Dr. Marianne Koch war Festrednerin beim Landfrauentag in Fürstenfeldbruck

„Starke Familien – lebendige Dörfer“, unter diesem Leitthema stand heuer der Landfrauentag, zu dem am vergangenen Montag Kreisbäuerin Gabi Waldleitner rund 360 Gäste, unter ihnen u. a. erster Landtags-Vizepräsident Reinhold Bocklet (CSU), die Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel (CSU) und Kathrin Sonnenholzner (SPD), Oberbürgermeister Sepp Kellerer (CSU), Landrat Thomas Karmasin (CSU) sowie zahlreiche Bürgermeister aus den Gemeinden des Landkreises, begrüßen konnte. Festrednerin in der altehrwürdigen Marthabräuhalle in der Großen Kreisstadt war die bekannte ehemalige Schauspielerin und Ärztin Dr. Marianne Koch. Eröffnet wurde der Landfrauentag traditionell mit einem Gottesdienst mit Monsignore Erwin Wild. Den musikalischen Rahmen bildete der Landfrauenchor unter der Leitung von Paul Weigl. Mit einer Modenschau im Stil der 70er Jahre, die der Ortsverein Dünzelbach vorführte, klang der Landfrauentag am Nachmittag aus.

Den Reigen der Grußwortredner eröffnete Brucks Rathauschef Sepp Kellerer. Er freue sich, dass nach den Diskrepanzen im vergangenen Jahr der Landfrauentag in der Kreisstadt geblieben sei. Das Leitthema halte er gerade in Zeiten, in denen verstärkt alle Versuche unternommen werden, die Familie nicht mehr als zeitgemäß erscheinen zu lassen, für wichtig. Landrat Thomas Karmasin dankte Bocklet für die Unterstützung bei der Realisierung des Grünen Zentrums in Puch. Beim vergangenen Landfrauentag habe sich die Entscheidung noch in der Schwebe befunden, so Karmasin. Der Kreisobmann des Bauernverbandes, Johann Drexl, verhehlte nicht, dass es der Verband nicht geschafft habe, die Milchquote zu halten. Dadurch seien die Preise gesunken. Er wünsche sich von der Politik bessere Rahmenbedingungen, denn er befürchte, dass die Bauern auf der Strecke blieben. Bocklet, ehemals bayerischer Landwirtschaftsminister, sprach vom Desaster der Finanzwirtschaft, das die gesamte Welt infiziert habe und bis in die bayerischen Höfe vorgedrungen sei. Der Agrarpolitik müsse daher ein „Flankenschutz“ gewährt werden. Bocklet dankte der wegen anderer dringlicher Termine fehlenden Bundestags-Vizepräsidentin Gerda Hasselfeldt für die Unterstützung bei der Erbschaftsreform, die für die Bauern einigermaßen gut geregelt worden sei. „Die Höfe im Landkreis können steuerfrei an die Kinder weiter gegeben werden“, so Bocklet. Die Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner freute sich einerseits über das Grüne Zentrum in Puch, andererseits erinnerte sie Bocklet daran, dass sich auch die SPD stets für die Belange der Landwirtschaft stark gemacht habe. „Vor einem Jahr sah es noch gut mit den Preisen aus“, erinnerte Kreisbäuerin Gabi Waldleitner dann an den Kampf um den Milchpreis und den Preisschwankungen bei Getreide und Fleisch. Der von der Finanzmarktkrise gebeutelten Industrie und den Banken werde geholfen, so die Kreisbäuerin. „Ich weiß eigentlich nicht, warum wir außen vor bleiben“, befürchtet die Kreisbäuerin, dass die Landwirtschaft von der Politik vergessen werde. Damit ein Dorf nicht zu einem „Schlafdorf“ werde, müssen die Menschen zusammenkommen und sich gemeinsam engagieren, leitete Waldleitner zum Festvortrag von Dr. Marianne Koch über. Kommunikation sei das „Zauberwort“, um ein Dorf lebendig zu machen, sagte Dr. Marianne Koch in ihrem Festvortrag. In einer Welt, in der das „ich“ immer wichtiger geworden ist als das „wir“, sei es an der Zeit, näher zusammenzurücken. Zwar sei die Anonymität auf dem Land nicht so weit fortgeschritten wie in den Städten, aber auch die dörfliche Idylle täusche manches Mal. In den Mittelpunkt der bäuerlichen Familie stellte Koch die Bäuerin als die „Seele des Ganzen“. Sie ist nicht nur Mutter und landwirtschaftliche Expertin, sondern auch Garant für den sorgsamen Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Die romantische Vorstellung vom Leben auf dem Lande täusche, meinte Koch weiter. Nach Ansicht der Arbeitsmediziner verrichten die Landwirte Schwerstarbeit. Jährlich werde der Markt mit 10.000 neuen Industrienahrungsmitteln übersät. Koch appellierte an die Landfrauen auf, auf diese ungesunde „traurige Ersatznahrung“ zu verzichten. Sie sehe die Landfrauen in einer Vorbildfunktion hinsichtlich einer gesunden Ernährung.

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