Weihnachtshaus in Olching

Mit 30.000 Lichtern eine Geschichte erzählen

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Manfred Piringer verzaubert mit seiner Weihnachtsshow nicht nur die Kinder.
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Olching – Wenn die weißen und bunten Lichter im Garten blinken und das Haus in der Rebhuhnstraße 8 mit leuchtenden Sternen, Lichterketten und farbigen Girlanden geschmückt ist, dann läutet Manfred Piringer die Vorweihnachtszeit ein.

Nicht nur glitzernde Rentiere, sondern auch ein Teddy, Pinguine und das Christkind halten die Stellung, wenn der 52jährige Kameramann sein Zuhause in ein Weihnachtswunderland verzaubert. Auch dieses Jahr können sich Vorbeikommende wieder an der Lichtshow mit bewegten Figuren erfreuen. Manfred Piringer erzählt im Interview mit dem KREISBOTE über sein Weihnachtshaus – wie es entstanden ist und warum er es jedes Jahr wieder macht.

Kreisbote (KB): Seit wann verwandeln Sie Ihr Haus und Garten in ein lebendiges Weihnachtsmärchen?

Manfred Piringer: Vor etwa 15 Jahren hatte ich einen beleuchteten Christbaum im Garten, eine Lichteisenbahn und zwei Silhouetten. Das kam bei den Nachbarn sehr gut an und das hat mich dazu motiviert, immer mehr zu machen.

KB: Wie viele Glühlampen sind dieses Jahr im Einsatz?

Das sind locker 30.000 Stück...

KB: Wie lange brauchen Sie für die Installationen der Lichterketten, Lampen und anderen kleinen Details?

Ich beginne bereits Anfang Oktober mit dem Aufbau - mit einer kleinen Unterbrechung zu Halloween. In der heißen Phase, etwa sechs bis acht Wochen vor Weihnachten, kümmere ich mich hauptsächlich um die Lichterinstallationen und Programmierung.

KB: Wie ist dann daraus eine Show entstanden?

Ich hatte von Halloween noch eine Hexenfigur übrig und habe dann daraus meine erste Weihnachtsshow entwickelt. Das war vor sieben Jahren. Die Geschichte sorgte für große Begeisterung bei den Leuten. Seitdem zeige ich alle zwei Jahre eine neue Show.

KB: In Ihrer Show können sich die Figuren bewegen und sprechen. Wie funktioniert das?

Der größte Teil in der Show wird digital gesteuert. 48 Kabel laufen im Kellerfenster zusammen, so dass jedes einzelne Element direkt angesteuert werden kann. Ich kann dadurch auch verschiedene Lichtstimmungen erzeugen. Die meisten meiner Figuren spreche ich selbst ein und hinterlege sie anschließend mit Musik.

KB: Du sprichst aber nicht alle Charaktere selbst?

Bis auf die Marie kommen alle Stimmen von mir. Den Part der Marie hat die bezaubernde Musical-Sängerin Angelina Markiefka übernommen. Das war ein echter Glückstreffer, denn sie hat die Rolle perfekt gesprochen und gesungen. Da merkt man einfach die Sprach- und Musikausbildung. Ich bin sehr glücklich, dass sie bei der Produktion dabei war.

KB: Worum geht es in der diesjährigen Geschichte?

Sie heißt ,,5 Minuten nach 12“ und handelt von dem Schneemann Snowy, der mit dem Häschen eine Zeitreise in die Zukunft unternimmt. Dort lernen sie die Granny und ihre Enkelin Marie kennen und stellen fest, dass es in dieser Zeit kein Weihnachten mehr gibt...

KB: Da schwingt ein ernster Hintergrund mit?

Ich arbeite aktuelle Themen kindgerecht auf, ohne dass sich die Erwachsenen langweilen. In diesem Fall spiele ich auf die Monopolwelt an. Das Wichtigste für mich aber ist, dass sich die Zuschauer verzaubern lassen – Eltern wie Kinder.

KB: Denken Sie sich alle Geschichten selber aus?

Ja, meistens lasse ich mich von Musik inspirieren. Wenn ich eine bewegende Musik höre, dann sehe ich die Bilder der Handlung vor mir und schreibe die Geschichte dazu auf. Oft überlege ich ein Jahr im Voraus, was ich erzählen will und wie ich es umsetzen kann.

KB: Welche Kosten kommen da jedes Jahr auf Sie zu? Sie haben bestimmt einen hohen Stromverbrauch?

Die Stromkosten haben sich mittlerweile um 70 Prozent reduziert, seit ich auf LED-Leuchten umgestellt habe. Für die Show muss ich etwa 5.000 Euro veranschlagen. Es sind die vielen Details, die die Summe ausmachen, wie der kleine Roboter, der auf Schienen fährt oder die Figuren der Granny und Marie.

KB: Hatten Sie auch schon mal Ärger mit anderen Leuten, die sich an dem Weihnachtshaus stören?

Bis jetzt hat es noch keine Klagen gegeben. Im Gegenteil, ohne meine Nachbarn würde es das Haus so wie es ist, nicht geben.

KB: Was ist Ihr Antrieb?

Es macht mir großen Spaß, anderen eine Freude zu bereiten. Für mich selber ist diese Inszenierung ein Indikator dafür, dass ich Leute begeistern kann. Die größte Bestätigung bekomme ich, wenn es den Menschen gefällt und ich sie besinnlich auf Weihnachten einstimmen kann.

KB: Haben Sie einen Traum für die Zukunft?

Ich wollte vor Jahren einen Freizeitpark in der Steiermark eröffnen. Daraus wurde aber nichts, weil der Investor kurzfristig abgesprungen ist. Ich könnte mir aber auch eine Mischung aus André Heller, Cirque du Soleil und Circus Roncalli vorstellen. Mal sehen. Außerdem überlege ich mir, ein Kinderbuch zu schreiben. Geschichten habe ich ja genug.

Die Showzeiten des Weihnachtshauses in Olching sind jeweils an den Wochenenden Freitag, Samstag, Sonntag um 17, 18 und 19 Uhr. Auch an den Weihnachtsfeiertagen, am 27. Dezember sowie am 30. Dezember und 1. Januar.

Interview: Nicole Burk

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