»Mit anderen Augen sehen«: Germeringer Werktage heuer zum zwölften Mal

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Germering – Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, wenn man gedankenverloren die Gänge der stillgelegten Kaserne auf dem WiFo Gelände entlanggeht. Denn einmal im Jahr sind sie mit Leben gefüllt. Skulpturen aus Holz und Stein oder auch Gemälde jeglicher Couleur erwarten die Besucher in der Ausstellung des Kunstforums WiFo. 

Kunst liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters, was aber wenn man selbst nichts mehr oder nur schemenhaft sieht. Viele Kunstwerke der gemeinsamen Ausstellung der Holz- und Steinbildhauer, der Ateliergruppe 27 und der Germeringer Malschule der zwölften Werktage sind heuer unter dem Motto „Mit anderen Augen sehen“ entstanden. In einem der hinteren Räume liegen Kopfhörer bereit. Gezeigt werden Momentaufnahmen von Menschen, die nicht mehr vollständig sehen können und wie sie nun die Welt um sich herum wahrnehmen. Wie sie Dinge wie Regen nun erriechen oder die Tropfen ertasten, da sie sie nicht mehr sehen können. Wie wichtig die einzelnen Sinne sind, wurde vielen Menschen besonders durch die Corona-Pandemie und das Tragen einer Maske bewusst. Das Riechen fällt schwerer und auch die Mimik des Gegenübers ist meist schwerer zu lesen. Neben den Augen sind die Hände eines der wichtigsten „Werkzeuge“ der Künstler. Das wird den Besuchern besonders auf dem Außengelände der Kaserne eindrucksvoll visualisiert.

Der aufgewirbelte Staub, den die Flex von Steinbildhauer Michael Glatzel aufwirbelt beeindruckt dabei ebenso wie die Motorsäge von Angela Lenk. Egal ob Stein oder Holz, hier wird mit Leib und Seele an den Materialien, die die Natur hergibt, herumgewerkelt – und das mittlerweile schon zum zwölften Mal. 2009 wurden die Werktage noch von Glatzel initiiert und organisiert, seit mehreren Jahren hat diese Arbeit Brian Whitehead übernommen. Nachdem sich der ganze Staub ein wenig gelegt hat, zeigt Glatzel eindrucksvoll, wie schnell sich die Farben der Steine verändern lassen: Mit einer Flasche Wasser. Als Tipp, um die fertigen Steinskulpturen für den Garten winterfest zu machen, legt er diese in den Ofen und beschichtet sie dann mit ein wenig Wachs. „Das, was ich mache, macht Schmutz, Lärm und mich glücklich“, erklärt der Künstler und zitiert dabei den bereits verstorbenen Bildhauer Alf Lechner.

Die 12. Werktage sind noch bis Sonntag, 25. Juli, täglich von 14 bis 18 Uhr zu besuchen

Rund 200 Besucher haben sich am ersten Wochenende bereits ein Bild von den Kunstwerken gemacht, erklärt Whitehead. Die Besonderheit, die die Werktage ausmache, sei nicht einfach nur der Besuch einer Ausstellung, sondern das schlendern über das alte Kasernengelände mit seiner besonderen Ausstrahlung – dabei kann man sich mit den Künstlern austauschen, nachhaken, die Skulpturen auch anfassen. Aber der Austausch findet nicht nur zwischen Künstler und Besucher statt, auch untereinander herrsche ein reger Gedankenaustausch wie Steinbildhauerin Brigitte Cabell aus Grafrath verrät. Für sie sei es wichtig, dass sich die Arbeit „gegenseitig befruchte“. Ein wenig Abstand, eine andere Sichtweise und oft gehe die zuvor stockende Arbeit dann wieder wie von alleine. „Ich mache mir vorher keine Zeichnung oder ein Modell“, sagt Cabell, sie habe sehr großen Respekt vor den kostbaren alten Steinen, die sie sich oftmals aus Simbabwe liefern lasse. „Der Stein muss mich von Anfang an ansprechen, dann verfolge ich die Fläche, die Kontur und irgendwann bewegt sich der Meißel von alleine“, sagt die Künstlerin. Ein Impuls reiche da meist schon aus. Viereinhalb Tage habe sie so an ihrer ersten Skulptur gearbeitet, einer „Lebensleiter mit Einbrüchen“ aus Sandstein. Die Werktage am Ende der Otto-Wagner-Straße sind noch bis Sonntag, täglich von 14 bis 18 Uhr, zu besuchen.

Becker

Rubriklistenbild: © Claudia Becker

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