33-jähriger Mammendorfer will Reinhold Bocklet beerben

"Mit Hirn, Bauch und Herz"

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Strahlender Sieger: Benjamin Miskowitsch (Mitte) folgt Reinhold Bocklet (links) als CSU-Direktkandidat für den Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost. Landrat Thomas Karmasin gratuliert.

Auf der CSU-Kreisvertreterversammlung setzt sich Benjamin Miskowitsch im Rennen um das CSU-Direktmandat für die kommende Landtagswahl im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost gegen seine drei Mitbewerber durch. In der Stichwahl gewinnt der jüngste der vier Kandidaten gegen Oliver Simon und wird Nachfolger Reinhold Bocklets, der nach 24 Jahren im Landtag nicht mehr kandidiert.

Jubel auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite. Gegensätzlicher konnte die Stimmung nicht sein, als der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Karmasin das Ergebnis bekannt gab: Benjamin Miskowitsch, 33, hat sich im Rennen um die Nachfolge des langjährigen CSU-Abgeordneten Reinhold Bocklet gegen Oliver Simon, 39, mit sechs Stimmen Vorsprung knapp durchsetzen können. Von ursprünglich fünf Bewerbern – der ehemalige Gröbenzeller Bürgermeister Dieter Rubenbauer zog seine Bewerbung kurz vor Weihnachten zurück – stellten sich letzten Freitagabend im Mammendorfer Bürgerhaus noch vier Kandidaten dem Votum der Parteimitglieder.

Vor der Stichwahl lag Oliver Simon vorne

Die stellvertretende CSU Kreisvorsitzende Gabriele Dietrich, 52, aus Egenhofen und der Olchinger Stadtrat Andreas Hörl, 41, schieden bereits im ersten Wahlgang mit 13 beziehungsweise 14 Stimmen aus. In diesem lag Simon, CSU-Ortsvorsitzender in Germering, mit 53 Stimmen noch vor Miskowitsch, der auf 47 Stimmen kam. Da dies jedoch nicht für die erforderliche absolute Mehrheit der 128 anwesenden Stimmberechtigten reichte, ging es in eine Stichwahl, die der Mammendorfer Miskowitsch dann mit 66 zu 60 Stimmen für sich entscheiden konnte. In seiner Rede – die Kandidaten stellten sich unmittelbar vor der Abstimmung den Delegierten nochmal kurz vor – hält er sich nicht mit Details auf. Sachthemen würden für ihn an diesem Abend keine Rolle spielen, die vorgegebene Redezeit von fünf Minuten würde dem ohnehin nicht gerecht werden. Stattdessen verwies der Mammendorfer CSU-Chef darauf, dass er seit Jahren Teil der Kommunalpolitik im Landkreis sei. 

Politische Laufbahn und der "Mensch Miskowitsch"

Miskowitsch gehört seit 2008 dem Mammendorfer Gemeinderat sowie seit 2014 dem Kreistag an. Zudem hätten die Kandidaten während der vergangenen Wochen sich und ihre politischen Schwerpunkte in zwei Runden bereits vorgestellt. Die Leute im Saal sollen vielmehr den Menschen Miskowitsch kennenlernen, wissen dass es für ihn wichtig ist „Hirn, Bauch und Herz gleichzeitig zu benutzen.“ Seine offene, direkte Art kommt gut an bei den Delegierten. Das Podium verlässt er mit den Worten: „Sie haben die Möglichkeit, jemanden zu wählen, der die Menschen liebt, das Leben liebt und das Herz am richtigen Fleck hat.“ Miskowitsch bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen und sprach von großer Verantwortung.

Im Falle seiner Wahl würde er seinen Beruf aufgeben

Im Falle seiner Wahl zum Landtagsabgeordneten würde er zwar den Beruf aufgeben, er ist derzeit Geschäftsstellenleiter des Brucker Kreisboten, nicht aber sein kommunalpolitisches Engagement. Auch sei ihm wichtig, seine Ehrenämter weiterzuführen, „denn da ist man bei den Leuten an der Basis“ und er mit Herzblut dabei.

Peter Fischer

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