Vierjährige Tradition in Türkenfeld

16 Mannschaften beim  Fischerstechen: Dorfweiher wird zur Arena

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Einige junge Männer, allesamt in Pyjamas gekleidet, die von oben bis unten mit pinken Flamingos verziert sind, marschieren am vergangenen Sonntagvormittag gut gelaunt durch Türkenfeld.

Türkenfeld – Ihnen folgen Wikinger und schließlich auch mehrere Gondolieri, die auf den Rücksitzen der vorbeizuckelnden Vespas immer wieder „O Sole Mio“ anstimmen. Die weiteren kostümierten Gruppen bahnen sich ihren Weg durch Türkenfeld und haben dabei nur ein Ziel: Das Fischerstechen am Dorfweiher. Und zu diesem Wettkampf gehören eben bunte Verkleidungen genauso wie die richtige Balance und ein fester Stand.

Vierjähriger Turnus wegen hohem Aufwand

Am Weiher angekommen springt Gondoliere David Müller von seiner Mitfahrgelegenheit und rückt seinen Strohhut zurecht. Seine Mannschaft gehört zur Stammtischgruppe „Africa Disco“ und ist hoch motiviert. „Wir sind guter Dinge und wollen gewinnen. Viel Zeit haben wir nicht mehr, der Nachwuchs steht schon bereit,“ erklärt Müller lachend. Die Chance zu gewinnen haben die insgesamt 16 Mannschaften bestehend unter anderem aus den Freiwilligen Feuerwehren aus Geltendorf und Moorenweis oder der Dorfgemeinschaft Beuern nämlich nicht jedes Jahr, denn die Freiwillige Feuerwehr Türkenfeld veranstaltet das Spektakel in einem vierjährigen Turnus. Der Aufwand dahinter ist nämlich sehr groß „Wir haben bereits letztes Jahr im November mit der Gründung eines Festausschusses angefangen,“ erklärt Wolfgang Neumeier, Vorstandsmitglied der Feuerwehr.

Blicke fest auf den Weiher gerichtet

Nun ist der große Tag endlich gekommen und etliche Zuschauer haben sich rund um den Weiher platziert. Auf Bierbänken, karierten Picknickdecken oder im Gras sitzend genießt das Publikum ein kühles Bier oder eine saftige Bratwurst. Doch dann geht es auch schon los, Teller mit Pommes und volle Gläser werden erst einmal zur Seite gestellt. Die Blicke richten sich auf den Weiher: Die ersten Mannschaften machen sich bereit. Auf der einen Seite steigt die Mannschaft des TSV Türkenfeld in das schwankende Ruderboot. Der Gegner ist der Musikverein Türkenfeld. Ihr Stecher, Franz, zieht seine Schuhe aus und betritt das Podest am Heck des Bootes. 

Ruder hoch, Stechen, Fallen

Nach dem Startsignal nehmen die Ruderer ordentlich Geschwindigkeit auf. Das Publikum johlt, als sich die Kontrahenten immer weiter nähern. Sobald die Boote parallel aneinander vorbeiziehen, werden die Ruder in die Luft gerissen, die Stecher versuchen den Gegner mithilfe ihrer Lanze in das kühle Nass zu befördern. Beide treffen ihr Gegenüber und mit einem heftigen Ruck manövrieren sie sich gegenseitig in den Weiher. Doch Franz konnte einige Sekunden länger das Gleichgewicht halten und landet erst als Zweiter im Wasser. Damit ist der Musikverein eine Runde weiter.

Jeder hat eine zweite Chance

Doch da nach den Regeln des „Double Knock-out“ gestochen wird, bekommt der TSV Türkenfeld eine zweite Chance und die Fußballer treten noch einmal gegen eine andere Verlierermannschaft an. Während die Blasmusik vom Ufer aus die Pausen überbrückt, nimmt auch Schorsch Müller erst einmal einen Schluck von seinem Bier und beißt von seiner Bratwurstsemmel, die er in den letzten spannenden Minuten völlig außer Acht gelassen hat. „Die Stimmung ist wirklich mitreißend und ich finde es toll, wie sich der Weiher in ein kleines Stadium verwandelt,“ sagt der Fürstenfeldbrucker. 

Alten Herren 2.0 des TSV Türkenfeld gewinnen

Bis zum Schluss bleibt es so spannend, am Ende können aber die Alten Herren 2.0 des TSV Türkenfeld das Stechen gegen den Obst- und Gartenbauverein Türkenfeld-Zankenhausen für sich entscheiden und sind die Sieger des achte Fischerstechens.

Julia Huß

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