Mordseinfälle auf dem Ammersee-Dampfer - Olchinger Krimi-Autorin schreibt an ihrem neuen Buch auf dem Schiff

Krimi-Autorin Sabine Thomas am Ammersee. Foto: Nicole Burk

Die Nähe zum Wasser ist ihr sehr wichtig, dort kann sie am besten arbeiten: „Ich liebe den Blick über das Weite und die wechselnden Perspektiven bei einer Dampferfahrt. Ich nenne es immer mein mobiles Büro“. Bekannt wurde die aus Olching stammende Herausgeberin und Autorin als TV Moderatorin. Nach der erfolgreichen Anthologie „Tatort Ammersee“ erschien im Juli ihre aktuelle Krimi-Anthologie „Tod am Starnberger See“ – eine Sammlung von einzigartigen Kurzkrimis renommierter Autoren, die alle einen persönlichen Bezug zum Starnberger See haben.

In einem Gespräch mit dem Kreisboten sprach Sabine Thomas über das Spannende an Kurzgeschichten, ihre Ideen und ihre Liebe zu ausgefeilten Kriminalgeschichten. Fr. Thomas was ist die Besonderheit an einem Kurzkrimi – im Gegensatz zu einem langen Kriminalroman? Sabine Thomas: Eine Kurzgeschichte ist eine ganz eigene Disziplin. Bei einem Kurzkrimi steht die Psychologie der Tat im Vordergrund, ein Verbrechen spitzt sich zu. Mich reizt daran, dass man die Geschichte sehr dicht erzählen und atmosphärisch alles reinpacken muss. In der Kürze liegt die Würze. Der Leser hat sozusagen einen ‚kleinen Mord für zwischendurch’. Reicht eine Kurzgeschichte aus, um richtige Spannung zu erzeugen? Sabine Thomas: Das Spannende daran ist, dass der Schluss meist offen ist und sich der Leser ein eigenes Urteil bilden muss. Vielleicht ist in Wirklichkeit doch das Opfer der Täter? Die Bewertung der Schuld spielt eine große Rolle. Sind bei Kriminalgeschichten die Inhalte nicht oft sehr monothematisch? Geht es doch meistens um Mord …? Sabine Thomas: Ganz und gar nicht. Krimi ist ein Genre mit dem man viel transportieren kann. Gerade gesellschaftliche Phänomene lassen sich wunderbar in einem Krimi aufgreifen. Auf unterhaltsame Weise wird aktuelles Tagesgeschehen untergejubelt. Was sind die goldenen Kriminalregeln und was sind no goes? Sabine Thomas: Im Krimi Genre ist alles erlaubt: Man darf Grenzen überschreiten oder etwas Neues ausprobieren. Gerade die große Vielfalt macht Kriminalliteratur so reizvoll. Welche Art von Krimis lesen Sie denn am liebsten? Sabine Thomas: Ich lese gerne psychologische Krimis. Gemetzel und Serienmörder finde ich nicht so interessant. Krimis sind außerdem gute Reiseführer, weil man viel über Land und Leute erfährt. Wenn ich in ein bestimmtes Land in den Urlaub fahren will, dann lese ich einfach einen Krimi aus dem Land. Woher nehmen Sie Ihre Ideen und Inspirationen? Sabine Thomas: Aus meinem eigenen Leben, aus meiner Umgebung. Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben. Als Krimiautor muss man ein bisschen voyeuristisch veranlagt sein und sich die Mitmenschen genau ansehen. Daraus ergibt sich viel Stoff für Geschichten… Der Starnberger See ist Schauplatz Ihres aktuellen Buches „Tod am Starnberger See“. Was sind das für Geschichten? Sabine Thomas: Das ist ein schöner Krimicocktail, bei dem das Lokalkolorit sehr wichtig ist. Die Storys sind unterschiedlich wie ihre Protagonisten: bitterböse, spannend, beklemmend, literarisch, witzig oder skurril. Sie arbeiten gerade an einem neuen Buch, verraten Sie uns schon mehr? Sabine Thomas: Soviel nur, dass es sich um eine weitere Anthologie handelt…

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