Als Missionar im bolivianischen Urwald - Ehemaliger Jugendpfarrer Hof auf Heimaturlaub in Gröbenzell

Robert Hof, der ehemalige Jugendpfarrer des Dekanates Fürstenfeldbruck, besuchte während seines Heimaturlaubs auch seine Ausbildungspfarrei St. Johann Baptist in Gröbenzell. Nach einem mit Taizé-Liedern gesungenen Abendlob in der Pfarrkirche berichtete Pfarrer Hof über seinen pastoralen Einsatz in Bolivien. An die 70 Zuhörer besuchten im Kardinal-Döpfner-Saal den kurzweiligen Bilder- und Filmvortrag des Pfarrers, der seit Oktober 2008 in Bolivien wirkt und dazu von Erzbischof Marx für fünf Jahre freigestellt wurde.

Concepción (Empfängnis) heißt die kleine Stadt, in die es Robert Hof verschlagen hat. Sie liegt im Tiefland Boliviens, 300 km von Santa Cruz, der Hauptstadt, entfernt. Bilder und Erzählungen der Feier zum 300-jährigen Jubiläum dieser für Südamerika vergleichsweise alten Stadt bildeten den Rahmen des Vortrags. Concepción ist eine ehemalige Jesuitenmission. Nach der Vertreibung der Jesuiten (1776) haben sich die Einwohner ihren christlichen Glauben, der mit ihren eigenen Traditionen tief verwoben ist, bewahrt. Ein Schmuckstück dieser Stadt ist die Kathedrale, eine Holzkirche, die der schweizer Jesuitenpater Martin Schmid mitten im Urwald errichtete und die heute zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Pastoral gesehen ist Concepción eine Kernpfarrei mit 9.000 Einwohnern und 45 kleineren Gemeinden im Umland, die sich auf einer Fläche von 20.000 qkm (so groß wie Bayern und Hessen zusammen) verteilen und teils 115 km von Concepción entfernt liegen. Robert Hof ist einer von drei Priestern, die sich derzeit um Concepción und die dazu gehörigen Landgemeinden kümmern. Die Reise zu den Gemeinden ist beschwerlich. Bei schlechtem Wetter muss sich der Pfarrer manchmal mit Spaten und Motorsäge einen Weg bahnen. „Wenn mir aber bei der Ankunft die Kinder entgegenlaufen und mich voller Dankbarkeit und Freude mit „Paaadreee!“ begrüßen, sind die Strapazen sofort vergessen“, erzählt Robert Hof und erklärt: „Politiker versprechen oft viel und kommen dann nicht einmal vor den Wahlen. Die Kirche aber kommt! Sie hat nun mal die beste Infrastruktur und das motivierteste Personal. Allein die Tatsache, dass ein Priester kommt, beinhaltet bereits die wichtigste Botschaft: Ihr seid uns wichtig. Die Kirche und damit Gott (be)sucht euch. Und das Große – die Feier der Eucharistie – vollzieht sich im ganz Einfachen, auf einem klapprigen Holztisch unter einem Strohdach, in der Lebensrealität der Campesinos; unter Anteilnahme von Tausenden von Moskitos.“ Eine besonders angenehme Aufgabe ist für Pfarrer Hof die Betreuung des “coro misional“, des Chors und Orchesters. Die von den Jesuiten übernommene Tradition des Musizierens und Singens trifft hier auf viele begabte junge Menschen. Manche Besonderheiten bei der Feier kirchlicher Feste, die er auf dem Land miterlebt hat, beschreibt Pfarrer Hof. So werde der Palmsonntag dort – klimatisch bedingt – als eine Art Erntedankfest gefeiert und die Palmzweige mit Früchten und Lebensmitteln geschmückt. Bei der Speisenweihe an Ostern gehe es recht bunt zu, denn es werden auch lebende „Speisen" vom Huhn über das Lamm bis zu Schildkröten, Papageien und Affen zur Segnung gebracht. Pfarrer Robert Hof will seine Zuhörer nicht zu sehr beanspruchen, deshalb setzt er irgendwann einen Schlusspunkt, obwohl man den Eindruck gewinnt, er könnte den Vortrag noch endlos fortsetzen. Das Publikum dankt ihm mit großem Applaus. Wer weiterhin an den Erfahrungen von Pfarrer Robert Hof teilnehmen möchte, kann sich in seinem Weblog unter http://padre-roberto.blogspot.com informieren. Spenden können an folgendes Konto geleitet werden: Erzbischöfliche Finanzkammer LIGA-BANK München BLZ 750 903 00 Kto.Nr.: 217 0000 HHSt: 33 13 80 Stichwort: Robert Hof – Bolivien

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