Marathon ist ihre Leidenschaft - Rennen in Amsterdam, Berlin, Frankfurt, Stockholm

Das Durchatmen ist Monika Schalla anzusehen. „Vor allem beim Treppenlaufen merkt man das noch eine Woche danach“, sagt die 44-jährige Gernlindenerin, die am 20. April beim Boston-Marathon teilgenommen hat. Der findet seit 1897 ohne Unterbrechung stattfindet und ist damit der älteste aller Städtemarathons. „Laufen ist meine Leidenschaft“ erklärt Schalla und ein heiteres, sportlich wirkendes Lachen unterstreicht diese Aussage.

Doch es ist erst sechs Jahre her, als diese Leidenschaft so richtig geweckt wurde. Mit einem Laufteam ihrer Firma, einer im Olchinger Gewerbegebiet ansässigen Hausverwaltung, nahm Schalla 2003 bei einem Caritas-Staffellauf teil – auf einer vergleichsweise kurzen Strecke von drei Kilometern. Den ersten Marathon bestritt Schalla an historischer Stelle in Athen. Es folgten Rennen unter anderem in Amsterdam, Berlin, Frankfurt und Stockholm. Doch ganz besonders genießt die Sachbearbeiterin die Läufe in den USA. „Da sind die Menschen sehr aufnahmebereit für die Facetten dieses Sports. In den USA macht es immer Spaß.“ Auch von einem kleinen Erlebnis am Rande kann Schalla berichten. Einmal habe sie eine Amerikanerin nur deshalb angesprochen, weil sie den gleichen Vornamen getragen habe. „Wir haben ein bisschen geplaudert und sie hat mir Glück gewünscht.“ Obwohl der Boston-Marathon der traditionsreichste seiner Art ist, der emotionale Höhepunkt fand für Schalla in New York statt. Schon allein der Atmosphäre wegen ist eine Teilnahme am Lauf in der Weltmetropole ein Traum. „In New York dabei zu sein, ist ein ganz großes Abenteuer.“ Dies gelte jedoch auch für jeden neuen Marathonlauf. Und aus der Erfahrung ihrer nun zehn Teilnahmen weiß Schalla für sich: „Zwischen Kilometer 30 und 35 wird es kritisch. Da kommt der Punkt, wo man sich mit sich selbst auseinandersetzen muss.“ Beim Boston-Marthon liegt in dieser Phase der „Heartbreak-Hill“ auf der Strecke, einer von drei Hügel mit durchaus bedeutendem Anstieg. Dennoch kam Schalla nicht nur mit dem guten Gefühl ins Ziel, es wieder geschafft zu haben. Sie absolvierte die 42,195 Kilometer in der persönlichen Rekordzeit von drei Stunden, 26 Minuten und 23 Sekunden. Damit war Schalla zudem die zweitbeste deutsche Frau. Um dies zu erreichen, ist ein umfangreiches Trainingsprogramm notwendig. Etwa 80 Kilometer legt Schalla, die in keinem Verein Mitglied ist, in der Woche zurück. Für einen Städtemarathon gibt es gewisse zeitliche Vorgaben zu erfüllen. So liegt die Qualifikationszeit in der Altersklasse von Schalla für den Boston-Marathon bei drei Stunden und 50 Minuten. Wo sie den nächsten Marathon bestreiten wird, weiß Schalla noch nicht. „Da suche ich mir eine schöne Strecke heraus.“ Dass es im Herbst dieses Jahres sein soll, weiß sie allerdings schon sicher. Denn: „Laufen ist meine große Leidenschaft.“

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