Mitgliederversammlung des Germeringer Sozialdienstes in Corona-Zeiten

Rückblick auf 2019: Solide Zahlen, Ehrungen und ein neues Logo

+
Michaela Schmötzer nimmt vom Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Haas die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft für ihren Vater Dr. Hans-Joachim Lutz entgegen.

Germering – Nach einer Dankesrede zu Beginn der Mitgliederversammlung des Sozialdienstes Germering durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Haas, berichtete Vorstand Georg Sedlmeier von einem zufriedenstellenden Jahr 2019, bei dem der Sozialdienst alle Herausforderungen meistern konnte. Insgesamt hätten 2019 rund 380 Mitarbeiter für den Verein in 34 Ressorts gearbeitet bei großer Personalkontinuität.

2019 sei ein Jahr der räumlichen Veränderungen gewesen, so Sedlmeier. Die Germeringer Tafel konnte dank Unterstützung von Seiten der Stadt Germering als Vermieter in größere Räume in der Planegger Straße 7 umziehen. Ein neuer ebenerdiger Lagerraum sorge jetzt dafür, dass die rein ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht mehr die Ware erst in den Keller und dann wieder nach oben tragen müssten und in den Ausgaberäumen gäbe es nun mehr Platz, um sich den Herausforderungen der wachsenden Kundenzahl zu widmen. Auch die Zentrale für Essen auf Rädern sowie das Archiv des Sozialdienstes seien 2019 in die Planegger Straße 7 umgezogen. Die Mitgliederzahl sei bei etwa 2.200 Mitgliedern relativ stabil geblieben bei seit 2008 konstant gebliebenen Beiträgen. 

Finanziell ein solides Fundament

In seinem Finanzbericht legte Sedlmeier die finanzielle Situation des Vereins dar. Den um etwa zwölf Prozent gestiegenen Einnahmen stünden gestiegene Ausgaben im Bereich Personal gegenüber. Auch bei den Spenden sei 2019 ein leichtes Plus zu verzeichnen gewesen. Insgesamt hätte der Sozialdienst das Jahr 2019 mit einem Bilanzgewinn von 12.767,10 Euro (Vorjahr: 9.146,04 Euro) abgeschlossen und stünde auf einem soliden finanziellen Fundament. Sedlmeier betonte, dass dies auch dringend nötig sei, da der Verein im Hinblick auf die aktuelle Coronasituation für 2020 mit finanziellen Einbußen rechnen müsse. Die Vorsichtsmaßnahmen im Rahmen der Pandemie hätten die verschiedenen Bereiche des Vereins unterschiedlich getroffen: Ressorts wie die Schulküche, die Tagespflege, die Kleiderkammer, der Kinderpark, die Kindergartengewöhnungsgruppe, die Tafel sowie alle Kurse mussten mit dem Lockdown am 16. März komplett eingestellt werden. Im betreuten Wohnen konnten Angebote wie Kaffeenachmittag oder der Männerstammtisch nicht mehr angeboten werden, bei Programmen wie Opstapje, Familienpaten oder SIMBA waren keine Hausbesuche mehr möglich. Besonders in der ambulanten Pflege mit vielen Hochrisikopatienten war und ist weiterhin größte Vorsicht geboten. Mit den beginnenden Lockerungen arbeite man nun daran, wo immer möglich, Angebote mit entsprechenden individuellen Hygienekonzepten wieder zu öffnen. Weitere Einnahmeausfälle seien zu befürchten: Zum Beispiel sei es angesichts der aktuellen Situation und Vorschriften leider erstmals in 49 Jahren nicht möglich, den beliebten Basar im November durchzuführen. 

Auch OB würdigt Sozialdienst

Sedlmeier bedankte sich bei allen Mitarbeitern für ihre Bereitschaft, mit Kreativität, Geduld und Zusammenhalt dafür zu sorgen, dass der Sozialdienst diese schwierige Situation meistern kann. Oberbürgermeister Haas würdigte in einem Grußwort die wertvolle Arbeit, die der Sozialdienst nicht nur 2019, sondern auch bis jetzt in 2020 geleistet hat und bedankte sich bei dem Verein als „sozialer Mosaikstein in Germering“ für das verantwortungsvolle und lösungsorientierte Handeln. Turnusmäßig stand auch die Wahl der Aufsichtsräte der letzten drei Jahre an. Karin Sepp, Stephan Haas, Walter Müller, Hans-Jürgen Gulder wurden einstimmig wiedergewählt. Als neuer Aufsichtsrat konnte Stephan Koemm gewonnen werden, der in Abwesenheit ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Vorstand Ingrid Neubauer ehrte im Folgenden besonders langjährige Mitarbeiter, die schon 10, 15, 20, 30 und sogar 35 Jahre für den Verein tätig sind und überreichte ihnen eine Urkunde und ein Präsent. 

Besonderer Höhepunkt

Ein besonders bewegender Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft posthum an den langjährigen Vorsitzenden Hans-Joachim Lutz, der im Dezember 2019 verstorben war. In einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden seiner einzigartigen Persönlichkeit. Nach seinem Beitritt 1987 hatte Lutz 1990 den Vorsitz im Vorstand übernommen und den Sozialdienst über die Jahre hinweg maßgeblich geprägt und bekannt gemacht. Viele Projekte, auch über Stadt und Land hinaus, seien durch seine Initiative entstanden. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand begleitete er als Aufsichtsratsvorsitzender weiterhin aktiv den Sozialdienst. Seine Tochter Michaela Schmötzer war eigens angereist, um die Urkunde entgegenzunehmen. Im Anschluss stellte Geschäftsleiterin Sabine Brügel-Fritzen das neue Logo des Sozialdienstes vor. Eine Änderung sei notwendig gewesen, weil im bisherigen Logo der Name nicht mehr korrekt war und auch die Lesbarkeit des Vereinsnamens, die in Zeiten des Internets immer wichtiger geworden sei, nicht gegeben war. Die Sonne im neuen Logo solle Licht und Hilfe zu den Germeringer Bürgern bringen, die drei Strahlen stünden exemplarisch für die drei großen Bereiche des Sozialdienstes als Verein für junge Familien, Familienhilfe und Senioren, so Brügel-Fritzen. 

red

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare