Mitgliederversammlung der Bäckerinnung

Innung: Die meisten Bäcker kamen gut durch die Krise

Obermeister der Bäckerinnung Werner Nau und Obermeister Ulrich Drexler gratulieren Brigitte Schmitt
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Obermeister Werner Nau (links) und stellvertretender Obermeister Ulrich Drexler (rechts) gratulierte Brigitte Schmitt zur Vermählung und zum Geburtstag.

Fürstenfeldbruck – Alles drehe sich nur noch um Corona, meinte Bäckerobermeister Werner Nau bei der Mitgliederversammlung der Brucker Bäcker-Innung im Hotel Post.

„Dabei haben wir Probleme genug, zum Beispiel: die Vermeidung von Plastikmüll, Klimaerwärmung, Nachhaltigkeit, oder auch die alternativen Energien.“ Plötzlich müsse alles verpackt werden, verschaffte sich Nau Luft. „Wir bedienen nur noch in Plastikhandschuhen. Am besten in zwei übereinander, einer fürs Geld einer für die Backwaren. Mit Zangen, mit Mund-Nasen-Schutz. Und nicht zuletzt unsere Kassenbons, die Unmengen von Sondermüll anhäufen.“ Die Kassennachrüstung, die bis zum März abgeschlossen sein muss, koste ihn 4.500 Euro. Weiter ärgert den Bäckerobermeister, dass in der Coronazeit nur Werbung für die Supermärkte gemacht wurde. „Nie war ein Wort in der Presse oder von Söder zu hören, dass wir auch noch alle da sind, die kleinen Betriebe. Wir gingen komplett unter.“

Lob an das Gesundheitsamt

Positiv sei dagegen, so Nau, die Zusammenarbeit mit den Behörden, wie der Lebensmittelkontrolle oder dem Gesundheitsamt. „Egal, was ich wissen wollte, die haben mir sofort Auskunft gegeben und weitergeholfen.“ Je nach Aufstellung seines Betriebes habe die Corona-Krise den einen mehr, den anderen weniger getroffen, sagte Nau. Das Kaffeegeschäft oder Lieferungen liefen zu Coronazeiten nicht: „Die Kollegen hat es schwerer getroffen.“ Häufig wurden Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Ein positiver Aspekt der Krise war, laut Nau, dass dem ein oder anderen Bäcker aufgezeigt hat, was ist in seinem Laden schief laufe, und was er eventuell ändern könne.

Das zweite Klopapier war Hefe

Bäckerobermeister Werner Nau

„Eigentlich haben wir aber als Bäcker gute Umsätze gemacht und sind bisher gut durch die Coronakrise gekommen. Das zweite Klopapier war Hefe“, meinte Nau in Anlehnung an die Hamsterkäufe. „Ich habe jede Woche fast 700 Packerl Hefe verkauft.“

Zwölf neue Lehrlinge

Erfreulich sei, dass zwölf Bäckerlehrlinge und sieben Verkäuferlehrlinge heuer neu begonnen haben. „Wir haben noch 14 backende Betriebe in unserer Innung.“ Die Innung habe im Februar am Berufs-Infomarkt teilgenommen, sowie im vergangenen Dezember die Stollenprüfung durchgeführt. Die Brotprüfung wird wegen Corona diesmal nicht mehr im Sparkassenfoyer sondern in den Räumen der Kreishandwerkerschaft durchgeführt (27. Oktober), ebenso die Stollenprüfung (8. Dezember).

Austausch mit Politikern

Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer informierte die Mitglieder in einem Überblick über die neuen Bestimmungen des seit Januar 2020 in Kraft getretenen neuen Berufsbildungsgesetzes. Ein Lob sprach Nau den beiden Volksvertretern, MdB Katrin Staffler und MdL Benjamin Miskowitsch aus. „Sie haben für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr“, sagte er. So besucht am 12. November Staffler die Bäckerinnung zu einem Info-Austausch.

Ungewissheit wegen Jubiläumsfeier

Schon jetzt wirft das 100-jährige Bestehen der Bäckerinnung im kommenden Jahr ihren Schatten voraus. „Corona wird dabei wohl ein Wörtchen mitreden, in welchem Umfang wir unser Jubiläum gestalten können“, meinte Nau. Ehrenobermeister Lukas Drexler berichtete von einer Ausstellung aus dem Jahre 2006 vom Historischen Verein über die Bäcker aus dem Landkreis. Auf welche Art und Weise man jedoch feiern werde, müsse noch intensiv besprochen werden.

red

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