Neuwahlen und Mitgliederversammlung

Energieagentur von Ziel 21 konkretisiert Pläne mit Starnberg und Landsberg

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Ehrenpreis für besondere Verdienste um Klimaschutz und Energiewende: Ziel 21-Chef Gottfried Obermair (links) und Vizelandrätin Martina Drechlser haben Josef Seemüller gewürdigt.

Landkreis - Gottfried Obermair bleibt Chef des Energiewendevereins Ziel 21. Noch vor seiner Wiederwahl bei der Mitgliederversammlung überraschte er mit einer Nachricht: Der Zeitplan für die nicht immer unumstrittene landkreisübergreifende Energieagentur steht: Ab September 2021 soll sie ihre Arbeit aufnehmen.

Schon seit geraumer Zeit macht Obermair darauf aufmerksam, dass die Beratungen durch den Verein nicht mehr ehrenamtlich zu leisten seien. Sein Plan: Zusammen mit Aktivisten aus den Landkreisen Starnberg, Dachau und Landsberg soll eine Energieagentur gegründet werden, die Arbeit auf professionelle Beine stellt. Dachau hat aktuell zwar abgewunken. Die Pläne mit Starnberg und Landsberg sind nun aber konkret. In einem mehrstufigen Prozess soll ein Geschäftsmodell erarbeitet werden. Wichtig dabei ist laut Obermair: „Die Energieagentur muss nicht nur Energie-, sondern auch Klimathemen abdecken.“

Max Keil und Simone Neumann einstimmig wieder gewählt

Der Ziel 21-Chef spricht von einem anspruchsvollen Zeitplan, ist aber guter Dinge, dass die Agentur im September 2021 gegründet werden kann. Bis dahin wird der Verein noch sämtliche Aufgaben bewältigen müssen. Obermair steht dafür das bewährte Team zur Seite. Wie er wurden auch seine beiden Stellvertreter Max Keil und Simone Neumann einstimmig wiedergewählt. Umbesetzungen gibt es hingegen im Beirat. Bereits im Vorfeld hatten der frühere VR-Bankchef Walter Müller sowie Ingrid Jaschke und Alfred Münch ihren Rückzug aus dem Beirat bekannt gegeben. Bei seiner letzten Mitgliederversammlung in seiner Funktion konnte Müller von einem Gewinn in Höhe von gut 6.600 Euro berichten. Danach verabschiedete er sich auch mit ein paar kritischen Worten zur Energieagentur: „Ich halte die geplanten Strukturen mit der Energieagentur, dem Verein Ziel 21 und mehreren kommunalen Klimaschutzmanagern nicht für vielversprechend.“ Die Abstimmung unter der großen Zahl an Beteiligten werde aufwändig werden. Als neue Beiratsmitglieder wurden Manfred Schätz von der VR-Bank sowie Andreas Birzele und Lukas Heimerl gewählt. Erstmals hat der Energiewendeverein auch einen Ehrenpreis für besonderes Engagement für den Klimaschutz und die Energiewende im Landkreis verliehen. Erhalten hat ihn Josef Seemüller, der maßgeblich bei der Gründung von Ziel 21 beteiligt war. 

Sanierungskampagne auf nächstes Jahr verschoben

Der Initiator der Bürgersolaranlage in Oberweikertshofen hat außerdem das vielleicht erste E-Auto im Landkreis selbst gebaut – und zwar aus einem Diesel-Kleinwagen. Die stellvertretende Landrätin Martina Drechlser bezeichnete Seemüller als Vordenker der Energiewende und einen echten Energiewende-Pionier. Obermair vermeldete außerdem einen großen Erfolg bei der Photovoltaik-Kampagne. Mittlerweile seien mehr als 900 kWp Anlagen sowie fast 180 Kilowattstunden Speicher verbaut worden. „Bis zu zwei Megawatt Peak sind noch in Bearbeitung“, sagte Obermair. Auf einen ähnlich positiven Verlauf hofft er bei der Sanierungskampagne, in deren Rahmen Hausbesitzer zur energetischen Sanierung beraten werden sollen. Deren Start musste wegen der Corona-Pandemie zwar auf nächstes Jahr verschoben werden. Zufällig hat sich aber bereits ein Pilotprojekt ergeben: Im Moorenweiser Ortsteil Dünzelbach wird eine Familie beraten, die ein älteres Haus erworben hat.

Andreas Daschner

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