Auch die Privatisierung des Wassers war ein Thema

Landfrauentag in Mammendorf setzt auf Konfliktlösungen

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Kreisbäuerin Gabi Waldleitner (li.) und Stellvertreterin Margit Schmölzl sowie Landbäuerin Anneliese Göller (re.) gratulierten Tanja Dilger aus Jesenwang und Katja Reischl aus Grafrath zur bestandenen Haushaltswirtschafts-Meisterin

Mammendorf - „Konflikte konstruktiv lösen, Kreativität fördern und Kooperationspartner finden.“ Diesen drei neuen „K`s“ sollten sich die Menschen auf dem Land verstärkt widmen, meinte Bayerns Landbäuerin Anneliese Göller beim Landfrauentag am 5. Februar in Mammendorf.

 Nur dann besitze das Land Zukunft, ansonsten werde es zu einem Auslaufsmodell ohne Zukunft. Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens der Landfrauen aus dem Brucker Landkreis standen im Saal des Mammendorfer Bürgerhauses dann auch die Erörterung zwischen Landflucht zum einen und der Trend zur Landlust zum anderen. „Warum ziehen die Leute in die Stadt und träumen zugleich von der Landidylle? „Was muss das Land bieten, damit die Leute bleiben?“, fragte Kreisbäuerin Gabi Waldleitner bei der Begrüßung die weit mehr als 200 Gäste – unter ihnen die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe in Berlin, Gerda Hasselfeldt, den ersten Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet, die Landtagsabgeordneten Kathrin Sonnenholzner und Dr. Thomas Goppel, sowie Landrat Thomas Karmasin und zahlreiche Bürgermeister aus dem Landkreis. 

Sowohl Waldleitner als auch Göller zeigten die Herausforderungen auf, die notwendig sind, damit das Leben auf dem Land auch zukünftig attraktiv ist. Das diesjährige Motto „Land hat Zukunft“ müsste eigentlich treffender lauten „Hat Land Zukunft?“ meinte Waldleitner. Obwohl es nicht mehr als hinterwäldlerisch gilt, auf dem Land zu leben, sondern gar als attraktiv, wandern immer mehr junge Menschen in die Städte ab und die Alten bleiben zurück. Damit die Dörfer nicht zu „Schlafdörfern“ verkommen, sollten die Angebote für Bildung verbessert, ausreichend Kinderbetreuungsangebote bereitgestellt und die Versorgung mit Ärzten und Apotheken verbessert werden. Für die Ansiedlung von Unternehmen sollten bessere Verkehrsanbindungen und schnelleres Internet geschaffen werden, und im ehrenamtlichen Bereich sollten sich nicht nur die alteingesessenen Bürger, sondern auch die Neubürger angesprochen fühlen.

 Gerade das Dorf sei ein guter Lebensraum für junge Familien, im Gegensatz zur Großstadt, wo Einzelhaushalte zunehmen, stellte Landbäuerin Göller heraus. Als einen wichtigen Standortfaktor für junge Familien bezeichnete sie das Angebot entsprechender Arbeitsplätze. Über 760.000 Menschen, das sind elf Prozent oder jeder neunte Arbeitsplatz, sind im Freistaat in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Deshalb sei ihrer Meinung nach die Diskussion um die Genehmigung von Stallneubauten ebenso kontraproduktiv wie die Forderungen nach einem vermenschlichten Nutztierschutz. Letztlich sei die Anzahl der regionalen Produkte in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen, über zwei Millionen Menschen machten „Urlaub auf dem Bauernhof“, Bauernmärkte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Göller wertet dies als ein Zeichen von der eigentlichen Sehnsucht der Menschen nach dem einfachen Leben auf dem Land. Man müsse die Dorfbewohner, die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, integrieren. „Die Zukunft auf dem Land hängt nicht von Brüssel oder Berlin ab“, so Bayerns Landbäuerin. 

Auf Grußworte wurde beim diesjährigen Landfrauentag erneut verzichtet. Stattdessen beantworteten Hasselfeldt, Sonnenholzner, Kreisbauernobmann Johann Drexl, Landrat Karmasin und Mammendorfs Bürgermeister Hans Thurner in einer kurzen Gesprächsrunde Fragen von Waldleitner und ihrer neuen Stellvertreterin Margit Schmölzl zu aktuellen Themen wie zum Beispiel zum Schutz der EEG- Bestandsanlagen oder zur umstrittenen Wasserprivatisierung der EU.

Dieter Metzler 

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