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Max Mannheimer: "Ich komme als Zeuge jener Zeit in die Schulen, nicht als Richter oder Ankläger"

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Max Mannheimer, jüdischer Holocaust-Überlebender referierte am Graf-Rasso-Gymnasium. © GRG FFB

Fürstenfeldbruck – Bereits eine über zehnjährige Tradition haben die Besuche des jüdischen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer am Graf-Rasso-Gymnasium Fürstenfeldbruck. Jetzt berichtete er erneut vor über 130 Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe in sehr persönlich geprägter und ergreifender Weise über die schwerste Zeit seines Lebens als KZ-Häftling.

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Max Mannheimer mit Schulleiterin, OStDin Doris Hübler. © GRG FFB

 In ihren an den Vortrag anschließenden Fragen interessierten sich die Schüler unter anderem dafür, wie es dem Holocaust-Überlebendem Max Mannheimer gelang, das erlittene Leid zu verarbeiten, und ob er gegenüber den SS-Leuten, die ihn schikaniert hatten, noch Hass verspüre. Letzteres verneinte der fast 94-jährige und betonte: „Ich komme als Zeuge jener Zeit in die Schulen, nicht als Richter oder Ankläger.“ 

Kurze Passagen aus seinem Erinnerungsband „Spätes Tagebuch“ ergänzten seinen Vortrag. Ende Januar 1943 zunächst in Theresienstadt inhaftiert, wurde er anschließend ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, bevor er 1944 wegen der heranrückenden sowjetischen Truppen ins KZ Dachau und Anfang 1945 ins Außenkommando Mühldorf verbracht wurde. Auf dem folgenden Evakuierungstransport wurde er am 30. April 1945 in Seeshaupt von amerikanischen GI's befreit. Still und tief beeindruckt waren die Schüler, als Mannheimer ihnen die am linken Unterarm tätowierte Häftlingsnummer 99728 zeigte und seine schrecklichen, in ihm unauslöschlich verankerten Erlebnisse darstellte. Seit Jahrzehnten schon stellt er sich in den Dienst der Erinnerungsarbeit, wobei ihm gerade die Begegnung mit Jugendlichen ein großes Anliegen ist. Seinen jungen Zuhörern macht er deutlich: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ 

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