In der Roten Liste bayerischer Brutvögel

Dem Mauersegler fehlt es an Nahrung und Nistplätzen

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Der Mauersegler - seit 2016 auf der roten Liste - ist Flugjäger, findet aber kaum mehr Nahrung.

Die bedrohten Flugkünstler - der Mauersegler - kehren aus Überwinterungsgebieten zurück. Doch Insektenmangel und Brutplatzzerstörung bedrohen ihre Bestände.

Landkreis – Die fliegenden Sommerboten fliegen jetzt aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten nach Bayern zurück. In ihren Brutgebieten angekommen, werden die Flugkünstler jedoch gleich mit zwei Problemen konfrontiert: „Den reinen Insektenfressern macht nicht nur der zunehmende Insektenmangel schwer zu schaffen, als Gebäudebrüter mangelt es ihnen zunehmend auch an geeigneten Nistplätzen“, erklärt LBV-Artenschutzexperte Simon Weigl. Seit 2016 sind die Mauersegler deshalb in der Roten Liste bayerischer Brutvögel sogar in der Kategorie „gefährdet“ eingestuft.

Kein Luftplankton für Flugjäger

Mauersegler ernähren sich ausschließlich von Insekten. „Bereits die Küken werden ungefähr einmal pro Stunde mit einer haselnussgroßen Futterkugel aus Insekten gefüttert“, sagt Simon Weigl. Durch aufgeräumte Gärten, exotische Zierpflanzen und Spritzmittel gibt es im Umfeld der Gebäudebrutplätze immer weniger Insekten in der Luft, dem sogenannten Luftplankton, für die rasanten Flugjäger. Die Mauersegler müssen dadurch weite Strecken fliegen, um die hungrigen Schnäbel ihrer Küken zu füllen. Das kostet Zeit, und die ist während der Brutsaison äußerst knapp. So gelingt es ihnen immer seltener, alle Küken großzuziehen.

Insektenfreundlich ist vogelfreundlich

Um den Vögeln wieder eine gute Nahrungsgrundlage zu bieten, müssen die bayerischen Städte und Gemeinden naturnaher werden. „Eine gute Möglichkeit, die Biodiversität auf städtischen Grünflächen zu erhöhen, ist ohne Frage der Verzicht auf das Mulchen. Wenn diese Vielschnittrasen dann mit heimischem Saatgut in Blumenwiesen verwandelt werden, ist viel erreicht – und es sieht noch dazu schön aus“, so der LBV-Biologe. Auch in Privatgärten und auf Balkonen lässt sich viel für die Insekten- und damit auch die Vogelwelt tun. Ideal sind heimische Stauden, deren Fruchtstände über den Winter stehen bleiben. Viele Sämereien fressende Vögel haben so lange Zeit etwas zu fressen und die Insekten einen möglichen Überwinterungsplatz. Kleine Totholzecken und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel fördern ebenfalls die Vielfalt.

Keine Nischen und Hohlräume mehr

Neben der erschwerten Futtersuche kämpfen Mauersegler auch mit der Suche nach einem geeigneten Brutplatz. „Die wendigen Flieger brüten in kleinen Nischen hoch oben an Gebäuden. Werden diese Hohlräume verschlossen, verlieren die ortstreuen Vögel ihren Brutplatz oder sogar die Brut.“, erklärt Weigl. Mauersegler verbringen nur etwa drei Monate im Jahr in Bayern. Umso wichtiger ist es, dass sie ihre alten angestammten Brutplätze jährlich wiederbenutzen können. Da die Suche nach Alternativen wertvolle Zeit kostet, stehen Mauerseglerbrutplätze nicht zuletzt auch deshalb ganzjährig unter Schutz.

Dem Beispiel aus München folgen

Problematisch ist laut Weigl auch, dass die energetische Außenhülle vieler Neubauten Mauerseglern kaum Unterschlupf bietet. Der LBV empfiehlt daher, dass bereits bei der Planung von Gebäuden Quartiere für Gebäudebrüter berücksichtigt werden. „In München sind Gebäudebrüternistplätze an Neubauten bereits verbindlich vorgeschrieben. Der Landkreis Fürstenfeldbruck sollte diesem Beispiel folgen“, fordert Simon Weigl. Noch viel wichtiger ist es aber, bestehende Nistplätze zu schützen. Hier gilt: Nur was bekannt ist, kann auch geschützt werden! 

Helfer und Melder gesucht

Der LBV ist deshalb immer auf der Suche nach Helfern, die Brutplätze von Gebäudebrütern – neben dem Mauersegler auch Spatzen sowie Rauch- und Mehlschwalbe – suchen und melden. Geschult werden die ehrenamtlichen Helfer im Rahmen eines vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten LBV-Projektes „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“, das sich intensiv für die Belange gebäudebrütender Vogelarten einsetzt. Wer Interesse hat mitzuhelfen, kann Simon Weigl per Mail an simon.weigl@lbv.de oder telefonisch kontaktieren: 089 89020029. Auch bekannte Neststandorte von Schwalbe, Sperling oder Mauersegler können dem LBV auf diesem Weg gemeldet werden.

red

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