Weitere 15 männliche junge Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 17 Jahren sollen vorübergehend im Haus der Jugendarbeit in Gelbenholzen eine Bleib ...

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge werden von der Jugendhilfe betreut

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Sie informierten die Bevölkerung (v. li.): Tommy Beer (Caritas), Dietmar König (Jugendamt), Timm Guggenberger (Jugendamt), Philipp Heimerl (KJR) und Thomas Boll (KJR).

Fürstenfeldbruck/Gelbenholzen  – Neben den bereits im westlichen Landkreis untergebrachten 15 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen muss der Landkreis in diesem Jahr weitere 15 männliche junge Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 17 Jahren unterbringen. Nachdem die vorgesehene Unterkunft in der Brucker Innenstadt noch nicht bezugsfertig ist, sollen die Minderjährigen vorübergehend im Haus der Jugendarbeit in Gelbenholzen eine Bleibe finden. 

 Die Brucker Bevölkerung und die direkten Nachbarn in Gelbenholzen erhielten am 16. Dezember im Tagungsraum des Jugendhauses Gelegenheit, sich von Vertretern des Amtes für Jugend und Familie, der Caritas und des Kreisjugendrings (KJR) über die Unterbringung aufklären und informieren zu lassen. „Für uns war nach der Anfrage durch das Landratsamt klar, dass wir hier helfen müssen und wollen, denn wir begreifen die Flüchtlingsproblematik als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch wir bereit sind, unseren Teil dazu beizutragen“, sagte Philipp Heimerl, der erste Vorsitzende des KJR zu den 45 erschienenen Besuchern. „Wir wollen von Anfang Transparenz schaffen und die Anwohner informieren.“ 

Angedacht war, dass die jungen Flüchtlinge im ehemaligen Brucker Hotel Drexler in der Innenstadt unterkommen sollten. „Die Umbauarbeiten sind leider noch nicht abgeschlossen, so dass kurzfristig eine alternative Unterkunft gefunden werden musste“, sagte Heimerl. Auf Nachfrage des Landratsamtes hat sich der KJR bereit erklärt, die Jugendlichen übergangsweise im Haus der Jugendarbeit aufzunehmen. „Aufklärung ist auch unser Anliegen“, sagte Timm Guggenberger, der Leiter des Amts für Jugend und Familie im Landratsamt und bat, den jungen Menschen mit positiver Grundhaltung zu begegnen und sie willkommen zu heißen. Jugendliche unter 18 Jahre, die ohne Eltern nach Deutschland geflüchtet sind, fallen nicht unter die Asylbetreuung der erwachsenen, sondern sind im System der Jugendhilfe zu betreuen, klärte Guggenberger auf. Die Zahlen der bayernweit zu versorgenden alleinstehenden Minderjährigen seien zwar nicht so dramatisch wie bei den Erwachsenen, bezifferte Guggenberger die Zahl mit 3.000 jugendlichen Flüchtlingen. Nach dem Verteilerschlüssel hat der Landkreis im Jahr 2014 insgesamt 47 aufzunehmen, berichtete der Referatsleiter des Jugendamtes, Dietmar König. 15 werden bereits durch die Caritas in Grunertshofen betreut, am 22. Dezember sollen nun weitere 15 vorübergehend in Gelbenholzen unterkommen. Voraussichtlich bis Anfang März sollen die jungen Flüchtlinge im KJR unterkommen. Nachdem die Caritas die Betreuung der ausschließlich männlichen Minderjährigen erst ab dem 7. Januar übernehmen kann, wird bis dahin die pädagogische Betreuung für vier Stunden am Tag durch Alexandra Schultes, einer Fachkraft des Landratsamtes, gewährleistet. Darüber hinaus ist der PSD-Sicherheitsdienst Lutzeier rund um die Uhr vor Ort und dient als Ansprechpartner. Auch das Viscardi-Gymnasium hat Unterstützung in Form von Sprachunterricht zugesagt. Und auch der KJR überlässt die Jugendlichen sich nicht selbst, sondern die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter werden ein buntes Programm zusammenstellen. 

Dieter Metzler

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