Hausaufgabenbetreuung in der neuen Moschee Al-Nur mit Hilfe christlicher Kirchen  - Dekan Finke sucht noch Ehrenamtliche

Interreligiöse Hausaufgabenbetreuung in der Al-Nur-Moschee

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Religiöser Mittelpunkt für rund 200 arabisch sprechende Flüchtlinge aus dem syrischen Raum:  Muslimischer  Brucker Kulturverein e.V. in der Eduard-Friedrich-Straße 5 in Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck – Man kennt sich: Dekan Ulrich Finke (als Ruheständler im „Unruhe-Stand“) und sein Hausarzt Dr. Husam Salama, Deutscher mit Migrationshintergrund. Die beiden verbindet ein gemeinsames Interesse: Flüchtlinge. Dekan Finke sucht noch alterfahrene Naturwissenschaftler oder Lehrer für seine Christlich-Muslimische Hausaufgabenbetreuung. Eine Dependance dieser Einrichtung soll dann in der seit Dezember eingerichteten   "Al-Nur-Moschee"  des neuen Muslimischen Brucker Kulturverein e.V., zu dessen Initiatoren der Mediziner gehört, Unterstützung für Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen geben. In den Räumen des umgebauten ehemaligen Gewerbebaus für Honda-Motorräder in der Eduard-Friedrich-Straße 5 werden drei Imame aus München die arabische Sprache und den Koran unterrichten, sowie in islamischer Erziehung unterweisen.

Dr. Husam Salama, einer der Initiatoren der neuen Moschee in FFB-Buchenau, die nicht nur als religiöser Treffpunkt für Flüchtlinge, sondern auch für andere arabischsprechenden Muslime  gedacht ist.

 In dem ehemaligen Gewerbebau teilen sich jetzt nach dem Umbau Männer und Frauen je einen Raum in der Moschee für das Gebet. Zum traditionellen Freitagsgebet kommt jeweils einer der drei Imame aus München. Zwei stammen - wie Dr. Salama – aus dem palästinensischen Kulturkreis, einer kommt aus Marokko. Im Oktober hat der ehemalige evangelische Dekan Finke im Rahmen der „Zeitgespräche“ der Erlöserkirche einen Vortrag geplant, in dem auch einer der Imame zu Wort kommen soll.

Warum noch eine weitere „Moschee“ in Fürstenfeldbruck? Finke: „Das liegt daran, dass der Islam nicht homogen und nicht zentral organisiert ist. Schon bei den Türkischstämmigen gibt es verschiedene Traditionen. Hinzu kommen ethnische Unterschiede. Die neue Gebetsstätte ist also vor allem ein Angebot für arabisch sprechende muslimische Gemeindemitglieder aus FFB und Umgebung (daher die Bahnhofsnähe)."   Al-Nur bedeutet „Das Licht“ und ist ein Verweis auf die Sure 24 im Koran.

Die neue Al-Nur-Moschee ist nach dem Umbau im ehemaligen Gewerbebau für Honda-Motorräder untergebracht.

Für rund 200 arabisch sprechende Flüchtlinge – nicht nur aus dem syrischen Raum und Eingebürgerte aus arabischen Ländern  – sind die Räumlichkeiten des Muslimischen Brucker Kulturvereins e.V. ausgerichtet. Initiator Dr. Salama, der lt. Finke den „weltoffenen Islam“ vertritt, sagt, der Verein wolle offen sein für alle, die sich an ihn wenden. Die Finanzierung der Einrichtung basiert auf Spenden, die nicht an Bedingungen geknüpft werden dürfen. Der Verein wolle sich auf keinen Fall instrumentalisieren lassen. Deshalb betont Dr. Salama beim Telefonat: „Es ist wichtig für uns, unabhängig und autark zu sein.“ In der Moschee erfolgt wöchentlich einmal Unterricht in Arabischer Sprache, im Koran sowie in der Islamischen Erziehung (in gemischten Gruppen).

Die interreligiöse Hausaufgabenbetreuung in der Gnadenkirche, deren Leiter Alt-Dekan Ulrich Finke ist, soll in gemischten Kindergruppen auch im Treffpunkt des neuen Muslimischen Brucker Kulturvereins e.V. bei Schulaufgaben helfen. Sein langjähriger Hausarzt Dr. Salama war mit dem Wunsch an Finke herangetreten. Der evangelische Pfarrer ging gerne auf den Vorschlag ein: „Statt wie bisher nur miteinander zu reden, würden wir konkret zusammenarbeiten.“

Das Problem bestünde allerdings darin, dass dem bisherigen ehrenamtlichem Team (Naturwissenschaftler, Germanist etc. - alle im (Vor-)Ruhestand) keine Mehrbelastung zugemutet werden soll, das Team verbringt dort bereits vier Stunden in der Woche. Außerdem kümmern sich diese Helfer außerhalb der Hausaufgabenbetreuung auch um eine kinderreiche Flüchtlings-Familie.

Daher will Finke ein weiteres Team freiwilliger Helfer gewinnen. Überkonfessionell und interreligiös soll es sein – die evangelischen und katholischen Gemeinden machen mit, ebenso die Muslime selbst und die Ehefrau des Mediziners Salama, eine ausgebildete Erzieherin. Die Voraussetzungen: Für das Grundschulalter normale Allgemeinbildung, für die Klassen 5 – 10 solide Schulkenntnisse in Mathe oder Deutsch oder Englisch.

Wer sich für die Mitarbeit interessiert, kann sich an Ulrich Finke (Gnadenkirche) wenden unter Tel.-Nr. 92498 – uli.finke@web.de oder an die katholischen Kooperationspartner: Pastoralreferent Johannes Sporrer (Pfarrei St. Bernhard, Tel.-Nr. 32420).

Hedwig Spies

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