Ländern in der Bundesrepublik zählt, werden in Maisach wöchentlich etwa 100 Personen, darunter 35 Kinder, von der Maisacher Tafel mit Lebensmittel versorgt. Der 38-jährige Stefan Pfannes, Archivar der Gemeinde und Mitglied des Gemeinderates, berichtet in seinem Artikel „100 Jahre Kirche in Rottbach“ über die schier „unendliche“ Planungs- und Baugeschichte der Kirche. Dr. Jörg Pluta aus Gernlinden hat sich in seinem Artikel mit der „Wasserversorgung von Germerswang“ auseinandergesetzt. Als Grundlage dienten Pluta dabei die Aufzeichnungen der langjährigen Wassermeister der Gemeinde Maisach, Rudi Haimerl und Raymond Guckenberger. 

80 Jahre nach der Machtergreifung der Nazis gibt es immer noch viele Menschen, die sich nur ungern mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen. Autorin Anna Ulrike Bergheim ging deshalb in ihrem Artikel „Maisach – ein braunes Nest?“ nicht auf die persönliche Vergangenheit Einzelner ein, sondern versuchte, die NS-Vergangenheit der heutigen Gesamtgemeinde Maisach ein wenig zu beleuchten. Namen werden nur genannt, soweit es sich um bekannte Persönlichkeiten der Gemeindegeschichte handelt. Elfriede Böttcher erzählt in ihrem Artikel „Ingeborg Ackermann zum 100. Geburtstag“ wie es dazu kam, dass nach der unter dem Pseudonym Teda Bork bekannten Schriftstellerin aus Maisach aus den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Straße benannt wurde. Bevor das knapp 50-seitige Heft mit dem traditionellen Jahresrückblick bedeutender Ereignisse in der Großgemeinde Maisach von Juli 2012 bis Juni 2013 endet, die ebenfalls Elfriede Böttcher aufgezeichnet hat, beschäftigt sich Stefan Pfannes in seinem zweiten Artikel in der fünften Ausgabe mit der „Häuserchronik Maisach ab Nr. 87“. 

 Dieter Metzler

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