Ein VHS-Vortrag mit einer Mathematikerin und einem Soziologen  am 27. Januar im Bürgertreff Puchheim  will mit Vorurteilen und Ängsten aufräumen

Mathematik ist das Angstfach Nr. 1  Wege aus dem Versagenszyklus

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Inzwischen gilt das Versagen im Fach Mathematik sogar als anerkannte Krankheit - Dyskalkulie/Rechenschwäche.

Puchheim –  Angstfach Nr. 1 in Schulen, aber auch bei  manchen Studenten technischer Fächer an den Universitäten ist Mathematik, gefolgt von Physik und Chemie. Inzwischen gilt das Versagen im Fach Mathematik sogar als anerkannte Krankheit, genannt Dyskalkulie, Arithmasthenie oder einfach Rechenschwäche.  Gibt es denn wirklich genetische, nachweisbare Gründe dafür, dass manche Menschen nur schlecht in der Lage sind, mathematische Kompetenzen zu erwerben? Darauf gibt ein VHS-Vortrag in Puchheim am 27. Januar Antworten.

Mathe kann jeder lernen, behaupten Melanie Krutwig, Mathematikerin, und Bernhard Ufholz, Soziologe und Mitarbeiter des Münchener Forschungsinstituts Betriebliche Bildung gGmbH, in ihrem Vortrag am 27. Januar bei der Volkshochschule Puchheim. 

Diese Aussage steht in krassem Widerspruch zu den Erfahrungen. In allen Schularten und sogar an der Universität scheint für viele Schüler und Studenten Mathematik das Angstfach Nummer Eins zu sein (gefolgt von den beiden naturwissenschaftlichen Fächern Physik und Chemie). 

Inzwischen gilt das Versagen im Fach Mathematik sogar als anerkannte Krankheit, genannt Dyskalkulie, Arithmasthenie oder einfach Rechenschwäche. Sie wird als eine sogenannte Teilleistungsstörung betrachtet und definiert, analog zur Legasthenie. Gibt es denn wirklich genetische, nachweisbare Gründe dafür, dass manche Menschen nur schlecht in der Lage sind, mathematische Kompetenzen zu erwerben? Dafür gibt es keine Ernst zu nehmende Beweise, meinen die beiden Referenten, sie eine erfahrene Nachhilfelehrerin und er ein Sozialwissenschaftler. Sie belegen dies mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und eigener Erfahrung aus jahrelanger erfolgreicher Nachhilfe. 

Vielmehr entsteht nach Auffassung der Referenten das Versagen in der Mathematik dadurch, dass sich Schüler sogenannte „subjektive Algorithmen“ aneignen, sozusagen eigene Rechenregeln erfinden. Dies geschieht, weil der Schulunterricht in der Regel auf Schüler keine Rücksicht nimmt, die ein bestimmtes Stoffgebiet noch nicht verstanden haben. Die Schule verteilt Noten von Eins bis Sechs und meint, damit ihren Auftrag erledigt zu haben. Wer aber zu denen gehört, die in einer Jahrgangsstufe bestimmte Teile des Stoffes nicht verstanden haben, wird in der folgenden Jahrgangsstufe noch größere Schwierigkeiten bekommen. 

Wer die Bruchrechnung nicht verstanden hat, dem wird sich auch die Prozentrechnung nicht erschließen, weil er den Gedanken „ein Teil vom Ganzen“ nicht wirklich erfasst hat. Oft greift dann auch traditioneller Nachhilfeunterricht nicht mehr, weil nicht erkannt wird, wo die seit langem zurechtgelegten Denkfehler der Schülerin, des Schülers liegen. Hinzu kommt, sich für unfähig zu erklären, Mathematik zu verstehen, und eine massive Unlust, sich weiter mit Mathematik zu befassen. Die beiden Dozenten wollen in ihrem Vortrag Wege aufzeigen, wie Eltern und Schüler diesem Versagenszyklus entrinnen können.

Rechnen und Mathematik kann jeder lernen! Vortrag am 27. Januar von 19:00 Uhr bis 21:30 Uhr Bürgertreff Puchheim, Am Grünen Markt 7, Abendkasse 5 EURO (vhs-Mitglieder 3 EURO)

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