Landwirte gehen in die Offensive

Eine Patenschaft für Bienen

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Die Mammendorfer Landwirte Sebastian Mayr (links) sowie Josef Robeller (Dritter von links) und Martin Neheider (rechts) stellten ihre Aktion „Rettet mit uns die Bienen“, die auch Bürgermeister Josef Heckl (Zweiter von links) für gut heißt, bei einem Pressetermin vor.

In Bayern endet diesen Mittwoch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zur Erhaltung der Artenvielfalt. Die Resonanz ist groß, viele haben unterschrieben. Die Mammendorfer Landwirte kamen dabei auf die Idee, wie die Petitionsunterschreiber aus Mammendorf tatsächlich zu aktiven „Bienenrettern“ werden können. Sie bieten jedem Bürger mit Wohnsitz in Mammendorf Wiesenpatenschaften an. Einer der ersten, der ein Zertifikat für so eine Patenschaft erwarb, war der Mammendorfer Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch (CSU). „Eine super Aktion der Mammendorfer Landwirte“, sagte Miskowitsch. „Ich hoffe, dass sich viele beteiligen und nicht die Verantwortung auf andere abwälzen.“

Nicht nur die Mammendorfer Landwirte fühlen sich durch das Volksbegehren in eine Ecke gedrängt, in die sie ihrer Ansicht nach einfach nicht hingehören. Sie fühlen sich durch die Aktion „Rettet die Bienen“ schon ein wenig diskriminiert. Eigentlich habe man auch in der Vergangenheit Blühwiesenstreifen beispielsweise entlang von Maisfeldern angelegt. „Wir alle brauchen die Bienen und Insekten, erst recht wir Bauern“, sagte Martin Neheider, auch Gemeinderat der Mammendorfer Bürgergemeinschaft (BGM), bei einem Pressetermin am siebten Februar, den er zusammen mit Josef Robeller und Sebastian Mayr abhielt, und an dem auch Bürgermeister Josef Heckl (BGM) teilnahm. Tags zuvor hatten sich 15 Landwirte aus der Gemeinde bei Neheider getroffen und die Aktion „Rettet mit uns die Bienen – werden Sie Pate“ beschlossen. 

15 Hektar Blühwiesen zur Pacht

Dazu stellen die Bauern freiwillig knapp 15 Hektar Blühwiesen auf ihren Flächen entlang von Gewässern, Feldrändern oder Ackerflächen zur Verfügung. Die Mammendorfer Bürger können so Patenschaften für 200 Quadratmeter große Parzellen zu jeweils 50 Euro jährlich erwerben. Selbstverständlich können sie auch mehrere Patenschaften übernehmen. Im Gegenzug sichern die Landwirte zu, eine Blühmischung für vier Jahre anzusäen und dabei auf Düngung und chemischen Pflanzenschutz zu verzichten. „Sollten die Flächen nicht reichen, sind wir bereit, auch mehr Flächen zur Verfügung zu stellen“, teilte Josef Robeller im Einvernehmen mit Neheider und Sebastian Mayr mit. Die Landwirte selber gehen mit gutem Beispiel voran und übernehmen selbst Patenschaften. „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir die Aktion als Einnahmequelle sehen“, stellt Neheider klar. Aus den knapp 15 Hektar Blühwiesenflächen lassen sich rund 725 Parzellen machen. Freuen würden sich die Mammendorfer Landwirte, wenn ihre Aktion zum einen von Erfolg gekrönt wäre, zum anderen ähnliche Projekte auch von den Nachbargemeinden initiiert werden würden. Rathauschef Heckl hält die Aktion der Mammendorfer Landwirte für gut. Sie verdeutlicht ein verantwortungsbewusstes Handeln der Bauern in seiner Gemeinde. 

Informationen bis zum 28. Februar im Mammendorfer Hofladen

Eintragen in die Patenschaftsliste können sich interessierte Mammendorfer im Hofladen der Familie Mayer in der Bahnhofstraße 17 ab sofort bis zum 28. Februar. Zudem steht für weitere Informationen ab sofort die E-Mail-Adresse bienenwiese-mammendorf@web.de zur Verfügung. Die Mammendorfer Landwirte werden danach alle Interessenten zu einem Info-Abend ins Bürgerhaus einladen (Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben). Dort werden die Landwirte über die genauen Flächen und darauf ausgeführten Maßnahmen informieren und die restlichen Formalitäten abwickeln. „Die Eintragung in die Liste entspricht keinem Kauf oder Pacht der Fläche, sondern sie beinhaltet lediglich eine Patenschaft über vier Jahre“, klärt Neheider auf. 

Dieter Metzler

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