24 Wagen und sieben Fußtruppen

Rekord-Faschingsumzug in Mammendorf

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Eine Anspielung auf die Schleuserbanden machte der FC Bayern-Club aus Hattenhofen, die einen prächtigen Wagen mit einem Trojanischen Pferd in achtwöchiger Arbeit gebaut haben.
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Mammendorf - Närrisches Treiben bei Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Der Fasching hatte Mammendorf am Faschingsdienstag dennoch fest im Griff. Trotz des schlechten Wetters wollten 5.000 Besucher den Mammendorfer Gaudiwurm nicht versäumen und standen dichtgedrängt entlang der Augsburger Straße. Und an Amerikas neuem Präsidenten Donald Trump kam auch der Mammendorfer Narrenzug nicht vorbei.

Mit 24 Wagen und sieben Fußgruppen erreichte der Mammendorfer Faschingszug heuer einen neuen Rekord. Der Burschenverein Landsberied hatte sich die Politik Trumps vorgeknüpft. „Mit dem Spruch: Ist die Mauer da, gibt’s kein Koks für USA“, zeigten sie Mitleid mit den Mexikanern. Ansonsten blieb die große Weltpolitik außen vor, ebenso wie fast die Lokalpolitik. Robert Bals vom Burschenverein Adelshofen sagte: „Wir wollen unsere Gemeinderäte nicht verärgern, deshalb haben wir uns die beliebten Kreuzfahrten zum Thema gemacht.“ Nachdem sie mit ihrem Wagen bereits am Samstag und Sonntag bei den Umzügen in Schmiechen und Untermühlhausen mitgefahren sind, meinte Bals mit einem Blick auf den regenverhangenen Himmel über Mammendorf: „Da waren wir in der Karibik, heute sind wir auf Polarkreuzfahrt.“ „A Umgehungsstraß` muaß her, der baum dann mia am liabstn beim andern vor de Diar“, machte die Fußgruppe des Schützenvereins aber doch auf die Dorfpolitik aufmerksam. Und einen Kehraus mit der unvergessenen „Swingers“ –Show-Band wünscht sich Mammendorf zurück. „Eure Partys warn legendär, a Comeback muss her.“ 

BayeRischerExit, Schleuserbanden und Hippies

Und die Landjugend Luttenwang träumt vom „BayeRischerExit“, Austritt aus der Bundesrepublik und rein ins Königreich Bayern. Dass sich die Mammendorfer Wägen nicht auf die Politik der Gemeinde stürzten, erklärte Fasching so: „Da sie auch bei anderen Umzügen mitgefahren sind, hätte die Lokalpolitik nicht gepasst. Deshalb haben sie sich anderen Themen ausgewählt.“ So ließ der Katholische Burschenverein die Hippie-Zeit aufleben und erinnerte dabei an den Kornkreis. „Die, die damals da alle kamen, waren doch alle mehr oder weniger Hippies“, meinte Vorstand Josef Mayer. „Es war einmal ein Eisbär, der hatte gar kein Eis mehr.“ Den Klimawandel nahmen sich der Burschenverein Hattenhofen und der Emmeringer Burschenverein zum Thema. Under der Flughafen Berlin fehlte auch nicht. „Wenn wir mit 70 in Rente gehen, dann wird der Flughafen auch mal stehen“, meinte die Landjugend aus Steinbach. Eine Anspielung auf die Schleuserbanden machte der FC Bayern-Club aus Hattenhofen, die einen prächtigen Wagen mit einem Trojanischen Pferd in achtwöchiger Arbeit gebaut haben.

Unfallfrei mit Security

 „15 Leute haben mitgeholfen“, teilte Christian Ettenberger mit. „Es waren nicht viel weniger gekommen als in den vergangenen Jahren“, resümierte dann auch Kulturreferent Toni Fasching und freute sich vor allem über den unfallfreien Ablauf des Umzugs, der bekanntlich durch seine Wende und dann sich auf der Augsburger Straße begegnend zum Ausgangspunkt in der Nikolausstraße zurückkehrt. „Der Securitydienst hat gute Arbeit geleistet“, lobte Fasching Sicherheitsdienst. „Das Personal ist höflich mit den Leuten umgegangen, und die Menschen haben auch ihre Anweisungen befolgt.“ Erstmals wurde der Umzug von einem Securitydienst begleitet. „Die haben auch darauf geachtet, dass keine branntweinhaltigen Getränke auf den Wägen getrunken wurden, und dass die Lautsprecheranlagen nicht so laut dröhnen.“ Im Anschluss an den Umzug traf man sich auch diesmal wieder auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus zur Aftershowparty. Zum magischen Anziehungspunkt avancierte dabei die mit einem Durchmesser von neun Metern große Schirmbar des Katholischen Burschenvereins. 

Dieter Metzler

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