Mehr landwirtschaftliche Blütenäckerstreifen helfen den Bienen - Brucker Land-Imker Ernst Walch appelliert an Bauern

Der Brucker Land-Vorstand mit Gefolge beim Imker Ernst Walch (ganz re.) in Puch zum Info-Besuch. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Am Ende der Abt-Thoma-Straße und etwas versteckt hinter einem großen Stadel entdeckt der Besucher das moderne Bienen-Gerätehaus vom Pucher Hobby-Imker Ernst Walch. Modern, weil er auf dem Dach für die eigene Stromversorgung Photovoltaik zur Betreuung seiner 20 Bienenvölker im Selbstaufbau installierte. Brucker Land-Vorsitzender Dr. Michael Dippold kam mit seiner Stellvertreterin Rita Multerer und Schatzmeisterin Julia Seiltz sowie weiteren Vereinsmitgliedern zu Besuch. „Wir möchten den Wert der Biene für unsere Nahrungskette unterstreichen. Auch im Landkreis Fürstenfeldbruck.“ Leider fehlten die Landwirte bei dieser Visite. Denn die hätten sich gleich die dringliche Bitte von Ernst Walch zu Herzen nehmen können, durch den Verzicht auf die restlose Ackerrand-Bearbeitung Randstreifen für eine Bienenblütentracht zu ermöglichen.

„Die Biene fliegt ja nur in einem Aktionsradius von etwa 2,5 Kilometer bei ihrem Pollen- und Nektarflug und da ist die Nähe von Blütenäckerstreifen wichtig, die sich bei den heute sehr großen landwirtschaftlichen Maschinen kaum noch für eine effektive Bewirtschaftung lohnen.“ Daß die Biene das drittwichtigste Nutztier weltweit ist, wird bei der Kleinheit dieser fleißigen Bestäuber und Sammler und ihrem Leben zu Zehntausenden in einem geordneten Sozialstaat oft übersehen. Aber sie brauchen naheliegende Futterplätze (Tracht) für das eigene Fortkommen und die Honigerzeugung. Die Biene ist - neben anderen Insekten - die wichtigste Voraussetzung für die Bestäubung von Blütenpflanzen: Nicht nur im Obstgarten sondern bei 80 Prozent aller Nutzpflanzen. Während seiner beruflichen Zeit fühlte sich Ernst Walch zu eingespannt, um die Imkerei zu betreiben. Obwohl es ihm sein Vater vorlebte. „Ich wollte keine halben Sachen unter Zeitdruck. Ich konnte doch den Bienen nicht sagen, dass mache ich morgen weiter …“ Nur 30 Prozent des Honigangebots in deutschen Regalen kommen aus der heimischen Erzeugung und hiervon steuert wiederum Bayern rund 30 Prozent Produktionsanteil bei. Für einen Vollerwerb auf Honigbasis sind 150 bis 200 Bienenvölker erforderlich und darüber verfügen nur etwa 5 bis 6 Betriebe in Bayern. Etwa je zur Hälfte besteht ein Bienenvolk aus Flug- und Stockbienen: Erstere schaffen an, letztere kümmern sich um den Nachwuchs und die Sauberkeit im Stock, übernehmen Polizeidienste. Die Flugleistungen der Bienen sind erstaunlich. „Um den Nektar für ein Glas Honig zu sammeln, müssen die Bienen eine Streckenleistung von 3,5 Mal um den Globus zurücklegen.“ Es gab viel zu lernen an diesem Nachmittag beim Imker Walch und seinen Helfern in Puch. Zu lernen über die Bienen ebenso wie über die umfassende Tätigkeit des Imkers. Wobei sich Ernst Walch wünschte, dass sich jüngere Leute mehr für eine Aufgabe in diesem Nahrungsbereich interessierten. Anne (6) und Sara (3), die kleinen Töchter von Brucker Land-Vorstandsmitglied Rita Multerer, sind da schon weiter: Sie wissen schon, wofür die kleinen Holzrähmchen mit Waben im Bienenstock gebraucht werden.

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