Brucker Ehepaar feiert 65. Hochzeitstag

Ein eisernes Ehepaar

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Stadtrat Franz Höfelsauer (rechts) und Tochter Gaby Aberl (links) gratulieren dem Jubiläums-Paar Maria und Rupert Aberl.

Das Ehepaar Maria und Rupert Aberl feierten am 9. August ihren 65. Hochzeitstag, auch „Eiserne Hochzeit“ genannt. Zu diesem Anlass ist der Stadtrat Franz Höfelsauer erschienen und überreichte ihnen ein Geschenk im Namen des Ministerpräsidenten.

Fürstenfeldbruck – Auf die fröhliche Verleihung folgte ein nostalgisches Reminiszieren über die Vergangenheit. Der gebürtige Schwabe Rupert Aberl schwärmt von seiner unbeschwerten Kindheit auf dem Lande. „Wir hatten alles was wir brauchten“, erzählt der 89-Jährige, obwohl er immer wieder betont, wie knapp das Geld gewesen sei. „Die Jugendlichen damals waren einfach anders als heute“, meint Aberl.

Lediglich ein HJ-Führer

Diese glückselige Zeit wurde von der Plage des Nationalsozialismus jäh erschüttert. Der damals noch sehr junge Rupert Aberl, wollte eigentlich zur Wehrmacht als U-Boot Fahrer, erinnert er sich. Heute weiß er, wie viel Glück er hatte, lediglich als ein Führer der Hitlerjugend verpflichtet zu werden. Seine Aufgabe war die Freizeitgestaltung der Jungen. Er habe den Knaben immer so viel Freiheiten wie möglich gegeben, erzählt er.

"Ich kann nicht glauben, dass es so geschehen ist"

Ab 1948 durfte Rupert Aberl im Rahmen des amerikanischen „Reorientation Program“ an Schulen Filme zu Themen aller Art vorführen. Bei diesen lernte er vieles über die Welt, was zu NS-Zeiten vor der Bevölkerung abgeschirmt wurde. „Von anderen Ländern wussten wir nichts. Deutschland stand stets im Mittelpunkt. Wir wussten zwar, dass es ärmere Länder als Unseres gab, aber für uns waren sie trotzdem reich, weil sie frei waren“, erinnert sich Aberl. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass das wirklich alles so geschehen ist“, gibt er zu. Nach dieser Tätigkeit arbeitete er 40 Jahre in der Brucker Stadtverwaltung.

Frau wuchs bei Pflegefamilien auf

Seine Frau hatte keine sonderlich fröhliche Kindheit. Sie wurde von ihren Eltern nach der Geburt im Krankenhaus gelassen und wuchs bei mehreren Pflegefamilien auf. Als Rupert Aberl schließlich wieder nach Fürstenfeldbruck zog, lernten sich die beiden schnell kennen, da es nur wenige Jugendliche im gleichen Alter gab. Für beide war es die erste richtige Beziehung. Eine, die Jahrzehnte halten sollte.

Zwei Kinder verloren

Sie heirateten schließlich 1952, nachdem Maria Aberl zuvor ein soziales Pflichtjahr als Gehilfin bei einer amerikanischen Familie am Fliegerhorst absolviert hatte. Von da an blieb die heute 87-Jährige zuhause und kümmerte sich um Kind und Haushalt. Die schwerste Zeit in ihrer Ehe war der Tod von ihren beiden Kindern, Norbert und Brigitte, im Alter von drei Tagen und vier Jahren. Die Kinderlähmung war damals ein häufiger Grund für das frühzeitige Ableben.

Geheimnis: Großes Vertrauen

Dieser Schicksalsschlag habe sie aber noch viel enger zusammengeschweißt, erzählt Rupert Aberl. Dies ist auch die Antwort auf die Frage, was ihr Geheimnis für 65 Jahre Ehe ist: Ein enger Zusammenhalt und großes Vertrauen ineinander. Schließlich wurde ihnen doch noch eine Tochter beschert. Die 56-jährige Bruckerin Gaby Aberl feiert an diesem Tag mit ihren Eltern.

Rente bisher die schönste Zeit

Das Ehepaar ist sich einig: die Rente ist – bisher – die schönste Zeit in ihrer Ehe, da sie viel Zeit füreinander haben. Sie fahren jedes Jahr in den bayrischen Wald zum Spazieren und Wandern, eine Tradition die seit über 40 Jahren besteht. „Wir waren immer glücklich zusammen“, betont das Ehepaar. Nun bleibt nur übrig zu wünschen, dass sie noch viele weitere glückliche Hochzeitstage miteinander feiern dürfen.

Jan Wullimann

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