Maler in Bruck - Seit fast 50 Jahren sammelt die Sparkasse Fürstenfeldbruck Werke der im Landkreis ansässigen Künstler

"Dorfstraße" (vermutlich Holzhausen), 1963, von Josef Fottner, Öl/Karton

Sparkassenvorstand Klaus Knörr dankte zur Ausstellungseröffnung zu Bildern der vor 100 Jahren geborenen Josef Dering, Eichenau, und Josef Fottner, Gröbenzell, den weiteren Leihgebern aus Landkreis-Stiftung und dem Stadtmuseum FFB. „Auch die Sparkasse braucht Partner“, obwohl sie selbst bereits über eine respektable Sammlung zu beiden Künstlern verfügt. Seit fast 50 Jahren sammelt die Sparkasse Fürstenfeldbruck Werke der im Landkreis ansässigen und tätigen Künstler. Die im 2jährigen Rhythmus stattfindenden Präsentationen von jeweils zwei zeitlich verwandten Kunstschaffenden sind eine gezielte Herzensangelegenheit und glänzt durch ihre Kontinuität.

Erfreulich hierzu der starke Besuch an solchen Abenden, von der politischen Ebene der Großen Kreisstadt ebenso wie aus dem Kreis- und Bezirkstag, aus dem Kulturbereich und von vielen Kunstinteressierten allgemein und ehemaligen Sparkassenvorständen wie Franz Weigl, Ludwig Lösch und Fritz Zeitler. Klaus Knörr dankte ausdrücklich den Machern von Ausstellung und begleitendem Katalog, Dr. Christiane Greska und Johann Steber, sowie Monika Störmann und Roswitha Spohd (Bürgerstiftung), Marille Musolff (Kulturreferat Eichenau) und den Leiterinnen des Stadtmuseums FFB, Angelika Mundorff und Dr. Eva von Seckendorff. Josef Dering und Josef Fottner, beide in München geboren, siedelten in den 40er Jahren in den Landkreis Fürstenfeldbruck um. Hier vollzogen sie - mit Ausnahme weniger Jahre - ihren Lebens- und Schaffensmittelpunkt; beide gehörten der Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck an. Neben ihren künstlerischen Neigungen als freischaffende Künstler übten sie noch ‚Brotberufe’ aus: Josef Dering als Kunstpädagoge und Seminarleiter am Gymnasium, Josef Fottner als Malermeister. Beide verband auch die künstlerische „Tendenz zur Abstraktion“, auf thematisch und technisch sehr unterschiedlichen Wegen. Fottner mehr im Schwerpunkt ‚Landschaft’ und ‚Akte’, verinnerlicht in Druckgraphiken und Holzschnitten - und mit einer Abneigung gegen alles Laute und nur Äußerliche. Josef Dering’s Hauptaugenmerk galt der „Kunst am Bau“, der man noch heute im Alltagsleben in Kirchen und öffentlichen Gebäuden in Form von Glasgemälden, Sgraffito-Arbeiten (Kratzputz) und Mosaiken begegnen kann. „Auch die grünen Smalten (= Glasziegel) am Brucker Sparkassengebäude zählen zu seinen Arbeiten … Den Spitznamen ‚Kachelofen’ hat er übrigens selbst gern gebraucht.“ Ein weiteres Beispiel ist das bereits 1967 in der Sparkasse Olching geschaffenen große Wandmosaik zu „Raub der Europa“, das inzwischen in einer äußerst aufwändigen Restaurierungsmaßnahme aufgewertet wurde: „Ein Akt der Denkmalpflege“, wie Klaus Knörr hierzu anmerkte. Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch perfekt in klassischer und populärer Form umrahmt von einer Quartett-Formation aus dem Puchheimer Jugendkammerorchester mit Julia Mair (Bratsche), Anna Dannecker (1. Geige), Lilly Hermannstaler (2. Geige) und Paul Handschke (Cello). Ausstellung „Maler in Brucker“, zum 100. Geburtstag von Josef Dering und Josef Fottner, im Kundenzentrum der Sparkasse Fürstenfeldbruck, Hauptstraße 8, bis zum 15. Oktober, während der üblichen Geschäftszeiten.

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