Fast einstimmig nominiert

Nominierung im Fußballstadion: Olchinger Michael Schrodi (SPD) will erneut in Bundestag einziehen

MdB Michael Schrodi und Olchings Bürgermeister Andreas Magg von der SPD nach der Nominierung im Fußballstadion des ASV
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Gut gelaunt im Fußballstadion: MdB Michael Schrodi (links) und Olchings Bürgermesiter Andreas Magg.

Landkreis – Parteipolitik hat auf dem Fußballplatz eigentlich nichts zu suchen. Doch die Corona-Pandemie zwang die SPD-Unterbezirke Dachau und Fürstenfeldbruck zu einer außergewöhnlichen Maßnahme...

Sie hielten ihre Aufstellungsversammlung für die Bundestagswahl im kommenden Jahr im Dachauer Sepp-Helfer-Stadion ab. Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten mit mehr als 50 Teilnehmern sind derzeit weder ratsam noch gestattet, virtuelle Wahlen sind nicht vorgesehen. Die Genossen hatten Glück: Der Himmel war tiefblau, die Sonne strahlte, es herrschen Frühlingstemperaturen. Die Stimmung auf den Rängen war entspannt und fröhlich.

70 Teilnehmer auf Abstand

Rund siebzig Personen verteilten sich auf der Tribüne des Stadions, alle mit Mund-Nasen-Schutz-Maske ausgestattet und auf Abstände bedacht. Darunter Dachaus OB Florian Hartmann, Olchings Bürgermeister Andreas Magg, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Ute Titze-Stecher sowie zahlreiche sozialdemokratische Kommunalpolitiker aus beiden Landkreisen.

Schrodi hat Gefallen am Bundestag gefunden

Ihr Aufgabe lautete: Michael Schrodi (41) für die Bundestagswahl im kommenden Jahr zu nominieren. Der frühere Gymnasiallehrer am Brucker Viscardi-Gymnasium sitzt schon seit 2017 in Berlin. Er hat offenbar Gefallen an der Arbeit als Abgeordneter gefunden. „Man kann richtig etwas bewegen“, berichtete Schrodi in seiner Bewerbungsrede. Der Neuling hat sich schnell einen Namen durch zahlreiche Initiativen gemacht, er vertritt die SPD in den wichtigen Ausschüssen für Finanzen und für Umwelt. Für bundesweites und fraktionsinternes Aufsehen sorgte Schrodi im Sommer 2018 durch die Veröffentlichung eines Strategiepapiers, das klar gegen die Sparpolitik der Bundesregierung und des Finanzministers Olaf Scholz (SPD) zu Felde zog. „Seitdem kennt mich Olaf Scholz“, erzählte Schrodi mit einem Schmunzeln. Mittlerweile verstehen sich die beiden wohl gut, der Olchinger lobte den früheren Hamburger Bürgermeister und jetzigen SPD-Kanzlerkandidaten über den grünen Klee.
Schrodi bezog deutlich Stellung gegen „Verschwörungsgläubige und Corona-Leugner“ und warnte vor dem „tödlichen Virus“. Er fuhr fort: „Wir waren und sind das Bollwerk gegen Faschismus und für Demokratie! Unser Ziel muss es sein, die antidemokratische AfD wieder aus den Parlamenten zu bekommen.“
Der Olchinger setzt sich für ein „Jahrzehnt der Zukunftsinvestitionen“ und plädiert für die Einführung einer Steuer auf die obersten drei Prozent der Einkommen und Vermögen, mittlere Einkommen könnten so entlasten werden. Beim aktuellen Konflikt zwischen der MAN-Führung und dem Betriebsrat, bei dem es um Entlassungen geht, stellt sich Schrodi klar an die Seite der Arbeitnehmer. Er wetterte gegen die Privatisierungen von Krankenhäusern: „Gesundheit ist keine Ware!“ Schrodi will zudem den Klimaschutz voranbringen sowie das Renteneintrittsalter nicht weiter erhöhen. Alles Punkte, die ihm viel Beifall einbrachten, sowie schließlich die fast einstimmige Nominierung (bei einer Enthaltung und einem ungültigen Stimmzettel).

„Das war die schönste Parteiveranstaltung, seit ich vor 20 Jahren der SPD beigetreten bin.“

Olchings Bürgermeister Andreas Magg (SPD)

Bekanntlich hatte Schrodi einst für den SC Fürstenfeldbruck, den FC Pipinsried und den FC Ismaning gekickt. Mit Blick auf seine fußballerische Vergangenheit schmunzelte er: „Das hier ist wie ein Heimspiel für mich.“ Bestens gelaunt zeigte sich auch Andreas Magg: „Das war die schönste Parteiveranstaltung, seit ich vor 20 Jahren der SPD beigetreten bin.“
Horst Kramer

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