Letzte Tests vor Auslandseinsatz

Container für Soldaten in Jordanien

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Hauptfeldwebel Mitlmeier und Frau Feldwebel Rudolf erläutern dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz und der Präsidentin des BAAINBw, Gabriele Korb, die Funktionen in einem der Gefechtsstand-Container.

In Anwesenheit des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, sowie der Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Gabriele Korb, übergab die Industrie am 15. November in Fursty einen neuen „Mobilen Gefechtsstand Mission Counter Daesh“ an die Luftwaffe. Durch den neuen Gefechtsstand, der in Al-Asrak in Jordanien zum Einsatz kommt, werden die Einsatzbedingungen der dort eingesetzten 260 Soldaten erheblich verbessert. Gleichzeitig erwartet die Luftwaffe für die Zukunft wertvolle Erkenntnisse aus dem Betrieb des Gefechtsstands in einem Einsatzszenario.

Fürstenfeldbruck - Als eine echte Erfolgsgeschichte und als beispielgebend bezeichnete Präsidentin Korb in ihrem Grußwort die Realisierung des Projektes. In nur anderthalb Jahren haben die ausführenden Firmen, ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH in Fürstenfeldbruck und die Steep GmbH in Bonn, in Zusammenarbeit mit dem Führungsunterstützungssektor 1 in Fursty den neuen Gefechtsstand fertig gebracht. Dies sei umso erstaunlicher, da der jetzt präsentierte Gefechtsstand zunächst eigentlich für die Verlegung nach Incirlik in der Türkei vorgesehen war. Doch seit Mitte 2017 erfolgt der Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ im Nahen Osten, bei dem die Luftwaffe Teil einer internationalen Koalition ist, nicht mehr aus der Türkei, sondern aus Jordanien. So kamen im Verlauf der Umsetzung noch funktionelle Forderungen hinzu.

Gerhartz: "Erfolgreiche Zusammenarbeit von Bundeswehr, BAAINBw und Instustrie"

Der Gefechtsstand soll nach Al-Asrak, Jordanien gehen.

Der Inspekteur der Luftwaffe sieht der Übergabe des Gefechtsstandes in Al-Asrak mit großen Erwartungen entgegen. „Führungsfähigkeit im Einsatz ist der Schlüssel, um auf die Herausforderungen von heute und morgen reagieren zu können“, sagte Gerhartz bei seinem Grußwort. Ihm geht es vorrangig um die schnelle und verlässliche Einsatzbereitschaft dieses neuen Systems. Es ermögliche in Jordanien die „Kontingentführung sowie Führung des Einsatzgeschwaders inklusive Missionsplanung – alles „State of the art“ unter einem Containerdach mit modernsten IT-Systemen. Wichtig ist dem Inspekteur aber auch, dass sich mit dem neuen System die Arbeitsbedingungen seiner Soldaten in Jordanien verbessern. Als Schlüssel des Erfolgs bezeichnete Gerharts die „professionelle Rollenwahrnehmung und enge Verzahnung“ von Luftwaffe, BAAINBw und Industrie. Zu jedem Zeitpunkt sei spürbar gewesen, dass sich alle Beteiligten der Bedeutung des gemeinsamen Auftrags voll bewusst waren. Die beiden Industrievertreter, ESG-Geschäftsführer Kai Horten und Steep-Geschäftsführer Peter Pützfeld, unterstrichen die Aussage des Inspekteurs in ihrem Grußwort. Das Projekt sei ein Paradebeispiel für wirklich integrierte Projektteams. Gerade weil es aktuell populär sei, Missstände im Beschaffungsprozess herauszustellen, sei es angebracht, diesen Gefechtsstand besonders hervorzuheben als Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Bundeswehr, BAAINBw und der Industrie. 

Alter Gefechtsstand wird zurück nach Deutschland transportiert

Basis dafür sei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, gegenseitiges Vertrauen sowie Denken und Handeln im Sinne eines gemeinsamen Zieles. Der zweistöckige, durchgängig klimatisierte und abstrahlsichere Containerbau wird im Februar nach Jordanien transportiert und soll ab Mai 2019 einsatzbereit sein. Die Kosten für den neuen Mobilen Gefechtsstand betragen 34 Millionen Euro. Insgesamt besteht der Gefechtsstand aus 72 Containern, davon 60 Flur- und Funktionscontainer zuzüglich zwölf Zubehörcontainer für Klimatisierung und Dachkonstruktion. Das System eignet sich aufgrund seiner Modularität für alle gängigen Transportwege (Luft-, Wasser-, und Landtransport, inklusive Schiene und Lkw), wodurch eine schnelle Verlegefähigkeit und Betriebsbereitschaft sichergestellt werden kann. Er wird den alten Gefechtsstand ersetzen, der zurück nach Deutschland transportiert wird und nach einer Instandsetzung vor allem für Übungen eingesetzt werden soll. In Fursty wird der Gefechtsstand derzeit gemeinsam von Luftwaffe und Industrie technisch eingerüstet, etlichen Funktionstest für den Einsatz unterzogen und für den anstehenden Transport nach Jordanien vorbereitet. Generalleutnant Gerhartz ist überzeugt, dass der neue Gefechtsstand die „Feuertaufe“ in Al-Asrak unter den widrigen Umständen wie Sand, Hitze und Staub bestehen wird.

Dieter Metzler

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