Versammlung des Maschinenrings

Wegen EU-Düngeverordnung: Landwirte stehen vor Herausforderung

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Personalrochade beim Maschinenring: Gregor Grill (links) und Thomas Karl (rechts) verabschieden den scheidenden geschäftsführenden Vorstand Norbert Hornauer mit einem Präsent.

Beim Brucker Maschinenring gibt es eine personelle Veränderung: Nach 16 Jahren beim Maschinenring trat Norbert Hornauer bei der Jahreshauptversammlung im Mammendorfer Bürgerhaus aus familiären Gründen als geschäftsführender Vorstand der Brucker Dienstleistungs AG zurück. Interimsweise tritt der Vereinsvorsitzende Gregor Grill seine Nachfolge an.

Mammendorf - Er wolle mehr Zeit für seine Eltern, seine rasant wachsenden Töchter und seine Frau haben, begründete Hornauer seinen Schritt. Grill erklärte, dass man nun zügig einen Nachfolger suchen werde, der die Geschäfte der dem Maschinenring angegliederten AG, die sich um alle gewerblichen Belange kümmert, führen wird. Bis dahin übernimmt Grill selbst die Aufgabe. Sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der AG wird so lange sein Stellvertreter Thomas Karl ausüben. 

Maschinenring AG blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Sowohl Maschinenring, in dem sich die Landwirte organisiert haben, um sich gegenseitig mit Arbeitsleistung und Gerätschaften zu unterstützen, als auch Dienstleistungs AG blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Der Verein erwirtschaftete ein Plus von knapp 24.000 Euro, der Gewinn der AG beläuft sich nach Steuern auf knapp 31.000 Euro. Trotz des guten Ergebnisses blieben die Aktionäre ihrer Maxime treu, dass nur alle fünf Jahre eine Dividende ausgeschüttet wird. Sie verzichteten heuer einstimmig auf eine Ausschüttung. 

Rückgang beim Leihschlepper

Auch Dienste und Gerätschaften vermittelte der Maschinenring im vergangenen Jahr wieder erfolgreich. Leihpflug (132 Stunden) und Scheibenegge (97 Stunden) waren häufig im Einsatz. Lediglich die Nachfrage nach dem Leihschlepper ist mit 221 Stunden rückläufig. „Viele kaufen sich selbst einen Schlepper, neue Nutzer kommen nicht nach“, begründete Rudolf Pentenrieder vom Maschinenring diese Entwicklung. „Das muss man im Auge behalten, ob sich das mittelfristig noch rentiert.“ Eine weitere Aufgabe kommt auf den Maschinenring durch die neue Düngeverordnung der EU zu. 

Teuere Lösung: Ein Pneumatikstreuer

Zum einen hilft die Organisation den Landwirten bei der vorgeschriebenen Bedarfsermittlung für den Mineraldünger. Zum anderen werden durch die Vorgaben teure Anschaffungen fällig. Mindestens einen Meter Abstand zur Feldgrenze und zu oberirdischen Gewässern schreibt die neue Verordnung vor. Dazu dürfen eingesetzter Dünger und Ertrag nur noch in einem bestimmten Verhältnis stehen, damit nicht zu viel Dünger ausgebracht wird. Doch wie Gastredner Volker Rathmer von einem Hersteller für Landmaschinen ausführte, sind diese Vorgaben mit altem Gerät im Prinzip nicht zu erfüllen. Die Landwirte müssen GPS und moderne Düngestreuer nachrüsten. Beste Lösung sei ein Pneumatikstreuer. Die auf dem Markt erhältlichen Geräte kosten aber 140.000 Euro und sind eher für Großbetriebe gedacht. Rathmers Firma arbeite zwar bereits an günstigeren Lösungen. „Das wird aber noch bis 2019 dauern.“

Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Ausbringung von Dünger

 Bis dahin will man sich beim Maschinenring mit dem Thema befassen. Wie Grill erklärte, beschäftige sich bereits eine Arbeitsgruppe (AG) mit dem sogenannten Precision Farming – zu deutsch: Präzisionslandbau –, also der mengengenauen Ausbringung von Düngemittel auch auf nicht rechteckigen Teilflächen. Mitstreiter in der AG werden laut dem Maschinenring-Vorsitzenden nach wie vor gesucht. 

Andreas Daschner

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