Mord an Kinderseelen - Bundesweite Kampagne gegen Kindesmissbrauch - International Police Association IPA Deutsche Sektion

Jedes vierte Mädchen und jeder sechste Junge hat bis zu seinem 18. Lebensjahr mindestens einen sexuellen Übergriff erlebt. Nach Schätzungen des Kinderschutzbundes muss jährlich mit 1,5 Millionen Gewalttaten gegen Kinder gerechnet werden. Das soll anders werden: In ihrer neuen, bundesweit verteilten Broschüre „Gegen Gewalt und sexuellen Mißbrauch“ wendet sich die Deutsche Sektion e.V. der IPA - International Police Association an die Öffentlichkeit...

In der Broschüre kommen Experten und Opfer zu Wort. Erschütternde Berichte und Gedichte - zum Beispiel die eines Inzest-Opfers - die in der Therapie entstanden, bringen das Unfassbare auf den Punkt: Kindliche Opfer leiden ein Leben lang an diesem Trauma. Der sexuelle Kindesmissbrauch sei in erster Linie ein Manipulationsverbrechen, das dem körperlichen sexuellen Missbrauch stets vorausgeht. Diese Auffassung vertritt Johannes Heibel, Dipl.-Sozialpädagoge, der in der Broschüre einen Beitrag „Über den Umgang mit Kinderschändern in Deutschland - Erfahrungen eines Kinderschützers“ veröffentlicht hat. Nicht wenige Eltern plagen Ängste, ihr Kind könnte auf dem Schulweg entführt, vergewaltigt, oder gar ermordet werden. Jedoch: 75% aller Fälle sexuelllen Missbrauchs geschehen in der eigenen Familie, das heißt, die betroffenen Kinder sind mit dem Täter verwandt. Es geht um eines der bestgehütetsten, gemeinsten und tabuisiertesten Verbrechen, nämlich Inzest und sexueller Missbrauch an Kindern. Die IPA-Broschüre zitiert aus der Kriminalstatistik des BKA Wiesbaden, aus der hervorgeht, dass in einem einzigen Jahr 54 632 Anzeigen wegen „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, davon 15 430 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verzeichnet werden. Ein Verbrechen, das in allen sozialen Schichten, besonders auch hinter angesehenen gutbürgerlichen Fassaden oft über Jahrzehnte hinweg passiert, ohne dass jemand etwas bemerkt oder gesehen haben will, obwohl in den meisten Fällen die Umgebung Bescheid weiss, jedoch niemand eingreift.“ Schwanger vom eigenen Vater. Nicht nur aus Österreich sind solche Fälle bekannt. In der Broschüre sind entsetzliche Fälle dokumentiert: Ein Mädchen, dessen Vater seine „Prinzessin“ seit dem 6. Lebensjahr mißbrauchte, das sich der Mutter mit einer fingierten Geschichte über eine Schulfreundin anvertraut und die Antwort erhält: ein solches Mädchen sei selbst schuld. „Meine Mutter nannte mich Heulsuse“. Sie sucht Hilfe bei ihren Brüdern und wird auch von diesen mißbraucht. Der Vater verkauft sie an Kumpels, die er in Trinkhallen kennengelernt hat... .Ein anderer Fall: Der Vater schickt die von ihm geschwängerte Tochter (12) zu einem ihm bekannten Arzt. Als „Honorar“ für die Abtreibung darf der Arzt das geschundene Mädchen ebenfalls missbrauchen. Die Broschüre behandelt auch den Fall, wo ein Priester ihm anvertraute Jugendliche mißbraucht hat, und kein Berufsverbot folgt. Man setzt den Täter als Militärpfarrer ein. 30 000 Dias, pornografische Fotos und Videofilme wurden bei ihm gefunden... Unrühmlich ist auch der Gesetzesentwurf der Fraktion „DIE GRÜNEN“, Deutscher Bundestag, 10. Wahlperiode, Drucksache 10/2832. Der eingebrachte Gesetzesentwurf Anfang 1985, der von der CSU-Landesgruppe harsch kritisiert wurde, verfolgte das Ziel, „die Verführung von Mädchen unter 16 Jahren zum Beischlaf sowie homosexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen nicht mehr unter Strafe zu stellen“. Die IPA und der Vizepräsident der Deutschen Sektion e.V. Horst W. Bichl, Fulda, wollen erreichen, dass die Gesellschaft sensibilisiert wird und nicht mehr wegschaut. Die Broschüre wird ehrenamtlich durch Anzeigen finanziert. Sie ist für Interessenten erhältlich bei der Informations- und Verlagsgesellschaft mbH, D-82008 Unterhaching/München, Leonhardsweg 2. (Partnerverlag) Telefon: 089/610 85-300.

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